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„2. bundesweiter 24-Stunden-Blitzermarathon“

Polizeimeldung Nr. 2132 vom 11.09.2014
berlinweit

24 Stunden konsequent gegen Schnellfahrer, 24 Stunden konsequent Leben retten!

„Deutschlandweit – gemeinsam gegen Schnellfahrer“ – Unter diesem Motto wird sich auch die Hauptstadtpolizei am 18./19. September 2014 an dem zweiten gemeinsamen 24-Stunden-Blitzer-Marathon aller 16 Bundesländer beteiligen!

In Deutschland ist nicht angepasste Geschwindigkeit die häufigste Hauptunfallursache für tödliche Verkehrsunfälle. Von 3.339 Verkehrstoten im vergangenen Jahr starb mehr als jeder Dritte durch diesen „Killer Nummer 1“! Im Berliner Straßenverkehr war nicht angepasste oder gar überhöhte Geschwindigkeit in 2.944 Fällen hauptursächlich für Verkehrsunfälle. Dies bedeutet zwar eine Abnahme von gut 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Trotzdem ist nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen auf unseren Straßen. Bei fast der Hälfte dieser Unfälle wurde ein Mensch verletzt, neun verunglückten sogar tödlich und stürzten damit viele Angehörige und Hinterbliebene in großes Leid.

Keine Hektik – Kein Unfall – Kein Leid

Mit zunehmender Geschwindigkeit wird nicht nur der Anhalteweg deutlich länger, auch die Wucht des Aufpralls im Falle eines Zusammenstoßes verstärkt sich gewaltig. Bereits wenige km/h zu viel können insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Beispielsweise kann eine Geschwindigkeitsüberschreitung von nur 20 km/h in einer Tempo-30-Zone vor einer Schule oder in einem Wohngebiet für ein Kind tödlich sein, wenn es 15 Meter vor einem fahrenden Fahrzeug plötzlich auf die Fahrbahn läuft. Während der Fahrer bei vorschriftsmäßigen 30 km/h noch knapp vor dem Kind zum Stehen kommen kann, würde er bei 50 km/h das Kind voraussichtlich völlig ungebremst mit voller Wucht erfassen.

ES GIBT KEINEN GRUND FÜR RASEREI!

Nur wer nicht rechtzeitig losfährt, meint rasen zu müssen. Denken Sie um und fahren Sie 10 Minuten früher los. So kommen Sie entspannter und wir alle zusammen sicherer an.

WER SICH NICHT AN DIE REGELN HÄLT, HANDELT UNSOZIAL!

Auch Sie erwarten von Anderen, dass soziale Regeln eingehalten werden. Die Regeln im Straßenverkehr gehören dazu, sie sind nicht verhandelbar. Rasen ist also unsoziales Verhalten.

WIR ZOCKEN NICHT AB! HEUTE NICHT UND SONST AUCH NICHT.

Wir warten nicht, bis schwere Unfälle geschehen. Wir kontrollieren frühzeitig. Sie wissen, wo wir blitzen. Übernehmen Sie Verantwortung – JETZT.

Vor diesem Hintergrund wird die Polizei Berlin in enger Kooperation mit dem benachbarten Land Brandenburg und den anderen Bundesländern von Donnerstag, den 18. September 2014, 6 Uhr bis Freitag, den 19. September 2014, 6 Uhr, über den gesamten 24-stündigen Zeitraum ihre Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen in erheblichem Maße intensivieren. Über 13.000 Polizisten an mehr als 7.500 Kontrollstellen sowie unzählige mobile Streifen werden im gesamten Bundesgebiet ein Zeichen setzen:

Keine Toleranz gegenüber Rasern!

Denn wer gesellschaftliche Normen nicht akzeptiert, dessen Fehlverhalten darf auch von der Gesellschaft nicht toleriert werden!

Ziel ist es, die Hauptunfallursache „Geschwindigkeit“ verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und Fahrzeugführern möglichst in persönlichen Gesprächen das hohe Gefahrenpotential überhöhter Geschwindigkeiten zu verdeutlichen. Dabei geht die Polizei von der Überzeugung aus, dass zu schnelles Fahren regelmäßig kein Augenblicksversagen, sondern vielmehr persönliche Einstellungssache ist. Wer zu schnell fährt, tut dies grundsätzlich überall – auf der Autobahn aber auch in Wohnstraßen.

Wir wollen nicht abzocken – sondern Leben retten!

Dennoch ist es der Polizei Berlin ein besonderes Anliegen, dem typischen Vorwurf der „Abzocke“ durch besonders transparente Öffentlichkeitsarbeit zu begegnen. In diesem Sinne wird die Schwerpunktaktion nicht nur im Vorfeld offensiv angekündigt, sondern es werden darüber hinaus im Vorfeld sämtliche vorausgeplanten Kontrollorte veröffentlicht. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass zum Beispiel besondere Verkehrssituationen an geplanten Einsatzörtlichkeiten oder eine nicht vorhersehbare Einsatzlage einzelner Dienststellen eine kurzfristige Anpassung notwendig machen können.
Dabei wird sich die Auswahl der Kontrollorte nicht nur an den sonst relevanten Auswahlkriterien (Unfallhäufungsstrecken, schutzwürdige Straßenbereiche wie vor Kitas, reine Wohngebiete, Straßen mit oft registrierter Geschwindigkeitsüberschreitung) orientieren. Mehr noch als sonst im täglichen Dienst wurden die zahlreichen Bürgerhinweise aus unserer kürzlich durchgeführten Onlinebefragung in der Einsatzplanung berücksichtigt. Denn Rasen ist ein gesellschaftliches Problem, das jeden betrifft. Ob als Opfer, Hinterbliebener oder Täter! Deshalb warten wir nicht bis etwas Schlimmes passiert, sondern kontrollieren an diesem Tag überall dort, wo Gefahren bestehen und gerast wird!

Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht darum geht, möglichst viele Schnellfahrer zu erwischen – vielmehr steht an jeder Örtlichkeit allein der für die Verkehrssicherheit zu erzielende positive Effekt im Vordergrund.

Insgesamt werden an diesem Tag und in der Nacht in Berlin etwa 290 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollorte eingerichtet werden. Zusätzlich werden alle 21 Videofahrzeuge im Stadtgebiet und auf allen Autobahnstrecken unterwegs sein. Ein Großteil der Einsätze wird mit dem sofortigen Anhalten von Schnellfahrern verbunden sein, um in verkehrsaufklärerischen Gesprächen möglichst unmittelbar auf die Betroffenen zur Sensibilisierung einwirken zu können.

Deutschlandweit – gemeinsam gegen Schnellfahrer!