Intendant Claus Peymann hat eine Vision. Er will „Theaterspielen gegen den Zeitgeist, verbunden durch eine gemeinsame politische und ästhetische Idee“. Nun, mit einer ähnlichen Vision startete das Berliner Ensemble (BE) schließlich seine Karriere, die es weltbekannt machen sollte. Ein Name ist damit maßgeblich verbunden: Bertolt Brecht.
Der Gründer des BE machte das Theater am Schiffbauerdamm zum legendärsten in Berlin. Hier wurde 1928 die
„Dreigroschenoper“ uraufgeführt, mit der Brecht über Nacht berühmt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er mit dem 1949 von ihm und Helene Weigel gegründeten Berliner Ensemble an den Schiffbauerdamm, wo er Modellinszenierungen seiner eigenen Werke entwickelte.
An die Ära Brecht will Claus Peymann also gerne anknüpfen. Vorwiegend zeigt der streitbare Regisseur und Intendant allerdings bis zu zwanzig Jahre alte Wiederaufnahmen, „Musterexponate des Museums für politisches Theater“ (Fachblatt „Theater heute“). Aus Wien hat sich Peymann seinen Lieblingsdramaturgen Hermann Beil mitgebracht. Gemeinsam zeigen sie nun auch am Schiffbauerdamm gern Stücke österreichischer Autoren wie Elfriede Jelinek, Thomas Bernhard oder Peter Handke.
Brecht gehörte allerdings nie zu den Favoriten des neuen künstlerischen Direktors am Schiffbauerdamm. Auch für Heiner Müller, der in den 90er Jahren Intendant am BE war, sieht es nicht gut aus, denn dessen Stücke kann Peymann überhaupt nicht leiden. Sein Konzept eines Theaters als Speerspitze der Aufklärung findet sich natürlich in guter Tradition mit dem alten Brecht-Theater. Wenngleich dieser Habitus anmutet wie aus einer anderen Zeit herüber gerettet.
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Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117
Berlin
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| Internet: | www.berliner-ensemble.de |
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