Sonntagsmusik 2018

18.11.2018

Mit der Sonntagsmusik knüpft die Musikschule Fanny Hensel in Kooperation mit der Mendelssohn-Gesellschaft an eine Konzertform an, die im Hause der Familie Mendelssohn ein lange Tradition hatte und von Fanny Hensel wesentlich mitgeprägt wurde.

Plakat Sonntagsmusik 2018
Bild: MS Fanny Hensel

Über 20 Jahre hinweg veranstalteten die Mendelssohns in ihren Privaträumen die Sonntagsmusiken.

Zunächst von den Eltern ins Leben gerufen um den begabten Kindern Felix und Fanny ein Podium zu bieten, entwickelten sie sich später in den 30er Jahren des 19. Jh. unter der Leitung von Fanny Hensel zu einer spezifisch mendelssohnschen Form von Konzerten. Vom familiären Ambiente geprägt, nahmen sie in den späteren Jahren durchaus einen halb-öffentlichen Charakter an. An Sonntag- Vormittagen zwischen 11 und 12 Uhr beginnend, erklangen Werke der alten Meister, vorzugsweise Bach, aber auch zeitgenössische Kompositionen der beiden Geschwister. Fanny stellte das Programm zusammen, probte mit den MusikerInnen und saß bei den Aufführungen am Klavier.

Bei den Berliner Musikliebhabern genossen die Sonntagskonzerte, nicht zuletzt durch ihre hohe Qualität der musikalischen Darbietungen, einen sehr guten Ruf. Man rechnete es sich als Ehre an eingeladen zu sein.

Viele berühmte Zeitgenossen, Maler und Bildhauer, Architekten und Wissenschaftler, Musiker*innen und Schauspieler*innen waren zu Gast bei den Mendelssohns.

Zum Thema der diesjährigen Matinee:
Der junge Felix Mendelssohn Bartholdy wurde in seinen Kinder- und
Jugendjahren von seinen Zeitgenossen mit Wolfgang Amadeus Mozart
verglichen. Sein musikalisches Genie sei ebenso vollkommen ausgeprägt in
der Kindheit.
Genies – insbesondere musikalische – fallen nicht vom Himmel, sie brauchen
eine sie fördernde Umgebung. Häufig spielen hierbei die Eltern die größte
Rolle.
Lea Mendelssohn Bartholdy stammte aus einer hochmusikalischen
weitverzweigten Familie. Bereits ihre Großeltern, der Hofbankier Daniel Itzig
und seine Frau Miriam, legten großen Wert auf eine gründliche kulturelle und
musikalische Erziehung ihrer 15 Kinder. Von Bella Salomon, einer der Töchter
der Itzigs und Mutter von Lea, wissen wir, dass sie Musikunterricht von
Johann Philipp Kirnberger, einem Schüler Johann Sebastian Bachs, erhielt. Die Tradierung
der Werke Bachs gelangte so bis zu Fanny Hensel und Felix Mendelssohn
Bartholdy.
Von Lea erhielten ihre Kinder den ersten Klavierunterricht. Sie kümmerte sich
gemeinsam mit ihrem Mann Abraham Mendelssohn Bartholdy um deren
Schulbildung und Ausbildung bei Privatlehrern, auch Sport- und
Schwimmunterricht setzte sie auf den Stundenplan.
Leas Interesse galt dem geistig-kulturellen Leben ihrer Zeit. Sie besuchte
unzählige Konzerte, Theater- und Opernaufführungen. Literatur und Bildende
Kunst gehörten zu ihrem Leben.
Sie führte ein großes Haus in der Leipziger Str. 3, damit waren sowohl
Verpflichtungen als Dame der Gesellschaft verbunden als auch die Leitung
eines umfangreichen Haushaltes.
Einige Beispiele aus ihren Briefen sollen einen kleinen Einblick in das
interessante Leben Lea Mendelssohn Bartholdys vermitteln.

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Sonntagsmusik – eine Matinee in Text und Musik
Mitwirkende:
Schüler*innen und Dozent*innen der Musikschule Fanny Hensel
Textauswahl: Marlene Weller, Mendelssohn-Gesellschaft
Koordination: Markus Wenz

So., den 18.11.2018, 11 Uhr
Mendelssohn-Remise
Jägerstr. 51, 10117 B-Mitte

Eintritt: 10 / 5 Euro

Reservierung: reservierung@mendelssohn-remise.de

Tel.: (030) 817047-26 – Fax: (030) 817047-27

Eine Kooperationsveranstaltung von Musikschule Fanny Hensel und Mendelssohn-Gesellschaft Berlin e. V. mit Unterstützung durch Steinway & Sons Berlin

Website der Mendelssohn-Gesellschaft

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