Festnahmen nach schwerem Landfriedensbruch

Polizeimeldung vom 11.01.2015
Neukölln

Nr. 0093

Durch eine größere Personengruppe wurden in der vergangenen Nacht Steine und Farbbeutel auf mehrere Objekte in Neukölln geschleudert. Gegen 22.20 Uhr beschädigten 30 – 50 vermummte Straftäter dadurch das Rathaus und Amtsgericht Neukölln, zwei Bankfilialen und drei weitere Geschäfte in der Karl-Marx-Straße. Zur selben Zeit musste ein Auto einer Sicherheitsfirma in dem Bereich an einer roten Ampel warten und wurde aus der Menge heraus ebenfalls mit Pflastersteinen beworfen. Dadurch ging die Heckscheibe des Wagens zu Bruch. Anschließend warfen die Täter Farbbeutel in das Innere des Wagens. Der Fahrer blieb unverletzt.
Offenbar im Zusammenhang mit den Stein- und Farbbeutelwürfen wurden auf der Straße vor dem Polizeiabschnitt 55 in der Rollbergstraße mehrere sogenannte Krähenfüße verteilt. Eine Frau, die zufällig mit ihrem Wagen durch die Straße fuhr, beschädigte dadurch die beiden Vorderreifen ihres Fahrzeugs. Sie erlitt keine Verletzungen.
Vermutlich derselbe Täterkreis brachte an einer Torzufahrt zum Polizeiabschnitt 54 in der Sonnenallee ein Kettenschloss an, um die Abfahrt von Einsatzfahrzeugen zu verhindern.
Während der Ausschreitungen wurden im gesamten Bereich Flugzettel verteilt, die einen Zusammenhang mit dem 10. Todestag eines im Polizeigewahrsam in Dessau verstorbenen Mannes herstellen.
Im Zuge sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen nahmen Polizeibeamte noch in der Nähe der Tatorte in der Karl-Marx-Straße vier Tatverdächtige zu den Sachbeschädigungen fest. Zwei Männer im Alter von 22 und 27 Jahren wurden nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder entlassen. Zwei 22- und 26-jährige Tatverdächtige wurden dem Polizeilichen Staatsschutz überstellt, der die derzeit noch laufenden Ermittlungen übernommen hat.
Der Polizeiliche Staatsschutz bittet Zeugen, die Angaben zu den Taten machen können, sich unter der Telefonnummer 030 – 4664 – 952100 und außerhalb der Bürodienstzeiten unter der Rufnummer 030 – 4664 – 950 130 zu melden. Hinweise nehmen auch alle anderen Polizeidienststellen entgegen.