Passanten durch Pyrotechnik gefährdet

Polizeimeldung vom 30.12.2016
Neukölln

Nr. 3140
Strafanzeigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffengesetz, Beleidigung, Bedrohung und des Verdachts der Hehlerei sind das Ergebnis eines Polizeieinsatzes in Neukölln gestern Abend. Passanten hatten gegen 19 Uhr die Polizei in die Weserstraße alarmiert und angegeben, jemand würde aus einer Wohnung Böller werfen und mit einer Waffe feuern. Hierdurch seien bereits mehrere Passanten gefährdet worden. Die Zeugen selbst, die beim Vorbeilaufen beinahe von einem Knallkörper getroffen worden waren, klagten über Ohrenbeschwerden aufgrund des lauten Knalls. Als die Beamten eintrafen, wurde aus einem Fenster der angegebenen Wohnung abermals geschossen. Die Beamten klingelten daraufhin und ihnen wurde von dem 48-Jährigen Wohnungsmieter geöffnet. Der Mann gab an, nicht mitbekommen zu haben, dass aus seiner Wohnung geschossen worden sei. Das beschriebene Zimmer stellte sich als Zimmer seiner beiden 16 und 22 Jahre alten Söhne heraus. Der 22-Jährige verhielt sich gegenüber den Polizisten äußerst aggressiv. Ein Gespräch mit dem Vater war nicht mehr möglich, weil der 22-Jährige ständig dazwischen ging und die Polizisten anschrie. Die Beamten verließen daraufhin zunächst die Wohnung und forderten weitere Beamte als Verstärkung an. Gemeinsam mit den Unterstützungskräften begaben sie sich dann abermals in die Wohnung. Der aggressive 22-Jährige wurde zu Boden gebracht. Noch auf dem Boden liegend beleidigte er die Beamten nach deren Angaben. Dem Beamten, der ihn festhielt, drohte er mit dem Tod. In dem Zimmer der beiden Söhne fanden die Beamten Munition für eine Schreckschusswaffe. In einem Gebüsch vor dem Fenster lagen in ein Handtuch und eine Mülltüte gewickelt zwei solcher Waffen. Auf dem Balkon der Wohnung sowie unterhalb des Fensters lagen zudem insgesamt zehn Munitionshülsen. Mit den gefundenen Gegenständen konfrontiert, gaben der 16-jährige Sohn und dessen 17 Jahre alter mit anwesende Cousin an, geschossen zu haben. Bei der Suche nach den Waffen fanden die Polizisten außerdem noch ein Handy, das zur Fahndung ausgeschrieben war. Die gefundenen Gegenstände wurden beschlagnahmt und alle Beteiligten vor Ort entlassen. Die Ermittlungen dauern an.