Das Reichstagsgebäude ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. Seit dem Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin wurden mehr als 15 Millionen Besucher gezählt. Vor allem die gläserne Kuppel ist eine Attraktion für Berliner und Touristen.
Das Reichstagsgebäude ist seit 1990 Sitz des Deutschen Bundestages. Am 4. Oktober 1990 fand im Plenarsaal die erste Sitzung des aus Bundestag und Volkskammer zusammengesetzten gesamtdeutschen Parlaments statt. Knapp drei Monate später fand im Reichstagsgebäude die erste konstituierende Sitzung des gesamtdeutschen Bundestages statt. Die Abstimmung über den zukünftigen Regierungssitz fiel am 20. Juni 1991 zugunsten Berlins aus.
Ort geschichtlicher Ereignisse
Mit dem Reichstagsgebäude sind bedeutende Wendepunkte und Ereignisse der deutschen Geschichte verbunden. Am 9. November 1918 rief der SPD-Politiker Philipp Scheidemann vom Balkon am Westportal die Republik aus. Am Abend des 27. Februar 1933 ereignete sich der "Reichstagsbrand". Dabei wurden der Plenarsaal und die Kuppel vollständig zerstört. Eine rote Fahne der Sowjetunion, gehisst am 30. April 1945 durch zwei Rotarmisten, symbolisierte den Sieg über das "Dritte Reich".
Erbaut wurde das Reichstagsgebäude von 1884-1894 nach den Plänen von Paul Wallot. Mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreichs 1871 wurde Berlin zur Reichshauptstadt. Das neu entstandene Parlament benötigte nun einen Regierungssitz. Wallot fügte dabei Elemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus zusammen, um sein Bauwerk entsprechend repräsentativ und monumental erscheinen zu lassen. Die noch heute erhaltene Giebelinschrift "Dem Deutschen Volke" wurde erst im Jahre 1916 hinzugefügt. Nach dem Krieg wurde der schwerbeschädigte Reichstag vorerst nicht weiter genutzt. Die Kuppel musste 1957 aus statischen Gründen gesprengt werden. Ein erster Umbau begann im Jahre 1957 durch Paul Baumgarten. U.a. verglaste er den Plenarsaal und drängte fast alle historischen Züge des Gebäudes zurück.
Es folgte eine zweite Umbauphase ab 1994, die mit der ersten Sitzung des Bundestages im neuen Reichstagsgebäude am 19. April 1999 endete. Der britische Architekt Sir Norman Foster setzte seine Entwürfe um und es entstand ein funktionales Parlament. Auffälligste Neuerung war die gläserne Kuppel. Das 800 Tonnen schwere Bauwerk aus Stahl und Glas misst 40 Meter im Durchmesser und 23,5 Meter in der Höhe. An der Innenseite winden sich zwei spiralförmig angelegte Wege bis zur Aussichtsplattform in die Höhe und wieder hinunter zur Dachterrasse.
Verhüllt und weltberühmt
Im Sommer 1995 wurde das Reichstagsgebäude durch eine ganz und gar unpolitische Aktion weltberühmt. Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude verhüllte das komplette Gebäude zwei Wochen lang mit einer rund 100.000 Quadratmeter großen, silberfarbenen Plane. Das verhüllte Reichstagsgebäude zog Millionen Besucher an, zahllose Bilder und Fotos der Kunstaktion verschafften dem Reichstagsgebäude internationale Popularität.
| Adresse: |
Reichstag
Platz der Republik
10557
Berlin
|
|---|---|
| Telefon: | 030 22 73 21 52 (NICHT für Anmeldungen zu Führungen) |
| Internet: | www.bundestag.de |
| Öffnungszeiten: | Täglich von 8-24 Uhr; letzter Einlass um 23 Uhr |
| Eintrittspreise: | Eintritt frei |
| Sonstiges: | Über Sperrungen der Kuppel informiert die Homepage des Bundestages |
| Führungen: | nach Vereinbarung |
| Architekt: | Paul Wallot |
| Stil: | Elemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus |
| Nahverkehr: | Bus:
Reichstag/Bundestag (Berlin): 100, M85
Ebertstr. (Berlin): M85 Platz der Republik (Berlin): 100, M85 Brandenburger Tor (Berlin) (S+U): TXL Marschallbrücke (Berlin): TXL Karlplatz (Berlin): TXL Bundeskanzleramt (Berlin): M85 Behrenstr./Wilhelmstr. (Berlin): 200, N2 U-Bahn:
S-Bahn:
Brandenburger Tor (Berlin) (S+U): S1, S2, S25 |

