Direkt zum Inhalt der Seite springen
Orte » Sehenswürdigkeiten

Ernst-Reuter-Platz


Der 1953 nach dem Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter (1889-1953) benannte Verkehrsknotenpunkt im Bezirk Charlottenburg wurde zuvor lange Jahre als "Knie" bezeichnet, da der kilometerlange gerade Straßenzug zwischen dem ehemaligen Stadtschloß und dem Schloß Charlottenburg an dieser Stelle einen Knick aufweist. Sein heutiges Aussehen erhielt der Platz Ende der 50er Jahre: Die Architekten Bernhard Hermkes und Werner Düttmann legten ihn als einen der größten und verkehrsreichsten Plätze der Stadt mit Bürobauten um eine Mittelinsel mit Wasserspielen an. Doch zeigte sich das große, rondellartige Oval trotz der großzügigen Bemessungen der zunehmenden Verkehrsdichte nicht gewachsen und mußte in der Folgezeit mehrfach umgebaut werden.

Die Platzidee entspricht einem Gedanken, den Ludwig Mies van der Rohe bereits in den 20er Jahren für den Alexanderplatz vorgeschlagen hatte: Eine Verkehrsinsel wird von lose gruppierten Einzelbauten umstellt, die aber keine Platzwand bilden; der offene Stadtraum sollte dem modernen Weltstadtverkehr entsprechen. Ehemals ob seiner Modernität bewundert, gilt der Ernst-Reuter-Platz heute als Beispiel eines autogerechten "Nicht-Platzes".

Bereits vor der Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes war 1955-59 nach Plänen von Willy Kreuer an der Südostseite das Institut für Bergbau der Technischen Universität (TU) errichtet worden, vor dem sich seit 1963 die Freiskulptur "Wachsende Flügel" von Karl Hartung befindet. 1956/57 entstand im Nordwesten das von Bernhard Hermkes entworfene "Osramhaus", in dem sich heute die Hauptverwaltung der Eternit-AG befindet; 1960 folgten der parallel zum Eternit-Haus verlaufende Hochhaustrakt nach Plänen von Gustav Müller und Franz Heinrich Sobotka sowie auf der Westseite das heute von der TU genutzte Telefunken-Hochhaus von Paul Schwebes und Hans Schoszberger auf "brikettförmigem" Grundriß, dessen elegante Form sich an die Proportionen des Mailänder Pirelli-Hochhauses anlehnt. Seine Fassade wird von je vier Stützen geprägt, die sich nach oben verjüngen. Auf der Südseite wurden 1961 nach Plänen von Rolf Gutbrod das IBM-Gebäude und 1972 das Raiffeisenhaus von Hans Gerber und Otto Risse sowie 1972-75 das zur Bismarckstraße überleitende Bürogebäude von Bernhard Binder erbaut. Der Fachbereich Architektur der Technischen Universität erhielt 1968 an der Nordseite des Platzes ein Gebäude nach Plänen von Hermkes, das 1970 um einen Anbau für das Institut für Städtebau von Hans Scharoun erweitert wurde. Als plastische Erinnerung an den Namenspatron des Platzes steht seit 1961 vor der Architektur-Fakultät die von dem Bildhauer Bernhard Heiliger geschaffene Skulptur "Flamme".

Ein Streitobjekt der besonderen Art bildet seit einigen Jahren das von Werner Düttmann entworfene Wasserbecken mit 41 Fontänen im Zentrum der Anlage, der derzeit zu verfallen droht, weil sich weder die Stadt noch private Unternehmer für die Wartung verantwortlich fühlen. Nachdem unter anderem Reuters Sohn Edzard im Falle eines fortgesetzten Verfalls mit dem Rückzug des Platznamens gedroht und sich eine Reihe Kulturschaffender für den Erhalt des Brunnens eingesetzt hatten, konnten die Fontänen im Sommer 1998 auf Betreiben der Berliner "Brunnenpatin" Isolde Josipovici für kurze Zeit wieder in Betrieb genommen werden. Eine Entscheidung über die Zukunft des vor allem während der Love-Parade stark frequentierten Beckens steht noch aus.

Eigene Erfahrungen

Sie waren schon am Ernst-Reuter-Platz, haben vielleicht sogar Fotos gemacht? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat! Auf Berliner.de. mehr »

( Text: berlin.de )
Adresse: Ernst-Reuter-Platz
Ernst-Reuter-Platz
10587  Berlin
Architekt: Bernhard Hermkes, Werner Düttmann

Nahverkehr

U-Bahn
Bus

Das Wetter

Wetterlage Gewitter
14°C / 19°C
Weitere Aussichten…

Berlin entdecken

Berlin Touren
Touren, Spaziergänge, Dampferfahrten, Stadtrundfahrten und mehr »

Adagio Aparthotels

Accor - Aparthotel Adagio
Moderne und trendbewusste Aparthotels. Sich wohlfühlen, unabhängig sein und individuellen Freiraum genießen – auch in Berlin. mehr »

Das Touristenticket

Berlin WelcomeCard
Berlin erleben und sparen mit der Berlin WelcomeCard! Freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Rabatte bis zu 50%. mehr »

Geführte City-Radtouren 

Berlinonbike.de
Berlin on Bike bietet komfortable Leihräder und täglich geführte Radtouren: Mauertour, Oasen der Großstadt... mehr » 

Suite Novotel in Berlin

Accor - Suite Novotel Berlin
Hotel oder Apartment? Übernachten Sie clever, innovativ und individuell. Flexibles Wohnen und Wohlfühlen. mehr »

Kultur & Tickets 

Staatsballett Berlin "OZ - The Wonderful Wizard"
Events, Konzerte, Ausstellungen und mehr » 

Berlin.de auf Facebook 

Facebook
Werden Sie Fan von Berlin.de, dem offiziellen Stadtportal der Hauptstadt Deutschlands. mehr »