Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2018

Förderanträge für den Förderzeitraum 01.02.2018 bis 31.12.2018 können bis zum 15. Dezember 2017 bei der Landeszentrale eingereicht werden. Mehr Informationen zum Antragsverfahren finden Sie im Dokument Hinweise zur Projektförderung 2018.

Vorrangig fördert die Landeszentrale Projekte zu den unten stehenden Schwerpunktthemen. Darüber hinaus können Projekte zu anderen Themen mit deutlichem Berlin-Bezug gefördert werden. Bei der Gesamtauswahl der Projekte achten wir auf die Vielfalt der behandelten Aspekte, methodischen Zugänge, angesprochenen Zielgruppen und Projektträger.

1848 – 1918 – 1968: Geschichten vom demokratischen Aufbruch

Die Entwicklung der Demokratie in Deutschland brauchte viel Zeit. Vor 170 Jahren erkämpfte die Märzrevolution eine verfassungsgebende Nationalversammlung. Dieses erste Parlament verabschiedete 1848 in Frankfurt am Main die Grund- und Freiheitsrechte.
70 Jahre später, im November 1918, führte eine Revolution zur Abdankung des Kaisers und zur Gründung der parlamentarischen Republik. In der Weimarer Verfassung hieß es nun: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Ab jetzt galt das Recht auf allgemeine, freie und geheime Wahlen.
Für einen weiteren Aufbruch steht das Jahr 1968. Studentinnen und Studenten entfachten eine breite kulturelle und politische Protestbewegung. Sie stellten Autoritäten in Frage, prägten den Begriff der außerparlamentarischen Opposition und trugen an vielen Stellen zur Durchsetzung einer demokratischen Kultur bei.
Diese demokratischen Aufbrüche fanden auch an Berliner Schauplätzen statt. Die Landeszentrale nimmt das Jubiläumsjahr 2018 zum Anlass, an sie zu erinnern. Es werden Projekte gefördert, die thematisieren, was damals ersehnt und erkämpft wurde, wer die Akteure waren und was von den demokratischen Aufbrüchen gescheitert, gelungen und geblieben ist.

Geteilte Perspektiven – gemeinsame Zukunft

In einer vielfältigen (Stadt-)Gesellschaft gibt es viele Sichtweisen auf politische und gesellschaftliche Themen. Wie beurteilen unterschiedliche Menschen in Berlin ihre Geschichte und Gegenwart? Finden sie sich mit ihren Anliegen im öffentlichen Diskurs wieder? Über welche Ereignisse und Personen wird berichtet, über welche nicht? Woran wird erinnert – woran nicht?
Im Chor der öffentlichen Meinungen sind nicht alle Stimmen gleich laut zu hören. Ausgrenzung hat auch in der politischen Kultur und in der Erinnerungskultur Tradition. Anstatt voneinander zu lernen, werden manche Sichtweisen – bewusst oder unbewusst – außer Acht gelassen.
Die Landeszentrale möchte Projekte fördern, die aus „geteilten“ Perspektiven (im Sinne von getrennten) „miteinander geteilte“ (im Sinne von gemeinsame) machen. Dies soll sich insbesondere auf Themen der politischen Vergangenheit und Gegenwart Berlins beziehen. Über welche Ereignisse, Personen und Themen sollte in Berlin mehr gesprochen werden? Wie kann ein inklusiver politischer Diskurs in dieser Stadt aussehen? Was würde sich damit für unser künftiges Zusammenleben ändern?

Digital ist ganz normal?! Digitale Medienkompetenz

Mehr als je zuvor basiert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf dem Zugang zu digitalen Massenmedien wie Internetportalen, Online-Zeitschriften, Fernsehen, Rundfunk und sozialen Medien. Unser politisches Denken und Handeln wird durch diese Medien geprägt. In ihren vielfältigen Erscheinungsformen betreiben sie permanent politische Bildung mit größter Reichweite. Dabei sind sie nicht nur Informationsquellen, sondern zugleich Orte politischer Kommunikation und Meinungsbildung.
Wie verändert die Digitalisierung die Diskurse unserer Demokratie? Wie informieren sich Menschen heute über Politik und wo lernen sie, Quellen kritisch zu reflektieren? Wie behalten sie Orientierung im medialen Überangebot? Wie können Medien eine lebendige demokratische Kultur unterstützen, und nicht Hassrede und Echokammer begünstigen?
Politische Bildung braucht Medienkompetenz im Sinne eines reflektierten, mündigen Umgangs mit Medien. Die Landeszentrale möchte Akteure der politischen Bildung dazu ermutigen, sich mit Medienkompetenz auseinanderzusetzen und diese in Projekten zu vermitteln.

Junge Erwachsene treffen Politikerinnen und Politiker

Viele Menschen, besonders Jugendliche und junge Erwachsene, haben wenig Bezug zur Politik. Diese scheint weit weg und ohne Relevanz für den eigenen Alltag zu sein. Politische Debatten und Entscheidungsprozesse erscheinen hohl und langweilig. Beide Seiten, Politik-„Profis“ und junge Erwachsene, stehen sich zuweilen mit einer gewissen Fremdheit gegenüber.
Die Landeszentrale fördert Projekte, die Begegnung und Dialog zwischen Politikerinnen und Politikern und jungen Erwachsenen ermöglichen. Der persönliche Austausch, verbunden mit einer Auseinandersetzung mit verschiedenen politischen Positionen, soll Interesse an Politik wecken und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Mit Schülervertretungen Demokratie und Teilhabe an Schulen stärken

Die Schule ist Lernort und Lebensort – in jedem Fall ist sie ein Ort, an dem Demokratie eingeübt werden kann und soll. Dabei spielen Schülervertretungen eine zentrale Rolle. Vielfach führen die Schülervertretungen (wenn es sie überhaupt gibt) jedoch ein Schattendasein. Sei es durch fehlende Kontinuität, mangelnde Unterstützung des Kollegiums oder zu wenig Interesse bei den Schülerinnen und Schülern selbst.
Die Landeszentrale möchte dabei helfen, frischen Schwung in die SV-Arbeit zu bringen. Sie fördert Projekte, mit denen Schülervertretungen initiiert oder gestärkt werden. Neben klassischen Seminaren oder Fahrten sind auch Audits, Zukunftswerkstätten oder Open Space Veranstaltungen mögliche Formate. Oder gibt es an Ihrer Schule eine ganz andere Idee?

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2018

PDF-Dokument (53.7 kB)

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2017

PDF-Dokument (34.6 kB)

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2016

PDF-Dokument (30.2 kB)