Auslandseinsätze der Polizei Berlin

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Bild: Yadvigagr/Fotolia.com

Deutschland beteiligt sich seit 1989 mit der Entsendung von Polizeibeamtinnen und -beamten an den verschiedenen Auslandseinsätzen der Vereinten Nationen (VN), der Westeuropäischen Union (WEU), der Europäischen Union (EU) und der Organisation für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Das Land Berlin entsendet seit 1995 regelmäßig Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte zu den Auslandsmissionen.

Berliner Polizistinnen und Polizisten waren in Albanien (von Mai 1998 bis Juni 2001), Bosnien-Herzegowina (von Mai 1995 bis Dezember 2002) und Mazedonien (von Dezember 2003 bis Ende 2005) dabei und nehmen derzeit an Einsätzen im Kosovo (seit September 1999), in Afghanistan (seit März 2002) und im Südsudan (seit August 2006) teil.

Je nach Missionsgebiet gibt es eine individuelle Verwendungsdauer von mind. 4 bis max. 12 Monaten. Aufgrund der Freiwilligkeit des Auslandseinsatzes besteht für die Beamtinnen / Beamten jederzeit die Möglichkeit, den Einsatz im Bedarfsfall vorzeitig zu beenden.

Für die Teilnahme an einem Auslandseinsatz müssen die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter folgende Anforderungen erfüllen:

  • Mindestdienstzeit von 8 Jahren inkl. Ausbildungszeit
  • sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • persönliche und soziale Kompetenzen:
    • emotionale Stabilität
    • Stressresistenz
    • ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit
    • Selbstständigkeit und Selbstdisziplin
    • stabile soziale Verhältnisse
    • Improvisationsvermögen
  • nachgewiesene gesundheitliche Eignung auch für einen längerfristigen Aufenthalt in den Einsatzgebieten
  • Befähigung zum Lenken geländegängiger Fahrzeuge
  • gute bis sehr gute PC-Kenntnisse

KOSOVO

EULEX – European Union Rule of Law Mission in Kosovo

Aufgaben:

Das Ziel von EULEX ist die Unterstützung der Institutionen des Kosovo bei der Entwicklung und Festigung eines unabhängigen multiethnischen Polizei- und Zolldienstes, der rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet ist, die Sicherstellung der Anwendung internationaler anerkannter Standards sowie bewährter europäischer Praktiken und die Verhinderung von speziellen politischen Einflüssen.

Die Beamtinnen und Beamten sind als Beraterinnen und Berater bzw. Ausbilderinnen und Ausbilder tätig und nehmen auch exekutive Befugnisse wahr. Sie tragen insbesondere aus Eigensicherungsgründen eine Waffe. Nähere Informationen zu diesem Einsatz finden Sie unter www.eulex-kosovo.eu.

AFGHANISTAN

EUPOL AFG (European Police Mission Afghanistan)

Aufgaben:

Das Ziel ist die Förderung des Aufbaus tragfähiger und effektiver ziviler (ethnisch ausgeglichener) Polizeistrukturen unter afghanischer Eigenverantwortung und Stabilisierung der Sicherheitslage durch die Ausbildung, Beobachtung und Betreuung afghanischer Polizeikräfte im gesamten Territorium Afghanistans. Die Mission soll eine enge Verzahnung des Polizeiaufbaus mit den internationalen Anstrengungen im Justizbereich sicherstellen (in dem die Europäische Kommission ein bedeutendes Engagement angekündigt hat).

GPPT – German Police Project Team

  • Polizeiberaterteam bei der deutschen Botschaft in Kabul mit Außenstelle in Mazar-e-Sharif als bilaterales Projekt zwischen Deutschland und Afghanistan.

Aufgaben:

Das Ziel ist hier die Betreuung des gesamten Projektmanagement hinsichtlich der Ausbildungs-, Ausstattungs- und Bauprojekte sowie die Aus- und Fortbildung afghanischer Polizisten und die praktische Unterstützung und Anleitung der afghanischen Ausbilder.

Die Beamtinnen und Beamten der EUPOL Afghanistan bzw. GPPT besitzen keine exekutiven Befugnisse. Aus Eigensicherungsgründen tragen die Beamtinnen und Beamten Dienstwaffen. Über die Polizeiaufbauarbeit in Afghanistan informiert ausführlich das Auswärtige Amt, das Bundesministerium des Innern sowie die Bundespolizei.

SÜDSUDAN

UNMISS – United Nations Mission im Südsudan

Aufgaben:

  • Aus- und Fortbildung der lokalen Polizei,
  • Beratung, Unterstützung sowie Überwachung der polizeilichen Institutionen und lokalen Strafverfolgungsbehörden,
  • Maßnahmen zur Vertrauensbildung und -sicherung der lokalen Bevölkerung in der Polizei.
  • Gewährleistung internationaler Strafgerichtsbarkeitsstandards und internationaler Menschenrechtsstandards

Die Beamtinnen und Beamten der UNMISS haben keine Exekutivbefugnisse, tragen aber aus Eigensicherungsgründen eine Waffe.

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