Bilanz der Kontrollen zur Verhinderung von Verkehrsunfällen mit Radfahrern

Polizeimeldung vom 18.07.2016
bezirksübergreifend

Nr. 1844
In der vergangenen Woche hat die Polizei Berlin im Rahmen einer fünftägigen Schwerpunktaktion intensive Kontrollen zum Schutz von Radfahrern an verkehrsreichen Kreuzungen und Einmündungen durchgeführt. Im Fokus der gezielten Überwachung stand vorrangig das Verhalten rechtsabbiegender Kraftfahrzeugführer gegenüber parallel geradeaus fahrenden Radlern. Viel zu häufig muss tagtäglich beobachtet werden, dass unaufmerksame Kraftfahrer ihrer Rückschaupflicht nur ungenügend nachkommen und deshalb den Vorrang der Radfahrer missachten. Auch während der Aktionswoche wurde deutlich, dass solche Verstöße hochgradig gefährlich sein können, als in Berlin wieder mehrere Radfahrer bei derartigen Verkehrsunfällen teils schwer verletzt wurden.
Lastwagen sind bei den Kontrollen auch daraufhin überprüft worden, ob das Sichtfeld der Fahrer in den Führerhäusern in unzulässiger Weise zum Beispiel durch Wimpel, Gardinen, Bilder oder andere Gegenstände eingeschränkt gewesen ist. In elf Fällen wurden solche Verstöße festgestellt.
Insgesamt wurden 801 Kraftfahrzeugführer nach einem Fehlverhalten beim Abbiegen angehalten und eindringlich zu den Gefahren ihrer Fahrweise aufgeklärt und sensibilisiert. In 359 Fällen waren die Verstöße so eindeutig oder gravierend, dass Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt wurden. Dabei kam es weniger darauf an, möglichst viele Verstöße festzustellen. Vielmehr stand die Qualität der Überwachung im Vordergrund. Beispielsweise wurden stets auch die betroffenen Radfahrer angehalten und zum Kontrollort gebeten, um gegenüber den Kraftfahrern die Gefährlichkeit des gerade Erlebten anschaulich zu bezeugen.
Selbstverständlich wurden aber auch die Radfahrer selbst in ihrem Verhalten überwacht. Die als Beobachtungsposten in zivil eingesetzten Polizeibeamten verschlossen insbesondere dann nicht die Augen, wenn die Radfahrer die Wartezeit abbiegewilliger Autofahrer dadurch verlängerten, dass sie auch noch bei rotem Ampellicht in die Kreuzung einfuhren.
Insgesamt zeigten die konkreten Kontrollerfahrungen und die täglichen polizeilichen Beobachtungen die Notwendigkeit auf, auch künftig diesbezüglich einen gewissen Überwachungsschwerpunkt zu setzen.

Erstmeldung Nr. 1754 vom 08.07.2016: Kontrollen zur Verhinderung von Verkehrsunfällen mit Radfahrern
Ab kommenden Montag wird die Polizei Berlin im Rahmen einer fünftägigen Schwerpunktaktion ihr Hauptaugenmerk auf den Schutz von Radfahrern richten. In der gesamten Stadt wird das fehlerhafte Verhalten von Kraftfahrern gegenüber Radfahrern überwacht.
Fehlerhaftes Abbiegen durch Kraftfahrzeuge an Kreuzungen und Einmündungen ist mit weitem Abstand die Hauptunfallursache für Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer schwer oder gar tödlich verletzt werden. Ein typisches Fehlverhalten ist die unaufmerksame und leichtsinnige Fahrweise gegenüber in gleicher Richtung fahrenden Radfahrern. Allein im vergangenen Jahr wurden dabei insgesamt 734 Radler verletzt und drei getötet.
Auch aus der häufig eingeschränkten Sicht durch Dekorationsartikel wie Wimpel, Bilder oder Gardinen vor den Fenstern und Spiegeln von Lastwagen und Bussen, resultieren immer wieder folgenschwere Verkehrsunfälle. Derartige Verstöße werden ebenfalls geahndet.
Die Bilanz einer vergleichbaren Aktion Anfang April diesen Jahres, bei der insgesamt 1.447 Kraftfahrer beim fehlerhaften Abbiegen festgestellt wurden, zeigt die Notwendigkeit, hier weiterhin einen Überwachungsschwerpunkt zu setzen, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, sich insbesondere beim Abbiegen verantwortungsbewusst und vorschriftsmäßig zu verhalten.