Na bitte, das ist doch schon mal ein Superlativ: Europas größtes Revue-Theater. Und dann noch gleich einer hinterher: längste Girlreihe der Welt. Dazu kommen noch ein paar männliche Tänzer. 60 Tänzerinnen und Tänzer umfasst das Ensemble insgesamt. Über 300 Menschen arbeiten auf und hinter der Bühne: Tänzerinnen, Musiker, Artisten, Toningenieure, Kulissenbauer, Beleuchter, Verwaltungspersonal.
Alle arbeiten daran, Abend für Abend dem Publikum in dem Saal mit 1.895 Plätzen eine Show zu bieten, in der sich aus den Elementen Ballett, Musical und Artistik ein opulentes Spektakel ergibt. Das ganze Haus ist ein Wunderwerk der Technik. Nichts ist unmöglich, was der Künstlerseele einfällt. Auswechselbares Wasserbecken? Kein Problem, längst installiert. Eisfläche? Oder Zirkusmanege? Alles möglich. Dazu und Achtung!, hier kommt noch ein Superlativ: Die größte Laseranlage Europas. Erbaut und eröffnet wurde das Revuetheater noch zu DDR-Zeiten.
1984 war die Eröffnung des Hightech-Stolzes der leichten Muse am heutigen Standort. Doch als Etablissement des Showbiz blickt das einzige Revuetheater Deutschlands auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Nicht weit vom jetzigen Standort nahm der Friedrichstadt-Palast 1867 seinen Ursprung: Auf das Gelände neben dem heutigen Berliner Ensemble, eine ehemalige Markthalle, zog der Markthallen-Circus, der 1873 eröffnete. Der Zirkusbetrieb lief bis 1919, als Max Reinhardt das Gebäude als Dependance seines Deutschen Theaters erwarb. Er verpasste ihm einen neuen, klangvolleren Namen: Großes Schauspielhaus. Es wurde durch monumentale Ausstattungsrevuen berühmt. 1941 war vorerst Schluss, die Nazis schlossen das Haus. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ging es weiter mit artistischen Nummernprogrammen. Nun firmierte das Haus als Friedrichstadt-Palast. In den folgenden Jahrzehnten fand manch internationaler Künstler wie Louis Armstrong, Gilbert Bécaud und Ella Fitzgerald dort seinen Ostberliner Auftrittsort.
Unter der Intendanz Alexander Iljinskijs gelang es dem Revue-Theater, wohlbehalten durch die Wirren der Wende zu kommen. Von 2004 bis 2007 lag die künstlerische Leitung des Theaters in den Händen von Thomas Münstermann, der „mit Tanz, Glanz und Eleganz” die Revue mehr Richtung Theater trimmte. Das ging schief. Nachfolger Berndt Schmidt besinnt sich auf die „Glanzlichter der Revue“ und bringt mit dem Showgewitter „Qi – Eine Palastphantasie“, wie der Tagesspiegel schreibt, „Berlin hat endlich die Revue, die es verdient“.
| Adresse: |
Friedrichstadt-Palast
Friedrichstr. 107
10117
Berlin
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|---|---|
| Telefon: | 030 23 26 23 26 |
| Internet: | www.friedrichstadt-palast.de |
| Nahverkehr: | U-Bahn:
Bus:
Tram:
S-Bahn:
S Oranienburger Str.: S1, S2, S25 |

