Der Maurermeiser Riehmer nutzte sein T-förmig an drei Straßen angebundenes Grundstück in Kreuzberg, um durch eine Privatstraße das übliche Hinterhofschema der üblichen Berliner Mietskasernen aufzubrechen. Durch verbesserte Wohnbedingungen und überwiegend Wohnungen mit drei und mehr Zimmern erhoffte er sich potentere Mieter aus dem Beamtenstand oder Bürgertum - eine Rechnung, die aufging. Die gärtnerische Anlage tat ein übriges.
Fast zwanzig Häuser gruppieren sich um den Hofgarten. Wie bei allen Mietshäusern dieser Zeit liegen die größten Wohnungen zur Straßenseite hin, während die kleineren Wohnungen zur Hofseite ausgerichtet sind. Stilistisch folgt die Fassadengestaltung mit ihren aufwendigen neubarocken und Renaissanceformen dem Geschmack der Zeit. Auffällig sind vor allem die Prunkfassaden zur Großbeerenstraße und zur Yorckstraße, wo zwei Atlanten den unteren Balkon über der Hofeinfahrt tragen. Typische Renaissance-Elemente sind auch die starken Gebälke als oberer Fassadenabschluß. Bei genauerem Hinsehen sind in den Details der Ornamentik die unterschiedlichen Bauphasen zu erkennen.
In den 1970er/80er Jahren wurde die Anlage behutsam renoviert, die Wohnungen wurden modernisiert. Heute ist Riehmers Hofgarten eine beliebte Wohnadresse. Außerdem finden sich hier Büros und Arztpraxen, Gastronomie und drei Kinos.
Ein zweites Beispiel für eine unkonventionelle Blockbebauung innerhalb des Hobrechtschen Straßenrasters ist die mit Stadtvillen bebaute Privatstraße an der Genthiner Straße im Bezirk Tiergarten.
)| Adresse: |
Riehmers Hofgarten
Yorckstraße, Hagelberger Straße, Großbeerenstraße
10965
Berlin
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| Architekt: | O. Moes, W. Riehmer |
| Stil: | Historismus |
| Buch: | Cobbers, Arnt: Architekturführer. Die 100 wichtigsten Berliner Bauwerke. Jaron Verlag![]() |
| Nahverkehr: | U-Bahn:
U Mehringdamm: U6, U7
Bus:
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