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Tierische Schaderreger: Frostspanner

Die Raupen des Frostspanners können im Frühsommer zu beträchtlichen Schäden an Blättern, Knospen und unreifen Früchten führen.

Mit der Überwachung des Frostspanners wurde bereits Anfang der 1970er Jahre in Berlin-Pankow/Blankenfelde begonnen und wurde Anfang der 1990er Jahre mit Standorten in Berlin-Mitte/Tiergarten ergänzt. Im Verlauf der Jahre schwankt der Befall und befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt auf einem leicht ansteigenden Niveau.

Im Fangzeitraum von Anfang November bis Ende Dezember werden an zwei bis drei Standorten Leimringe an Eichen, Buchen, Hainbuchen und Obstbäumen zur Kontrolle angebracht. Die Arten Operophthera brumata und Operophthera fagata werden dabei zusammen erfasst.

Lebensweise

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Lebenszyklus der Frostspanner
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Lebenszyklus der Frostspanner

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Kleiner Frostspanner – Operophthera brumata

  • Vorkommen:

    Ziersträucher und -bäume, Waldbäume, Obstbäume, Beerenobst

  • Flugzeit:

    ab Oktober (nach den ersten Nachtfrösten) bis Dezember in der Dämmerung

  • Paarung:

    Männchen fliegt in die Krone, Weibchen klettert den Stamm hoch

  • Eiablage:

    100 bis 200 ovale, gelblich grüne Eier einzeln an Knospen und Rindenritzen

  • Larvenschlupf:

    im Frühjahr, beim Aufbrechen der Winterknospen (ab März / April)

  • Larvenfraß:

    Eiräupchen in den Blattknospen, pro Raupe ca. 40 bis 50 cm² Blattfläche

  • Larvenentwicklung:

    ca. 25 bis 40 Tage, je nach Temperaturverlauf; Endstadium, wenn die Eichenblätter voll entwickelt sind

  • Verpuppung:

    ab Ende Juni in der Bodenstreu; die Raupen spinnen sich mit einem Faden von der Krone ab

  • Generation:

    eine Generation pro Jahr

  • Symptome:

    Loch- u. Skeletierfraß an Blättern, Knospen, Blüten und Früchten

  • Schaden:

    kann erheblich sein

Maßnahmen

In naturnah gestalteten Gärten mit vielen unterschiedlichen Gehölzen, in denen Vögel Unterschlupf und Nahrung finden, werden die Raupen des Frostspanners kaum nennenswerte Schäden anrichten können. Die Raupen sind eine beliebte Speise für die stets hungrige Brut der heimischen Vögel. Mit Nistkästen können weitere „Helfer“ angelockt werden.

Ebenfalls ist Anfang November das Anbringen von Leimringen um Obstbäume als Bekämpfungsmaßnahme möglich. Einerseits wird so festgestellt, ob überhaupt mit Frostspannerraupen bzw. ihrem Fraß im Frühsommer zu rechnen ist, andererseits wird so eine erfolgreiche Eiablage verhindert. Weitere Maßnahmen sind i.d.R. in unseren Gärten nicht erforderlich.

Monitoring

Der Flug der Frostspanner beginnt in Berlin meist Anfang November und ist abhängig vom Temperaturverlauf im letzten Entwicklungsstadium (Puppenstadium). Als erstes treten die flugfähigen Männchen auf, im späteren Verlauf dann die Weibchen. Die Falter schlüpfen tagsüber, bleiben jedoch bis zur Dämmerung im Bereich der Stammbasis und der Bodenstreu verborgen. Der Höhepunkt des Fluges ist Abends. Die Männchen fliegen um die Stämme und begatten die heraufsteigenden Weibchen (sie haben nur Stummelflügel). Optimale Temperaturen für den Flug liegen zwischen 5 °C bis 10 °C.

In der Regel wird der Schwarmflug des Frostspanners mit Leimringen, die um Bäume angebracht werden, überwacht. Seit 2014 ebenfalls mit Pheromonfallen. Dabei werden nur die männlichen Falter mit einem Sexualduftstoff angelockt, jedoch keine Weibchen. Die Leimringüberwachung ermöglicht, das auch der Anteil der Weibchen, die „klettern“ müssen und ebenfalls kleben bleiben, mit erfasst wird, wobei die Anzahl der Weibchen pro cm Leimring meist unter der kritischen Zahl* von 1 bzw. 0,8 liegt.

Es ist deutlich sichtbar, dass die Individuendichte in Abhängigkeit von biotischen und abiotischen Faktoren Schwankungen unterworfen ist und in den letzten Jahren auf einem eher geringen Niveau liegt. Das Auftreten der Frostspanner-Männchen ist nach einem höheren Wert in 2018 wieder rückläufig. Ebenso ist der Anteil an Weibchen 2020 auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich wiesen die Jahre 1993 bis 1995, 2013/2014 und 2019 einen hohen Anteil an Weibchen auf. In den Jahren nach hohen Fangzahlen konnte in den Frühjahrs- bzw. Frühsommerwochen ein entsprechend starker Fraß festgestellt werden, so auch im Frühsommer 2020.

* Kritische Zahl: Steigt die kritische Zahl über 1 bzw. bei vorgeschädigten Buchen über 0,8 muss mit starkem Fraß bis zum Kahlfraß durch die Raupen im kommenden Frühjahr gerechnet werden.

Flugverlauf 2020

Im Jahr 2020 begann der Schwarmflug des Frostspanner pünktlich nach den ersten Nächten mit etwas tieferen Temperaturen in der ersten Novemberwoche und endete in der 51. Woche (Ende Dezember). Im Vergleich der Mittelwerte aus allen Standorten mit dem langjährigen Mittel aus den Jahren 2014 bis 2020 war das Aufkommen der Frostspanner-Männchen im Jahr 2020 geringer. Werden die Standorte einzeln betrachtet, zeigen sich beträchtliche Unterschiede. So weist der Standort in einer der großen Parkanlagen – Großer Tiergarten – im Stadtgebiet Berlin wesentlich höhere Fangzahlen auf als im Mittelwert. Im Vergleich dazu weist der Standort auf dem Freigelände des Pflanzenschutzamte Berlin (Bezirk Neukölln/Britz) ein wesentlich geringeres Fangergebnis auf.