Religion als Gegenstand und Herausforderung politischer Bildung

Tagung

Religion gewinnt als Faktor in politischen Debatten zunehmend an Bedeutung. Diese wird oft nicht als Normalität gedeutet oder als Bereicherung gewürdigt, sondern als Problem aufgefasst und verurteilt. Im Fokus steht dabei meist „der Islam“. So werden „der Islam“ bzw. „die Muslime/-innen“ häufig als rückständig, fundamentalistisch und bedrohlich markiert und schließlich als Problem für das politische Gemeinwesen gedeutet. Gleichzeitig erreichen die Terroranschläge von sich als islamisch verstehenden Organisationen auch Europa und Deutschland und stellen ein reales großes politisches Problem dar.
Diese öffentlichen Diskurse über „den Islam“ sind auch eine Herausforderung für die politische Bildung. Damit wird sich die Tagung „Religion als Gegenstand und Herausforderung politscher Bildung“ auseinandersetzen. Zunächst wird das Verhältnis zwischen Politik, Religion und politischer Bildung analysiert und diskutiert, ehe die Konstruktionen und Erfahrungen des antimuslimischen Rassismus genauer in den Blick genommen werden. In Arbeitsgruppen werden schließlich vier Fragen der Praxis der politischen Bildung diskutiert.
Im Rahmen der Tagung wird der Landesverband Berlin der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) politisch aktive und engagierte Schülerinnen und Schüler auszeichnen. In diesem Jahr steht die Auszeichnung unter dem Motto: “Für Vielfalt – Gegen Rassismus und Diskriminierung”; mehr Informationen hierzu unter: www.dvpb-berlin.de.

  • Ablauf

    • 09.00 Uhr

    Begrüßung, Thomas Gill, Berliner Landeszentrale für politische Bildung
    Einführung, Dr. Mirko Niehoff, KIgA

    • 09.15 Uhr

    Zum Verhältnis von Politik und Religion – politikwissenschaftliche Überlegungen, Inga Beinke, Uni Halle-Wittenberg

    • 10.00 Uhr

    Zum Verhältnis von politischer Bildung und Religion – politikdidaktische Überlegungen, Prof. Dr. Peter Massing, FU Berlin

    • 10.45 Uhr

    Pause

    • 11.00 Uhr

    „Der Islam passt nicht in die westliche Welt?“ Antimuslimische Einstellungen als Herausforderung politischer Bildung, Prof. Dr. Sabine Achour, FU Berlin

    • 11.45 Uhr

    Islamfeindlichkeit in Schulen: Erfahrungen von Schüler/-innen, Nina Mühe, Europa Universität Viadrina FfO

    • 12.30 Uhr

    “Für Vielfalt – Gegen Rassismus und Diskriminierung”: Auszeichnung politisch aktiver Schüler/-innen durch die DVpB

    • 13.00 Uhr

    Pause

    • 13.30 Uhr
    Vertiefungsfragen zur politischen Bildung in Arbeitsgruppen:
    • A) In welchen politischen Kontexten äußern sich (islamisch-) religiöse Identitäten und Argumentationen unter Jugendlichen und wie kann damit umgegangen werden? Leitung: Dr. Mirko Niehoff, KIgA
    • B) Inwiefern sind islamische Perspektiven bedeutsame Arbeitsgegenstände? Leitung: Dr. Chaban Salih, empati GmbH
    • C) Wie lässt sich islamistischen Einstellungen oder Orientierungen präventiv entgegenwirken? Leitung: Aycan Demirel, KIgA und Mirjam Gläser, Ufuq
    • D) Ist eine nicht-rassistische Religionskritik mit Blick auf den Islam machbar? Leitung: Dr. Martin Kloke, Cornelsen Verlag
    • 14.30 Uhr

    Berichte aus den Arbeitsgruppen

    • 15.30 Uhr

    Tagungsende

  • Datum:

    Dienstag, 18. Juli 2017

  • Zeit:

    von 9.00 bis 15.30 Uhr

  • Ort:

    Studienzentrum für Erziehung, Pädagogik und Schule, Georgenstraße 35/Dorotheenstraße 30 / Stadtplan

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei

  • Anmeldung:

    Melden Sie sich bitte per E-Mail zu dieser Veranstaltung an.

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961