Die nordischen Länder sind nicht nur für gelungenes Design und progressive Architektur bekannt, sondern auch immer für Innovationen gut. Als in den 90er Jahren der Umzug des diplomatischen Corps aus Bonn nach Berlin anstand, entschlossen sich Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island, ihre Botschaften in einem gemeinsamen Komplex unterzubringen, der die enge Verbundenheit innerhalb Nordeuropas demonstrieren, aber auch die kulturellen Identitäten der einzelnen Länder darstellen sollte.
Aus 222 Wettbewerbsbeiträgen entschied man sich für den Gesamtplan von Alfred Berger und Tiina Parkkinen. Das österreichisch-finnische Architektenduo entwarf auch das Gemeinschaftshaus mit den Konsularabteilungen und den Veranstaltungsräumen, während die fünf Botschaftsgebäude von Architekten(-teams) aus den jeweiligen Ländern geplant wurden.
Das Ensemble wird eingefasst und gegen den Straßenlärm abgeschirmt von einem geschwungenen, gebäudehohen Kupferband, dessen horizontale Lamellen an vielen Stellen gekippt werden können. Nach Süden hin öffnet sich die Anlage zur ruhigen Rauchstraße. Um einen Hof, dessen Fluchtlinien durch Steinstreifen markiert sind, gruppieren sich die sechs einzeln stehenden Gebäude. Das Gemeinschaftshaus rechts vorn soll mit seiner Fassade aus Holz und schmalen Glasstreifen sowie dem haushohen verglasten Atrium/Treppenhaus Transparenz und Offenheit symbolisieren.
Gegen den Uhrzeigersinn schließt sich zunächst die finnische Botschaft an, deren vollständig verglaste Fassade Jalousien aus Lärchenholz vorgeblendet sind. Die beiden Hoffassaden der schwedischen Botschaft werden ganz unterschiedlich von weißem Kalkstein bzw. schwarzem Granit bestimmt. Der Bau ist um einen hohen zentralen Raum organisiert, der sich in einem großen Fenster und durch die immer aufgeklappten Kupferlamellen zur Kreuzung Klingelhöfer-/Stülerstraße hin öffnet.
Auffälligster Bauteil der norwegischen Botschaft ist ein 14 Meter hoher Granitblock, der die Stirnseite zum Hof hin markiert und die "Vertikalität" der norwegischen Landschaft symbolisieren soll. Hinter ihm liegt der Eingang in die Botschaft, deren gläserne Außenwände von der kühlen Klarheit norwegischer Gletscher inspiriert sind.
Der kleinste Bau, die isländische Botschaft, besteht aus einem mit rötlichem Naturstein verkleideten Bürotrakt und einem separaten Treppenhaus mit Nebenräumen.
Die dänische Botschaft schließlich besteht aus zwei Teilen: Der eine folgt der sanften Kurve des Kupferbandes, der andere nimmt die gerade geschnittenen Fluchtlinien des Innenhofes auf. Zwischen dem "weichen" holzverkleideten Teil und dem scharf geschnittenen Stahl- und Glastrakt vermittelt ein schmales, verglastes Atrium, das man von der Rauchstraße aus einsehen kann.
Hier finden Sie weitere Botschaften.
)| Adresse: |
Nordische Botschaften
Rauchstraße
10787
Berlin
|
|---|---|
| Sonstiges: | A. Berger, T. Parkkinen, V. Arkkitehtuuri, W.Arkitektkontor, Snöhetta, P. Kristmundsson |
| Architekt: | Zeitgenössische Moderne |
| Buch: | Cobbers, Arnt: Architekturführer. Die 100 wichtigsten Berliner Bauwerke. Jaron Verlag![]() |
| Nahverkehr: | Bus:
Nordische Botschaften/Adenauer-Stiftung: 100, 106, 187, 200, N26 Hiroshimasteg: M29 Köbisstr.: M29 Corneliusbrücke: 200 |

