Körperverletzung angezeigt – Durchsuchungsmaßnahmen in Szenelokal

Polizeimeldung vom 21.02.2016
Friedrichshain - Kreuzberg

Nr. 0496
Über den Notruf der Polizei wurde in der vergangenen Nacht in Friedrichshain eine gefährliche Körperverletzung angezeigt, die in der Rigaer Straße begangen worden sein soll. Nach den bisherigen Erkenntnissen ging der Anruf gegen 0.35 Uhr bei der Polizei Berlin ein. Polizisten trafen in der Rigaer Ecke Samariter Straße auf einen verletzten Mann, auch die Berliner Feuerwehr erschien mit Rettungskräften. Der 28-jährige Verletzte gab den Beamten gegenüber an, dass er zuvor in einem Lokal in der Rigaer Straße war, wo ein Konzert stattfand. Dort soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, die sich auf dem Gehweg vor der Kneipe fortsetzt habe. Nach Aussagen des Verletzten wurde er von mehreren Personen attackiert und dabei geschlagen, getreten und mit Pfefferspray angegangen. Er äußerte auch, dass die Angreifer wieder in das Lokal zurückgegangen seien. Der am Ort behandelnde Notarzt stellte die Diagnose „Verdacht einer Schädelfraktur“ und der Verletzte kam zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Dieses hat er aber vor den notwendigen weiteren Untersuchungen und der Möglichkeit einer näheren Befragung zum Tatgeschehen bereits selbständig wieder in unbekannte Richtung verlassen.
Der Tatort selbst, ein linkes Szenelokal, sollte zur Tatortbesichtigung und Feststellung von tatverdächtigen Personen durch die eingesetzten Kräfte begangen werden, wurde aber bei Eintreffen der Polizisten sofort von innen verriegelt. Daraufhin wurde ein mündlicher richterlicher Beschluss zur Durchsuchung des Lokals erlangt. Die Durchsuchungsmaßnahme begann gegen 2 Uhr. Die Rigaer Straße wurde zwischen Samariterstraße und Silvio-Meier-Straße gesperrt. Es kam zu einer Ansammlung von rund 150 Personen die gegen den Einsatz protestierten. Gegen 2.20 Uhr wurde die Zugangstür des Lokals kurz von innen geöffnet und zehn Personen kamen freiwillig heraus. Um 2.50 Uhr begannen die eingesetzten Kräfte die Rollläden zu öffnen und die dahinter befindlichen Fensterscheiben zu entfernen. Personen, die sich in dem Objekt aufhielten, hatten sich mittlerweile weiter verbarrikadiert, indem sie Mobiliar vor die Fenster gebracht hatten. Polizisten wurden zudem beim Betreten mit Flaschen und Gläsern beworfen und mit Feuerlöschern besprüht. Durch diese Aktionen wurden 15 Polizistinnen und Polizisten leicht verletzt. Gegen 3.15 Uhr wurden in dem Lokal 14 Personen die Freiheit beschränkt.
An den Absperrungen zur Rigaer Straße wurden Polizisten bespuckt, beworfen und mit unbekannten Flüssigkeiten überschüttet. Hier wurden vier Personen die Freiheit entzogen.
Nach Identitätsfestellungen vor Ort konnten alle Personen ihren Weg fortsetzen.

Gegen 4.40 Uhr wurde durch Unbekannte ein Müllcontainer auf der Proskauer Straße in Brand gesetzt. Alarmierte Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr löschten die Flammen. Verletzt wurde dabei niemand.

Es wurden bei dem Polizeieinsatz diverse Strafanzeigen gefertigt, u.a. gefährliche Körperverletzungen, Widerstände gegen Polizeibeamte, versuchte Gefangenenbefreiung. Die Ermittlungen zu diesen Delikten sowie zu der angezeigten gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil des 28-Jährigen, der der Polizei durch rechtsmotivierte Straftaten bekannt ist, dauern an.