"Sozialer Wohnungsbau", heute selbstverständlich, war in den 20er Jahren eine enorme Herausforderung. Nur Großsiedlungen versprachen einen Weg aus der katastrophalen Wohnungsnot. Damit sich die Bewohner der Mietskasernen einen Umzug überhaupt leisten konnten, mußten die Mietkosten niedrig sein - und also auch die Baukosten. Für Stadtplaner und Architekten eine willkommene Herausforderung.
Martin Wagner, seit 1926 Berliner Stadtbaurat, sah die Großsiedlung Britz als Möglichkeit, "Studien über das wirtschaftliche Bauen" zu treiben. Verbunden waren damit idealistischer Reformeifer und programmatisches Pathos. Die Großsiedlung Britz, nach der zentralen Baugruppe "Hufeisensiedlung" genannt, entstand 1925 -33 (in sieben Bauabschnitten) nach Plänen von Bruno Taut. Ihre über 1000 Wohnungen sind nach nur vier Grundrißtypen standardisiert. Alle Bauten sind zu Zeilen gereiht, den Einfamilienhäusern ist jeweils ein Mietergarten zugeordnet (ursprünglich auch im inneren Hufeisen). Martin Wagner entwarf den Wohnblock an der Stavenhagener Straße 4-32 mit den ausschwingenden Treppenhäusern.
Die "funktionale", notwendigerweise anspruchslose Architektur wirkt oft durch ihre Details. Verändert man sie - Fensterhöhlen statt Sprossenfenster, Rauhputz statt gespannte Flächen, neue Farben, neue Türen, neue Gehwegplatten usw. -, nimmt man den Häusern und Ensembles oft ihren künstlerischen Wert und ihre Wirkung. Nur wer ein Auge für Details hat, wird den Reiz dieser Architektur entdecken - und schmerzlich erfahren, wie oft Siedlungshäuser durch kleine Veränderungen entstellt worden sind.
Die Hufeisensiedlung ist im Juli 2008 neben fünf weiteren denkmalgeschützten Siedlungen der Berliner Moderne von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen worden.
)| Adresse: |
Hufeisensiedlung Britz
Lowise-Reuter-Ring
12359
Berlin
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| Architekt: | Bruno Taut, Martin Wagner |
| Stil: | Klassische Moderne |
| Buch: | Cobbers, Arnt: Architekturführer. Die 100 wichtigsten Berliner Bauwerke. Jaron Verlag![]() |
| Nahverkehr: | Bus:
Onkel-Herse-Str. (Berlin): 171, N7
Blaschkoallee (Berlin) (U): 170 Buschkrug (Berlin): 170, 171, N7 Haarlemer Str. (Berlin): 170 U-Bahn:
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