»Ich hab gezeichnet, da ist aller Kummer verflogen.« Beatrice Zweig (1892-1971)

Ausstellung vom 21.06.bis 05.11.2017
Museum Pankow – Strandort Heynstraße

Bildvergrößerung: Beatrice Zweig, Palästina, 1938
Beatrice Zweig, Palästina, 1938
Bild: Akademie der Künste, Berlin

Im Nachsatz eines Briefes an ihre Freundin Helene Weyl schreibt Beatrice Zweig im Februar 1923: „Ich hab ge­zeich­net, da ist aller Kummer verflogen“. Was die Malerin Anfang der 1920er Jahre bezüglich konkreter familiärer Sorgen und fehlender Zeit für ihre künstlerische Selbstverwirklichung formuliert, kann als Lebenslosung der Künstlerin gelten. Als Anfang der 1930er Jahre endlich Zeit ist, stürzt sich Beatrice voller Enthusiasmus in ihre künstlerische Ausbildung. Statt vor Gram über eine Ehekrise zu verbittern, fährt sie Ende 1932 nach Paris und malt. Aus Deutschland ins Exil nach Palästina geflohen, findet sie in den hellen Farben des Landes Inspiration, stellt ihre Werke aus und behält so, trotz aller Ängste und materieller Schwierigkeiten, ihre Lebenslust. An der Rück­kehr nach Deutschland, in das Land der Mörder der europäischen Juden und ihrer Angehörigen, zerbricht sie fast. Erst als sie wieder mit dem Malen beginnt, stabilisiert sie sich und schafft es schließlich langsam, in Berlin-Pankow Fuß zu fassen. Die Wahr­nehmung der Künstlerin Beatrice Zweig war lange Jahre vom Etikett „Frau des Schrift­stellers Arnold Zweigs“ überdeckt. Die Ausstellung kratzt erst­mals an der dicken Schicht dieser tradierten Zuschreibung und gibt den Blick auf eine außer­gewöhnliche und selbst­bestimmte Persönlich­keit frei. Sie führt in das Leben der unange­pass­ten Künstlerin ein, die auch, aber nicht nur die engste Gefährtin des berühmten Literaten war. Ausgewählte Werke der Malerin, die seit Jahren unangetastet in den Archiven der Akade­mie der Künste und bei privaten Leihgebern lagen und weitere biographische Quellen und Selbst­zeugnisse, sind in den nächsten Monaten im Museum Pankow für die Öffent­lichkeit zugänglich.

Eine Ausstellung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, FB Museum in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten und dem Frauenbeirat Pankow und der freundlichem Unterstützung durch die Akademie der Künste, Berlin.

Bildvergrößerung: Beatrice Zweig: Blühender Flieder
Bild: Leihgabe / privat

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 20.06.2017, 19.30 Uhr
Grußworte sprachen Bezirksbürgermeister Sören Benn und für den Frauenbeirat Pankow die Gleichstellungsbeauftragte Heike Gerstenberger, auf dessen Anregung das Museum Pankow die Ausstellung zu der ungewöhnlichen Persönlichkeit und Malerin Beatrice Zweig vorbereitet hat.

Pressemitteilung vom 13.06.2017

Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung: Beatrice Zweig

PDF-Dokument (1.5 MB)

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Dienstag, 29.08.2017, 18.00 Uhr
Gesprächsrunde mit den privaten Leihgebern der in dieser Ausstellung gezeigten Werke von Beatrice und darüber, wie sie zu den Werken von Beatrice kamen, darunter das Ehe­paar Wieland und Herr Frank Jastram, dem Sohn der lang­jährigen Sekretärin im Hause Zweigs, Ilse Lange.

Sonntag, 24.09.2017, 16.00 Uhr
Kuratorinnenführung mit Dr. des. Maren Jung-Diestelmeier

Dienstag, 17.10.2017, 18.00 Uhr
»Künstlerinnen im Exil – zwischen Kreativität und Überlebenskampf«
Vortrag von Magda Geisler

Sonntag, 10.12.2017, 11.00 Uhr
Finissage und Buchvorstellung
Begleitband zur Ausstellung, 96 Seiten/98 Abbildungen, 8,70 €
(Erhältlich im Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin)
Eine Veröffentlichung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, FB Museum in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten, dem Frauenbeirat Pankow und der Akademie der Künste, Berlin