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Maxim Gorki Theater

Im kleinsten der Berliner Staatstheater ist mächtig viel los. Das Motto lautet: Stars, Stücke, Nachwuchs – und Mut zum Experiment

Armin Petras verlor keine Zeit. Der Intendant begann im Herbst 2006 seine erste Gorki-Spielzeit mit einem beachtlichen Premierenmarathon: zehn Inszenierungen in zwei Tagen! Damit machte er sogleich klar, dass ein frischer Wind durch die Gemäuer der alten Singakademie wehen sollte – und weht. Denn die Produktionswut ging weiter: Gut 40 Premieren in nur einer Saison, 558 Vorstellungen. Wo Gorki draufsteht, ist nicht unbedingt Gorki drin: Statt mit dem Begründer des sozialistischen Realismus in Russland profiliert sich das kleinste der Berliner Staatstheater mit 440 Plätzen lieber mit heutigen Autoren, aktuellen Themen und Berliner Stoffen.

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„Ein Theater der Schauspieler“ zu sein, darauf legt man großen Wert. Die Pflege des kleinen Ensembles und zugleich die Entdeckung neuer Talente ist deshalb Programm. Letzteren dient vor allem die zweite Spielstätte, das knapp 100 Zuschauer fassende Gorki Studio, als Profilierungsstätte. Dazu hat das Gorki Theater eine besonders schöne Adresse. Es liegt mit seiner klassizistischen Fassade am Boulevard Unter den Linden, gleich hinter der Neuen Wache. Zwischen 1823 und 1827 nach Entwürfen von Schinkel als „Berliner Singakademie“ errichtet, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, diente es nach dem Wiederaufbau seit 1946 dem „Haus der Kultur der Sowjetunion“ als Theatersaal. Auf der Bühne standen unter anderem Ernst Busch, Olga Tschechowa und Heinz Rühmann. 1952 erhielt das Haus seinen heutigen Namen. Und wo Gorki draufstand, war damals auch Gorki drin.

Dem auch als Dramatiker unter dem Namen Fritz Kater wirkenden Theatermann Armin Petras gelingt heute mit seinem ausgewogenen Mix aus Klassikerinszenierungen und Experimenten entgegen manch düsterer Prophezeiung ein Zuschaueranstieg von knapp zehn Prozent. Und eine der Eröffnungsinszenierungen seiner Intendanz, nämlich Goethes „Leiden des jungen Werther“ in der Regie von Jan Bosse, erhielt sogleich die Weihe durch die Einladung zum „Theatertreffen“. Als Lotte brilliert darin Fritzi Haberlandt. Die Verpflichtung des vielgelobten Schauspiel-Stars an das kleine Stadttheater gehört denn auch zu den Coups des Armin Petras.

Adresse: Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2
10117  Berlin
Telefon: 030 202 21 115
Internet: www.gorki.de
Nahverkehr:
Tram:
Bus:
Lustgarten: 100, 200, N2
S Hackescher Markt: N2, N40, N42, N5, N65, N8
Staatsoper: 100, 200, N2, TXL
S-Bahn:
S Hackescher Markt: S3, S5, S7, S75

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