Jahreswechsel 2017/2018 – Polizei Berlin zieht Bilanz

Polizeimeldung vom 01.01.2018
berlinweit

Nr. 0004
Auch in diesem Jahr zieht die Polizei Berlin Bilanz zum Jahreswechsel. Zwischen 18 und 6 Uhr gingen bei der Einsatzleitzentrale 3084 Notrufe (Vorjahr 3123) ein. Insgesamt mussten die Beamten 1732 Einsätze (Vorjahr 1669) bewältigen, darunter am häufigsten Einsätze wegen des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik, wegen Schlägereien und Sachbeschädigungen.

Mehrere Zehntausend Besucher feierten wieder bei der zentralen Silvesterparty in Mitte auf der Straße des 17. Juni. Neben diversen Strafanzeigen unter anderen wegen unerlaubter Pyrotechnik, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzungen und Taschendiebstahls, wurden in der Nacht auch 13 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe, zumeist wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage bzw. sexueller Belästigung erstattet. Sieben Tatverdächtige konnten in diesen Fällen festgenommen werden.
Nach dem Silvesterfeuerwerk und dem Ende des Bühnenprogramms wurde gegen 2.20 Uhr die „Berlin Welcome 2018“ – Party vom Veranstalter beendet.

In der Silvesternacht kam es immer wieder zu Bränden auf Balkonen und an Fahrzeugen, die sowohl fahrlässig als auch vorsätzlich durch Feuerwerk verursacht wurden. In der Leipziger Straße in Mitte erlitt ein 42-Jähriger sehr schwere Handverletzungen durch einen explodierten Böller. Er wurde von der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht.

Im Bereich der Potsdamer Straße / Pallasstraße in Schöneberg wurden Polizeibeamte aus größeren Gruppen heraus den Abend über immer wieder mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen. Hierbei wurde unter anderem eine 16-Jährige gegen Mitternacht festgenommen, nachdem sie die Polizisten mehrfach beworfen hatte. Sie hatte 44 illegale Böller bei sich, die beschlagnahmt wurden. Die Polizei ermittelt wegen besonders schwerem Landfriedensbruch.
Gegen 0.45 Uhr wurde ein ziviles Fahrzeug der Polizei mit einem Böller beworfen. Der offenbar illegale Sprengkörper hatte eine so große Sprengkraft, dass ein Loch in der Heckscheibe entstand. Mit Unterstützung weiterer Polizisten konnte ein 22-jähriger Tatverdächtiger gestellt und festgenommen werden. Während der Festnahme explodierte unmittelbar neben den Polizeibeamten ein weiterer Böller. Durch die Explosion erlitten sechs Polizeibeamte vorübergehende Beeinträchtigungen am Gehör und leichte Schmerzen. Der Festgenommene hatte neben Marihuana und Kokain auch noch ein Messer bei sich. Er wurde vor Ort entlassen, die Ermittlungen dauern an.

Neben den regulär im Dienst befindlichen Polizistinnen und Polizisten waren in der Silvesternacht rund 1600 Einsatzkräfte (1.800) zusätzlich eingesetzt. Nach einer ersten Bilanz wurden mehrere Polizeibeamte während der Einsätze leicht verletzt, konnten aber alle im Dienst bleiben. Einer von ihnen erlitt durch den Beschuss mit Pyrotechnik leichte Verbrennungen am Hals.