Polizeikommissaranwärterin Vivien Z.

"Man muss Vertrauen in die eigenen Fähigkeit haben!"

Polizeikommissaranwärterin Vivien Z.
Bild: Polizei Berlin

Warum haben Sie sich für den Beruf der Polizeivollzugsbeamtin entschieden?

Das war als Kind schon immer ein Beruf, den man geachtet hat.

Man hatte Respekt vor Polizeibeamten. Später kam der Aspekt hinzu, dass das ein Beruf ist, bei dem man sich weiterentwickeln kann.

Es ist auch ein sehr sicherer Beruf in der heutigen Zeit. So habe ich mich dann schließlich bei der Berliner Polizei beworben.

Wie hat Ihre Umwelt (Freunde/Familie) auf Ihre Berufswahl reagiert?

Sehr unterschiedlich. Viele haben das genau wie ich gesehen, dass das ein Beruf ist, mit dem man alt werden kann. Andere Leute haben den Aspekt Frau bei der Polizei gesehen und sich gefragt, ob man das als Frau durchhält. Aber jetzt, da meine Familie und Freunde sehen, dass ich dabei bin, mich wohlfühle und Spaß habe, sind sie auch voll dafür.

Welche Erwartungen haben/hatten Sie an die Ausbildung/den Beruf?

Am Anfang stellt man sich viel dazu vor. Ich habe hauptsächlich gedacht, dass wäre ein disziplinierter, sportlicher Beruf. Mehr Erwartungen hatte ich zunächst nicht.

Wurden/werden diese erfüllt?

Also, was die Disziplin und den Sport angeht, ja, aber hinzu kommt noch, dass es geistig sehr fordernd ist. Deswegen bin ich voll und ganz zufrieden mit dem, was mich erwartet hat.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Ausbildung?

Besonders gefällt mir der AE-Unterricht [Ausbildung für den Einsatz], weil wir uns da ausprobieren können. Da dürfen wir Fehler machen und bekommen sehr unterschiedliche Aufgabenstellungen. Beispielsweise üben wir in diesem Unterricht Verkehrssonderkontrollen, machen die Waffenausbildung oder simulieren die Begleitung einer Demonstration. Manche Schüler sind dabei die Polizisten und andere die Störer. Es ist schön zu sehen, wie dann die Theorie in der Praxis ausprobiert werden kann.

Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Eigenschaften eines Polizeivollzugsbeamten bzw. welche sollten er/sie mitbringen?

Man sollte zunächst alle Eigenschaften haben, die man im Umgang mit anderen Menschen braucht. So sollte man sich verbal gut ausdrücken können, Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben und unbedingt Ehrgeiz für das Bestehen der Ausbildung entwickeln, gerade in den Theoriefächern.

Was empfinden Sie als Vor- und Nachteil des Polizeiberufs?

Ein großer Vorteil ist, dass man nicht alleine ist. Man arbeitet meistens im Team zusammen. Dann gefällt mir die Vielfalt der Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Aufgabengebiete. Es gibt ganz verschiedene Stellen, die man besetzen kann. Man kann Schulungen belegen und sich später zum Beispiel auf Fotografie spezialisieren oder auf Pressearbeit. Man kann aber auch in die Ausbildung gehen. Als Nachteil empfinde ich, aber darauf ist man vorbereitet, den Schichtdienst und dass es gewisse Zeiträume gibt, wo es für eine Großteil der Einsatzkräfte Urlaubssperren gibt, zum Beispiel am 1. Mai oder bei einem großen Staatsbesuch.

Schildern Sie Ihre interessantesten Erlebnisse während der Ausbildung.

Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich aus dem Praktikum besondere Erlebnisse mitgenommen habe, weil es einfach zu kurz war. Besonders beeindruckend fand ich in der Ausbildung, als wir ins Gelände gefahren sind und dort als Gruppe ein Geländelauf absolvierten. Dabei mussten wir ein dunkles Haus durchlaufen, welches mit Hürden und Hindernissen gespickt war. Die gesamte Gruppe wurde für diese Aufgabe nur mit einer Taschenlampe ausgestattet. Es war schön zu sehen, wie die Gemeinschaft nach einem Jahr so gefestigt ist, dass sie diese Aufgabe ohne Probleme bewältigt hat. Man entwickelt sich in der Ausbildung wirklich enorm weiter. Das gefällt mir besonders gut.

Welche Hinweise/Tipps haben Sie für Berufsanfänger?

Sich am Anfang nicht von der ganzen Theorie im Unterricht erschlagen zu lassen. Und wenn am Anfang einige Sachen noch nicht so klappen, es wird mit der Zeit einfacher, wenn man am Ball bleibt. Ich hatte zum Beispiel vorher noch nie geschossen, daher war bei mir die Waffenausbildung zunächst schwierig. Und man sollte sich schnell von der Vorstellung verabschieden, dass Polizei so ist, wie sie im Film dargestellt wird.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft bei der Polizei Berlin vor?

Ich schaue jetzt erst mal nur auf die Prüfungen, die uns im Januar und März bevorstehen. Ob die spätere Verwendungsdienststelle ein Abschnitt oder eine Einsatzhundertschaft ist, ist mir eigentlich egal. Ich will die Sache bloß gut machen und da braucht man ja auch ein, zwei Jahre, um sich einzufinden. Dann werde ich sehen, wo ich meine Fähigkeiten einbringen kann und was ich dann später machen will.