Polizeiliche Maßnahmen nach Angriff auf Polizisten

Polizeimeldung vom 14.01.2016
Friedrichshain - Kreuzberg

Nr. 0128
In den gestrigen Abend- und Nachtstunden wurden polizeiliche Maßnahmen in Friedrichshain durchgeführt, nachdem ein Polizeibeamter des Abschnitts 51 gestern Mittag angegriffen und verletzt worden war. Bei den anschließenden Ermittlungen wurde bekannt, dass sich in einem Gebäude in der Rigaer Straße Gegenstände befinden, die für Angriffe gegen Passanten und Polizeikräfte geeignet wären. Das Gebäude in der Rigaer Straße wurde daher zur Gefahrenabwehr nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlin in der Zeit von etwa 20.50 Uhr bis 23 Uhr vom Keller bis zum Dach von Polizeikräften in den frei zugänglichen Bereichen begangen. Dabei entdeckten die Polizisten unter anderem bereitgelegte Kleinpflastersteine, sogenannte Krähenfüße, Metallstangen, Feuerlöscher sowie Propangasflaschen und stellten die Gegenstände sicher. Des Weiteren wurde im Keller ein Rauchkörper gefunden, der von Kriminaltechnikern zur Vernichtung mitgenommen wurde.

In der Frankfurter Allee kam es gegen 22.40 Uhr und 23 Uhr zu Steinwürfen auf Polizeifahrzeuge, dabei wurde ein Fahrzeug beschädigt.

Gegen 23.25 Uhr drängten Kräfte in der Zellestraße etwa 15 Personen ab, die versuchten, in den abgesperrten Bereich zu gelangen. Dabei wurden zwei Polizeikräfte durch Tritte einer Frau leicht verletzt. Die 29-Jährige wurde zur Gefangenensammelstelle gebracht und nach Abschluss der Maßnahmen entlassen. Außerdem wurden zwei weitere Polizeibeamte bei dem Einsatz verletzt, von denen einer seinen Dienst beenden musste.

Polizisten beschlagnahmten gegen 23.30 Uhr in einer Wohnung eines Hauses in der Liebigstraße eine Musikanlage und die dazugehörigen Lautsprecher, nachdem sich mehrere Anwohner bei den Einsatzkräften über die extrem laute Musik beschwert und eine Anzeige erstattet hatten. In die Wohnung gelangten die Polizisten nur mit einer Leiter über den Balkon. Vorherige Ansprachen, die Musik leiser zu machen, waren von den Personen, die sich in der Wohnung aufgehalten hatten, ignoriert worden. Sie flüchteten, als die Beamten die Wohnung betraten.

Während der Maßnahmen kam es zum Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen. Polizeikräfte und die Feuerwehr löschten zudem eine brennende Couch sowie Flammen an zwei Müllcontainern in der Rigaer Straße und ein Kleinfeuer in der Liebigstraße.

Neben der vorläufigen Festnahme der 29-Jährigen nach Körperverletzung, Widerstand und Sachbeschädigung, wurde auch zwei Männern nach Beleidigung und Widerstand zur Identitätsfeststellung die Freiheit entzogen. Im Anschluss wurden die Festgenommenen entlassen. Des Weiteren gab es mehrere Personenüberprüfungen im Haus und auch im Umfeld.

Insgesamt waren rund 550 Polizeibeamte im Einsatz, von denen etwa 200 am Wohnhaus in der Rigaer Straße eingesetzt waren. Es wurden Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.

Erstmeldung Nr. 0114 vom 13. Januar 2016: Polizist angegriffen und verletzt
Heute Mittag griffen mehrere bisher unbekannt gebliebene Täter einen Kontaktbereichsbeamten in Friedrichshain an. Um kurz nach 12 Uhr, so der derzeitige Ermittlungsstand, bemerkte der Beamte, der allein zu Fuß unterwegs war, einen nicht korrekt geparkten BMW in der Rigaer Straße Ecke Liebigstraße. Als er die Ordnungswidrigkeit wegen Falschparkens ahnden wollte, näherte sich ihm ein maskierter Mann. Daraufhin forderte der Beamte ihn auf, sich auszuweisen. In diesem Augenblick kamen zwei weitere Männer und eine Frau aus Richtung der Rigaer Straße. Der 52-jährige Polizeibeamte wurde zu Boden gestoßen und von den Angreifern geschlagen und getreten. Er versuchte einen der Täter festzunehmen. Dieses gelang ihm wegen der Attacken der Anderen jedoch nicht. Die vier Angreifer flüchteten anschließend in ein Haus in der Rigaer Straße. Der Beamte wurde durch die Angriffe verletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt nun wegen Widerstandes, gefährlicher Körperverletzung und Gefangenenbefreiung.