Unbekannter Toter im Koffer – Fall gelöst

Polizeimeldung vom 07.07.2015
Spandau
19.09.2014

Gemeinsame Meldung Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin

Nr. 1617
Nach intensiven Ermittlungen kann dieser Fall für die Ermittler der 4. Mordkommission ad acta gelegt werden. Am 19. September 2014 entdeckten zwei Männer einen Rollkoffer, der mit losen Ziegelsteinen vor Blicken geschützt in einer Ruine auf dem ehemaligen Gelände des Spandauer Güterbahnhofs am Brunsbütteler Damm versteckt war. Der Inhalt veranlasste die beiden, umgehend die Polizei zu alarmieren. In dem Koffer befand sich ein Toter. Aufgrund der fortgeschrittenen Leichenerscheinungen konnte ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden. Auch die gerichtsmedizinische Untersuchung führte zu keinen sicheren Angaben hinsichtlich der Todesursache.
Intensive Ermittlungen führten auf die Spur des Verstorbenen und ein beauftragtes Zahngutachten brachte Ende Juni Gewissheit über die Identität.
Der Mann lebte bis zu seinem Tod mit seinem Sohn in einer Wohnung in Spandau. Als der damals 72-Jährige im Sommer 2013 in der Wohnung eines natürlichen Todes verstarb, war der damalig 37-jährige Sohn offensichtlich mit der gesamten Situation überfordert. Nach ein paar Tagen legte er seinen verstorbenen Vater in einen Koffer und stellte diesen dann in der Ruine ab. Da der Tote offiziell als lebend galt, wurden weiter soziale Leistungen gezahlt, die der Sohn bis Juni 2015 kassierte.
Der heute 39-Jährige, der keinen festen Wohnsitz in Berlin hat, muss sich nun wegen Betrug und Verstoß gegen das Bestattungsgesetzes verantworten.

Zeugenaufruf Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin Nr. 2443 vom 17. Oktober 2014
Der am Abend des 19. September 2014 entdeckte Leichnam eines Mannes in einem Koffer gibt weiter Rätsel auf.
Zeugen entdeckten gegen 19 Uhr in einer Ruine auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Spandau am Brunsbütteler Damm einen Rollkoffer, der sehr unangenehm roch. Die alarmierten Beamten der Bundespolizei öffneten den Trolley und erblickten die skelettierte Leiche eines Mannes.
Da ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden kann, übernahm die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes die Ermittlungen.
Aufgrund der fortgeschrittenen Leichenerscheinungen konnte der Tote bislang nicht identifiziert werden. Auch kann man nicht feststellen, wann er verstorben ist. Der Mann kann vor mehreren Monaten zum Zeitpunkt des Auffindens bis hin zu einigen Jahren zu Tode gekommen sein.
Mit der Veröffentlichung von Bildern des Koffers sowie eines Bekleidungsstücks erhoffen sich die Ermittler weitere Hinweise, die zur Aufklärung und Identifizierung des Mannes führen.

Erstmeldung Nr. 2215 vom 20. September 2014 – Leiche in Koffer Mordkommission ermittelt
Gestern Abend wurde in Spandau eine Leiche in einem Koffer entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen fanden Zeugen den Koffer gegen 19 Uhr in einem Schuppen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Spandau im Brunsbütteler Damm. Da aus dem Koffer ein penetranter Geruch kam, alarmierten die Finder die Bundespolizei im Bahnhof Spandau. Die Beamten öffneten den Koffer, erblickten einen stark verwesten Leichnam und informierten die Polizei Berlin. Die Identität sowie die Todesumstände sind unklar. Die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin hat die Ermittlungen übernommen.