Skrupellos durch Neukölln

Polizeimeldung vom 11.12.2015
Neukölln

Nr. 3082
In der vergangenen Nacht gefährdete ein kriminelles Duo bei seiner Flucht vor der Polizei in Neukölln und Britz Leib und Leben anderer und beschädigte mehrere Fahrzeuge. Den derzeitigen Ermittlungen und den Aussagen von Zeugen zufolge hielt der Fahrer eines Busses der Berliner Verkehrsbetriebe Linie M 44 gegen 21.20 Uhr an der Neuköllner Kreuzung Hermannstraße/Hertastraße an einer roten Ampel, als sich unvermittelt aus einem weißen Transporter heraus der Beifahrer herauslehnte und kraftvoll mit einem Hammer auf eine Seitenscheibe des Busses eingeschlagen und diese dabei beschädigt haben soll. Anschließend bog der Mercedes Sprinter rechts vor dem Bus in die Hertastraße ab und entfernte sich. Der 43-jährige Busfahrer stellte daraufhin den Fahrbetrieb ein.
Alarmierte Polizeibeamte entdeckten wenig später den flüchtigen weißen Transporter, besetzt mit zwei Männern, als dieser aus einer Grundstücksausfahrt heraus in die Karl-Marx-Straße einbog. Sie folgten dem Wagen. Als der Fahrer des verdächtigen Transporters in Höhe der Grenzallee auf die Zufahrt der Stadtautobahn in Richtung Norden fuhr, überholten die Beamten ihn und stellten sich vor das Fahrzeug. Der Transporterfahrer hielt kurz an, beschleunigte jedoch anschließend und fuhr an den Polizisten vorbei auf die Autobahn. Die Streifenwagenbesatzung folgte den Verdächtigen in den Britzer Tunnel. Dabei sah sie, wie aus dem Beifahrerfenster heraus starke weiße Wolken, wie aus einem Feuerlöscher, stoßweise versprüht wurden. Dadurch entstand eine „Nebelwand“, die die Sichtweite im Tunnel für die Nachfolgenden auf wenige Meter einschränkte. Zwischen zwei „Nebelstößen“ bremste der Fluchtwagen so stark ab, dass die folgende Funkwagenbesatzung nur durch ein reaktionsschnelles Bremsmanöver ein Auffahren verhindern konnte. Schließlich beschleunigte der Verdächtige sein Fahrzeug erheblich. Mit weit überhöhter Geschwindigkeit erreichte er die Ausfahrt Oberlandstraße, verfehlte diese jedoch und wendete auf der Autobahn; um entgegengesetzt der Fahrtrichtung die Stadtautobahn zu verlassen. Über mehrere Straßen hinweg wechselte der Fluchtwagen die Richtung, um seine Verfolger abzuschütteln. In der Emser Straße geriet er gegen einen parkenden Nissan, bevor er letztlich in der Siegfriedstraße stoppte. Die Insassen sprangen heraus und rannten in unterschiedliche Richtungen davon. Kurz darauf nahmen Beamte, die die Umgebung abgesucht hatten, den mutmaßlichen Beifahrer, einen 22 Jahre alten polizeibekannten Intensivtäter, vorübergehend fest. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung entließen die Beamten ihn.
Für die weiteren Ermittlungen stellten die Polizisten das als gestohlen gemeldete Fluchtfahrzeug und die Videoaufzeichnungen des Britzer Tunnels sicher. Die Ermittlungen, u.a. zum gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, der Unfallflucht sowie der Sachbeschädigung und des Diebstahls, dauern an.