Ausbreitung und Monitoring

Blattfraß in Eichenkrone

Blattfraß in Eichenkrone

Ausbreitung

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner wurden im Land Berlin erstmalig 2004 auffällig. Seitdem breiten sie sich im Stadtgebiet von West nach Ost aus, wobei sie 2007 den “Sprung” über die Spree Richtung Treptow-Köpenick machten. Seit dem Jahr 2012 werden in allen Berliner Bezirken Raupen, Nester und Falter in unterschiedlicher Stärke beobachtet. Neben den von Beginn an stark betroffenen Bezirken (Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf), lag auch ein starker Befall im Bereich Treptow-Köpenick vor. Die Ausbreitung erfolgt in der Regel über Straßenzüge, die mit Eichen bestanden sind und über Grünzüge in die Stadt hinein. Die Bedingungen – Wärme und Trockenheit – sind im Stadtgebiet günstiger als am Stadtrand.

EPS-Befall 2004 bis 2009 in Berlin

EPS-Befall 2004 bis 2016 in Berlin

EPS-Befall 2004 bis 2009 in Berlin

PDF-Dokument (1.2 MB)

EPS-Befall 2004 bis 2016 in Berlin

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Die Karten wurden erstellt von: ESRI StreetMap, bearbeitet von Peter Leuthäuser 2017

Die Erstellung der Karten erfolgte im Rahmen des Projektes ENVIRUS der Georg-August-Universität Göttingen. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Pheromonfalle

Pheromonfalle

Monitoring

Um für die Bewertung und Bekämpfungsentscheidungen verlässliche Daten zu bekommen wurde ab 2010 mit der Ausbringung von Pheromonfallen begonnen. Nachdem zu Beginn der Echenprozessions­spinner­kalamität (2005) erfolglos versucht wurde, mittels Pheromonfallen den Flugverlauf der Schmetterlinge zu dokumentieren, hat sich die Qualität der Pheromone in den vergangenen Jahren verbessert, so dass ihre Verwendung möglich ist. Allerdings existieren noch keine Schadschwellen für städtische Flächen. Die Fallen werden jeweils Anfang Juli, kurz vor dem Flugbeginn der Falter an ausgewählte Standorte im Stadtgebiet ausgebracht.

Mittelwert pro Falle und gefangener Falter des Eichenprozessionsspinners von 2011 bis 2021

Ergebnis der Fallenfänge

Der Flugverlauf des Eichenprozessionsspinners mit Pheromonfallen wird seit 2011 dokumentiert. Bis 2019 kann eine leichte Erhöhung des Falterfluges festgestellt werden. Im Jahr 2020 /2021 traten produkttechnische Schwierigkeiten mit den gelieferten Pheromonen auf, so dass das Monitoring an den Standorten des Pflanzenschutzamtes Berlin innerhalb des Stadtgebietes versagte.

In all den Jahren wurde der Flug des Eichenprozessionsspinners auf einem Naturstandort im Stadtgebiet (Südgelände) ebenfalls mit Pheromonfallen kontrolliert. Somit lässt sich deutlich zeigen, dass 2021 das Auftreten auf einem weiterhin ansteigenden Niveau liegt. Die Bedingungen für die Eiablage der Falter waren gut.

Auftreten des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet Berlin seit 2004

Standorte im Stadtgebiet

Die Standortdaten bilden nur einen Trend ab, da sowohl die Standorte, als auch die Anzahl der betroffenen Bäume auf freiwilligen Angaben beruhen. Sichtbar wird die deutliche Zunahme der Standorte als auch der befallenen Bäume. Und das obwohl in 2020 und 2021 hohe Aufwendungen (Zeit u. Geld) für die mechanische Bekämpfung und Entfernung der Raupen und Nester getätigt wurden.

Besonders betroffen sind die Stadtbezirke mit Eichenbeständen in Straßen und Anlagen. Vordergründig befallen werden meist die Randbäume, stark besonnte und Bäume in der Nähe von Lichtquellen.

Befall in den Bezirken des Stadtgebietes Berlin 2019 bis 2021, soweit die Daten an das Pflanzenschutzamt weitergeleitet wurden

Standorte in den Bezirken

2021 waren erneut die altbekannten Standorte Hotspots des Befalls. Stark betroffen war Charlottenburg Nord mit der Jungfernheide und angrenzend die Siemensstadt, die Potsdamer Chaussee in Spandau, die Wuhlheide und angrenzend Karlshorst u. Friedrichsfelde, Eichkamp u. Postfenn in Wilmersdorf, Krumme Lanke u. Fischerhüttenstr. in Zehlendorf, Britzer Str. in Mariendorf um nur einige zu nennen.

Ausgehend von den „alten“ und bekannten Befallsschwerpunkten findet trotz Entfernung der Raupen eine kontinuierliche Ausbreitung statt. Die, für die Entwicklung des wärmeliebenden Schmetterlings, günstigen Witterungsbedingungen haben das verstärkte Auftreten gefördert.