Die Marienkirche entstand als Pfarrkirche der Neustadt. Wann diese Stadterweiterung mit ihrem regelmäßigen Straßenraster angelegt wurde - ob bei der Verleihung des Stadtrechts um 1230 oder erst später -, weiß man nicht. Ebensowenig sind die Baudaten der Marienkirche überliefert. 1294 muß sie bereits benutzbar gewesen sein. Nachweislich wurde sie bei einem der beiden großen Stadtbrände 1376 und 1380 beschädigt und möglicherweise verändert wiederhergestellt. Der Bautyp stammt jedoch eindeutig aus dem 13. Jh. und unterscheidet sich grundsätzlich von der in ihrer Architektur jüngeren Nikolaikirche.
Der Turm stammt aus dem 15. Jh., der heutige kupferne Aufsatz, eine Mischung aus barocken und neogotischen Stilelementen, ist ein Werk Carl Gotthard Langhans, des Baumeisters des Brandenburger Tors (1789/90). Die Südansicht mit den vier gleichförmigen Giebeln entstand unter Einbeziehung der Sakristei des 14. Jh. 1893 durch Hermann Blankenstein. Glanzstücke im Inneren sind die prächtige Kanzel von Andreas Schlüter (1702/03), die Orgel von 1720 -23 (Prospekt von Johann Georg Glume) und vor allem der Totentanz in der Turmhalle, der vermutlich nach der Pestepidemie von 1484 entstand.
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