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Polizeidirektion 1 - Der "Raum der Stille"

Erster "Raum der Stille" innerhalb der Berliner Polizei

Opfer einer Straftat zu werden bedeutet oftmals für die betroffenen Personen, dass sie in eine kritische Lebenssituation geraten sind. Alltägliche Vertrautheiten sind durch plötzliche und unvorhersehbare Ereignisse massiv erschüttert worden und das Normalste wird plötzlich in Frage gestellt. Eine starke persönliche Verunsicherung ist somit oftmals bei den Opfern sowie auch Zeugen in Strafermittlungsverfahren deutlich zu erkennen.

Wir sprechen hier von so genannten traumatischen Belastungs-
störungen
, die in unterschiedlicher Tiefe und Dauer auftreten. Die Bewältigung und der Umgang mit diesen eingetretenen Störungen hängt nicht nur von der Straftat selbst, sondern vielmehr von den psychischen und sozialen Faktoren ab, die das Opfer bzw. den Zeugen umgeben.

Wir als Polizei können und wollen dabei unterstützen, Opfer und auch Zeugen zu stärken und ihnen bei der Erlangung rationaler Gedankengänge behilflich zu sein.
Hilfe zur Selbsthilfe ist hierbei die Devise.

In diesem innerhalb der Berliner Polizei und in der Polizeidirektion 1 ersten "Raum der Stille" soll Opfern und Zeugen die Möglichkeit gegeben werden, sich fallenlassen zu können, ohne die zwanghafte Verpflichtung zu spüren, sich als starke Person zeigen zu müssen.

Opfern, Zeugen und auch Polizeibeamten steht dieser Raum offen
Opfern, Zeugen und auch Polizeibeamten steht dieser Raum offen

Dies ist der erste Schritt, um Trauer leben zu können, innerlich nicht zu versteinern und somit Gefahr zu laufen, in lang anhaltende Belastungsstörungen zu verfallen.

Ohne künstlich erzeugten Stress gibt dieser Raum die Möglichkeit, das so oft schrecklich Erlebte bereits in der Frühphase gedanklich zu erfassen und somit letztlich den Grundbaustein für eine Aufarbeitung des Gesamtproblems zu legen. Oft berichten Opfer und Zeugen, dass sie nach einer Straftat den Umstand in der Nähe des Täters oder einem der eigenen oder der Angehörigen des Täters zu sitzen, als besonders quälend erachten.

Dieses Spannungsfeld kann durch den "Raum der Stille" von Beginn an möglichst gering gehalten werden, indem Opfer und Zeugen den Raum der Entspannung nutzen. Auch im Falle einer Krisenintervention bei Polizeiangehörigen kann dieser Raum genutzt werden. Oftmals werden Polizisten nach schweren Einsätzen mit ihren Gefühlen und Ängsten alleingelassen. Auch hier bietet sich eine fachkundige Betreuung an, die durch behördeninterne und externe Kapazitäten gewährleistet werden kann.

Ansprechpartner und weitere Informationen finden Sie unter Opferschutz und Prävention in der Direktion 1 sowie unter behördenweite Präventionsarbeit.

Auf einer Pressekonferenz am 26. Januar 2006 wurde der "Raum der Stille", unter Anwesenheit von Gästen (u.a. der Leitende Polizeidirektor und Leiter der Direktion 1, Hr. Keese und der Leitende Psychologe (Psychotraumatologie) des Bundeswehrkrankenhauses, Hr. Dr. N. Kröger) und Medienvertretern, zur Nutzung übergeben.

Als erste Polizeidirektion in Berlin hoffen wir, hiermit ein Zeichen gesetzt zu haben, welche Wertigkeit wir dem sensiblen Umgang mit Opfern und Zeugen beimessen.

Kontakt

Der Polizeipräsident
in Berlin

Direktion 1
Pankstr. 29
13357 Berlin


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Tel.: (030) 4664 - 0
E-Mail

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Humboldtsteg:
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M27

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Abschnitt 16
Prenzlauer Berg, östlicher Teil

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