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Verkehrserziehung bei Schulanfängern



Ein Großteil der Kinder ist aufgrund ihres Alters noch ungeübt und unerfahren im richtigen Verhalten als aktiver Verkehrsteilnehmer.

Nicht nur Ablenkung und kindliche Impulsivität sind entscheidend für deren besondere Gefährdung im Straßenverkehr.

Die Polizei appelliert an alle Kraftfahrzeugführer:


  • Runter vom Gaspedal !
  • Vermeiden Sie Situationen, die Kinder gefährden !
  • Denken Sie als Erwachsener auch an Ihre Vorbildfunktion !
Physische Voraussetzungen der Kinder bei der Verkehrsteilnahme
  • Kinder können aufgrund ihrer Körpergröße oftmals nicht über Hindernisse hinwegsehen und müssen sich daher zum Beispiel zwischen den am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen vortasten, um den fließenden Verkehr einsehen zu können.
  • Kinder haben ein eingeschränktes Blickfeld; die seitliche Wahrnehmung ist deutlich geringer als bei einem Erwachsenen (sogenannter Tunnelblick).
  • Das Hörvermögen ist noch nicht ausgeprägt; das Kind kann ein Geräusch nicht genau lokalisieren.
  • Der Körperschwerpunkt liegt bei einem Kind noch weit über dem Nabel, daher sind Stolpern und Hinfallen leicht möglich.
Psychische Voraussetzungen der Kinder bei der Verkehrsteilnahme
  • Kinder wollen spielen, sind schnell abgelenkt und achten hierbei nicht auf den Verkehr.
  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit der Kinder führt zu Fehleinschätzungen
  • Selbst bei älteren Schulkindern ist die Rechts-/Linksunterscheidung noch schwierig.
  • Achtung, verlängerte Reaktionszeit bei Kindern!
  • Erwachsene = 1 - 1,2 Sekunden (bedeutet bei 50 km/h = 14m)
  • Vorschulkind = 4 - 5 Sekunden (bedeutet bei 50 kmh = 50 - 60m)
  • Diese Reaktionszeiten erhöhen sich erheblich durch Überlastung, Müdigkeit, Stress, Lärm usw.
  • Mangelnde Selbstständigkeit beim Treffen von Entscheidungen (z. B. eine große Fahrzeuglücke wird nicht genutzt) führt zu Gefahrensituationen.
  • Kinder um das 6. Lebensjahr haben ein sogenanntes magisches Weltbild. Sie glauben z. B.
    • wenn ich es wünsche, wird das Auto stehenbleiben
    • ich habe das Auto gesehen, also wird mich der Fahrer auch sehen und anhalten
    • der Verkehr lässt sich wunschgemäß beeinflussen
Grundsätze der Verkehrserziehung bei Schulanfängern
  • Vorschulkinder, z. T. auch Schulanfänger, gehören an die Hand. Dies vermittelt Geborgenheit und nimmt Angst. Ängstliche Kinder sind nicht lernfähig.
  • Verbote müssen genau dargestellt werden! "Pass auf im Straßenverkehr" ist zu ungenau und nicht sinnvoll. Besser: "An der Bordsteinkante immer erst stehenbleiben" oder "überquere die Fahrbahn nur an den Straßenkreuzungen oder Einmündungen".
  • Keinen Unterschied zwischen der Verkehrserziehung und dem Alltag machen. Kinder sind sonst der Meinung "Ich muss mich nur verkehrsgerecht verhalten, wenn die Eltern es angekündigt haben".
  • Nach einiger Zeit sollten Eltern dem Kind zunehmend die Führung überlassen und nur noch in Gefahrensituationen vorbeugend eingreifen
  • Keine Links-/Rechtsunterscheidungen beim Beobachten des Verkehrs machen. Beide Seiten sind wichtig!
  • Verkehrserziehung beginnt bereits im häuslichen Umfeld, in dem Ärger, Stress bzw. Unstimmigkeiten abgebaut werden. Kinder, die sich im Straßenverkehr mit Familienproblemen beschäftigen, sind abgelenkt und nicht verkehrssicher.
  • Der Schulweg sollte mehrfach mit dem Kind abgegangen werden, um es an die Gefahren im Straßenverkehr in konkreten Situationen heranzuführen. Dazu gehört auch, mit dem Kind immer wieder zu üben, an der Bordsteinkante zu halten und das sichere Überqueren der Straßen zu trainieren.
  • Gehen die Kinder alleine zur Schule, sollten Eltern von Zeit zu Zeit ihr Kind auf dem Schulweg beobachten, um Fehlverhalten korrigieren zu können.
  • Helle, gut sichtbare Kleidung und ein normgerechter Schulranzen mit reflektierenden Flächen tragen zur Sicherheit, besonders in der dunklen Jahreszeit bei. Schulanfänger sollten die gelben Signalmützen tragen
  • Kinder sind nach der Schule gestresst und müde und daher unfallgefährdeter als morgens.
  • Für den Schulweg muss ausreichende Zeit eingeplant werden. Zeitmangel erzeugt Stress und führt zu Unaufmerksamkeit.
  • In der entsprechenden Schule nach eventuellen Schulwegplänen und Schülerlotseneinsatzstellen fragen und diese auch nutzen.

Kontakt

Der Polizeipräsident
in Berlin
Stab des Polizeipräsidenten
PPr Stab 14
Platz der Luftbrücke 6
12101 Berlin
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Tel.: (030) 4664 - 0
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