Polizistinnen und Polizisten in der Rigaer Straße erneut attackiert

Polizeimeldung vom 28.05.2017
Friedrichshain-Kreuzberg

Nr. 1215
In Friedrichshain sind in der vergangenen Nacht Polizistinnen und Polizisten wieder attackiert worden. Gegen 1.30 Uhr entdeckten Kräfte einer Einsatzhundertschaft in der Liebigstraße kurz vor der Rigaer Straße, dass Unbekannte drei Reihen Kopfsteinpflaster über die gesamte Fahrbahnbreite entfernt hatten, wodurch ein Graben von circa 20 cm Tiefe entstanden war. Die Steine hatten die Unbekannten entlang des Grabens aufgetürmt. Zu dieser Zeit saßen rund um die Kreuzung Rigaer Straße Ecke Liebigstraße Personen in mehreren kleinen Gruppen. Diese versuchten mehrmals die Polizeibeamtinnen und –beamten durch polizeifeindliche Rufe und durch Werfen von Müll zu provozieren. Währenddessen trat ein Passant an zwei Polizeibeamte heran. Ein Kollege nahm daraufhin den Schutzhelm ab, um dem Mann die polizeilichen Maßnahmen zu erklären. Der Zuhörer beschimpfte daraufhin zunächst den Polizisten und versuchte ihm dann mit der Hand gegen den Kopf zu schlagen. Dies konnte der Beamte abwehren und blieb unverletzt. Anschließend wurde der Angreifer festgenommen. Umherstehende Personen solidarisierten sich mit dem Festgenommenen und äußerten ihren Unmut über die Festnahme. Während ein weiterer Passant den Kollegen ohne Helm von hinten schlug und trat, misslang der Tritt eines anderen Sympathisanten. Die beiden Männer wurden ebenfalls vorläufig festgenommen. Etwa 20 Personen, die zum Teil vermummt waren, bepöbelten die Einsatzkräfte, blendeten sie mit Licht und warfen Steine sowie Bengalos in Richtung der Polizisten und ihrer Fahrzeuge. Die Personen versuchten auch zu den Einsatzwagen zu gelangen, in denen die Festgenommenen saßen. Dies konnte durch Abdrängen der Gruppe verhindert werden. Gleichzeitig strömten weitere Menschen auf die Kreuzung Rigaer Straße Ecke Liebigstraße. Unterstützungskräfte konnten diese aufhalten, so dass die Gruppe in ein in der Nähe befindliches Haus rannte. Dabei kam es erneut zu Steinwürfen auf die eingesetzten Beamten. Als die Festgenommenen mit Fahrzeugen aus dem Bereich gefahren wurden, gab es von Unbekannten Steinwürfe auf die Gruppenwagen.
Die Einsatzkräfte konnten dann gegen 4.40 Uhr den Graben mit einem Schrankenzaun sichern und den Einsatz beenden. Der Polizist, der getreten worden war, wurde leicht verletzt und verblieb im Dienst. Glücklicherweise wurden keine weiteren Polizeibeamtinnen und –beamten verletzt. Es wurden unter anderem Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbrüchen, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzungen eingeleitet. Die drei Festgenommenen, zwei 27-Jährige und ein 24 Jahre alter Mann, wurden zur Gefangenensammelstelle gebracht und nach erkennungsdienstlichen Behandlungen und Blutentnahmen für den Polizeilichen Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin eingeliefert. Es waren rund 65 Kräfte und der Polizeihubschrauber, der die dunkle Kreuzung ausleuchtete, im Einsatz.