An diesem Ort wurde und wird Theatergeschichte geschrieben. So pathetisch ist das. Das weltberühmte, ehemalige Peter-Stein-Theater ist inzwischen in der Hand von ein paar jungen Regisseuren, die sich vorgenommen haben, den lange negierten Schaubühnen-Untertitel „zeitgenössisches Theater“ erneut mit Inhalt zu füllen. Und das meist heftig. „Von den individuell-existentiellen und gesellschaftlich-ökonomischen Konflikten des Menschen in dieser Welt“ wollen der Regisseur Thomas Ostermeier und der Dramaturg Jens Hillje, die jungen künstlerischen Leiter, erzählen.
Mit Ostermeier und der Choreographin Sasha Waltz übernahmen 1999 zwei Shootingstars der Theater- respektive Tanzszene die Leitung.
Gegründet wurde sie 1962 am Halleschen Ufer, 1970 kam Peter Stein mit seinen Schauspielern aus Bremen, und damit brach die glänzende Zeit des Theaters an: Jede Inszenierung eine ästhetische Errungenschaft. Als die Räume am Halleschen Ufer zu eng wurde, zog das Ensemble 1981 in den Mendelssohnbau am Lehniner Platz. Das Haus verfügt nun über drei Säle, die unabhängig voneinander aber auch gemeinsam genutzt werden können. 1985 verließ Stein die Schaubühne, seine Nachfolger Luc Bondy und Jürgen Gosch verwalteten mehr den Mythos, als dass sie an die alte Klasse heranreichten. Ihnen folgte 1992 Andrea Breth als neue künstlerische Leiterin. Mit ihren Inszenierungen von Ibsens „Hedda Gabler“ und Tschechows „Möwe“ sorgte sie für vieldiskutierte, aber auch umstrittene Glanzlichter in der Berliner Theaterszene.
Nach Breths Abgang dümpelte das Haus führungslos vor sich hin, bis Ostermeier und Waltz das Haus übernahmen. Programmatisch machten sie Tanz und Schauspiel zu gleichberechtigten Partnern und entstaubten das fast vergessene Mitbestimmungsmodell der Schaubühne. „Für uns ist das utopische Moment des Theaters die Idee des Ensembles“, erklären sie. Die Utopie hielt nur fünf Jahre, Sasha Waltz arbeitet mit ihrer Compagnie nun wieder frei. Ihre Schaubühnen-Inszenierungen sind gleichwohl im Repertoire geblieben. Aber auch das Schauspiel hat inzwischen ihre Stars: Jule Böwe, Katharina Schüttler, Stipe Erceg. Und mitunter taucht auch die eine oder andere Schauspielgröße der „alten“ Schaubühne wieder am Lehniner Platz auf: Tina Engel etwa oder Jutta Lampe.
| Adresse: |
Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
10709
Berlin
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| Telefon: | 030 89 00 23 |
| Internet: | www.schaubuehne.de |
| Nahverkehr: | U-Bahn:
U Adenauerplatz: U7
Bus:
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