Polizeieinsätze in Flüchtlingsunterkunft

Polizeimeldung vom 02.02.2016
Charlottenburg - Wilmersdorf

Nr. 0317
In den gestrigen Abendstunden kam es in einer Flüchtlingsunterkunft in Westend zu Polizeieinsätzen.
Ein 16-Jähriger hatte zunächst die Polizei zur Unterkunft in die Glockenturmstraße alarmiert und eine Körperverletzung angezeigt. Gegen 19.45 Uhr war er gemeinsam mit einem anderen Bewohner bei der Essensausgabe. Da der Jugendliche keine Mahlzeit bekommen hatte, verließ er den Speisesaal und sein Bekannter verblieb dort. Kurz darauf bemerkte der 16-Jährige, dass es bei der Essensausgabe zu einer Rangelei gekommen war, so dass er zurück in den Speisesaal wollte. Daran soll er dann von einem bisher unbekannten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gehindert worden sein und einen Kopfstoß von ihm erhalten haben. Er erlitt eine leichte Kopfverletzung und musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Ein weiterer Bewohner der Flüchtlingsunterkunft zeigte ebenfalls eine Körperverletzung an. Der 33-Jährige soll während der Auseinandersetzung im Speisesaal von einem anderen Bewohner Faustschläge und Tritte gegen den Rücken erhalten haben und wurde dadurch leicht verletzt. Nach einer ambulanten Behandlung konnte der Mann die Klinik wieder verlassen.
Kurz vor 22 Uhr wurde die Polizei erneut zu der Flüchtlingsunterkunft alarmiert. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gab gegenüber den eingesetzten Kräften an, dass offenbar Bewohner verschiedener ethnischer Herkunft aufeinander losgegangen waren. Die Kontrahenten sollen zum Teil mit Besen, Eisenstangen und Steinen bewaffnet und zuvor auch an der Auseinandersetzung im Speisesaal beteiligt gewesen sein. Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes stellten sich dazwischen und drängten eine Gruppe wieder zurück in ein Gebäude, woraufhin die Securitybediensteten mit Steinen beworfen worden sein sollen, aber niemand verletzt wurde. Als die alarmierten Beamten das Gelände der Flüchtlingsunterkunft betraten, hatte sich die Lage bereits beruhigt. Ein mutmaßlicher Steinewerfer konnte ermittelt werden. Nach Personalienfeststellung wurde der 15-Jährige entlassen. Es wurde ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs. Es waren rund 60 Polizisten im Einsatz.