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Zwischentöne

Geschichten aus 65 Jahren öffentlicher Musikschule in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee

Sonderausstellung vom 26.10.2012 bis 31.03.2013
Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Eine Kooperation des Fachbereichs Museum mit dem Fachbereich Musikschule Béla Bartók.

Elisabeth Fritzsche, Gesangslehrerin und Leiterin der Musikschule Prenzlauer Berg, o. J.
Elisabeth Fritzsche, Gesangslehrerin und Leiterin der Musikschule Prenzlauer Berg, o. J.

Im Bezirk Pankow trägt die kommunale Musikschule seit dem Jahr 2007 den Namen Béla Bartók. Das fünfjährige Jubiläum dieser Namensgebung bot Anlass, einen genaueren Blick auf die insgesamt 65-jährige Musikschul­geschichte in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee zu werfen. Die Gründung der ersten Musikschule nach dem Kriege im sowjetischen Sektor Berlins im Jahre 1947 fand in den Räumlichkeiten des heutigen Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner in Prenzlauer Berg statt. In den Jahren 1962 und 1975 folgten Musikschulgründungen in den Stadt­bezirken Pankow und Weißensee. Alle drei Musik­schulen im Nord­osten Berlins erlebten eine hürdenreiche Anfangs­zeit und die Lehrer waren neben ihrem Unter­richt zudem mit vielfältigen gesell­schaft­lichen Aufgaben betraut. Gegen­stand der Aus­stellung waren neben einer Charakterisie­rung der verschie­denen Standorte die Geschichten, die ehe­malige und heutige Schüler, Lehrer, Leiter und Angehörige der Musik­schulen in Film­sequenzen erzählen. Zu einem deutlichen Einschnitt in der Geschichte der Musik­schulen führten die Ereignisse von 1989/90. Den umwälzen­den Verände­rungen durch die Auf­lösung der DDR und die deutsche Wieder­vereinigung, die auch für die Musik­schulen eine Zeiten­wende bedeuten, ist ein eigener Abschnitt der Ausstellung gewidmet. Ein ab­schließender Ausstellungs­teil beschreibt die Entwicklung der Bezirks­schulen nach der Bezirks­fusion im Jahre 2001 und die aktuellen, vielfältigen musikali­schen Aktivitäten, darunter die Unter­stüt­zung konkreter Hilfs­projekte der Musik­schule Béla Bartók. Begleitend lud Museum und Musikschule während des Ausstellungs­zeit­raumes zu insgesamt neun öffent­lichen Vorspielen ein.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Musikhaus Fechner.

Sonderausstellung zu öffentlichen Musikschulen in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee; Pressemitteilung vom 12.10.2012

Einladung zur Ausstellungseröffnung: Zwischentöne

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Folder zur Ausstellung: Zwischentöne

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Begleitveranstaltungen

Vorspiele mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Musikschulstandorte
Veranstaltungsort: Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

01.11.2012, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Prenzlauer Berg
Gemischte Musizierstunde

15.11.2012, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Pankow
Streichervorspiel

29.11.2012, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Weißensee
Vorspiel Klarinettenquartett und Querflötenensemble

13.12.2012, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Pankow
Gemischte Musizierstunde

10.01.2013, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Weißensee
Schüler der Studienvorbereitenden Ausbildung und der Begabtenförderung

24.01.2013, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Prenzlauer Berg
Gemischte Musizierstunde

14.02.2013, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Prenzlauer Berg
Gemischte Musizierstunde

28.02.2013, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Weißensee
Vorspiel Fachgruppe Tasteninstrumente

14.03.2013, 18.30 Uhr | Musikschulstandort Pankow
Vorspiel Fachgruppe Zupfinstrumente

Foldertext

Sage mir, welche Musik du hörst, und ich sage dir, wer du bist. Musik unter­scheidet und verbindet uns. Musik kann Unterhaltung, Ausdrucksmittel, Nahrung, ja Lebens­elixier sein. Musik hören können wir fast alle. Selbst zu musizieren ist dagegen eine Fähig­keit, die in der Regel eine intensive Aus­bildung voraussetzt, wie sie zum Beispiel die örtlichen Musik­schulen anbieten. Im neu­gebildeten Bezirk Pankow trägt die kommunale Musik­schule seit dem Jahr 2007 den Namen Béla Bartók. Das fünfjährige Jubiläum dieser Namens­gebung bietet Anlass, einen genaueren Blick auf die insgesamt 65-jährige Musik­schul­geschichte in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee zu werfen.

Die Gründung der ersten Musik­schule im sowjetischen Sektor Berlins fand 1947 in den Räumen des heutigen Kultur- und Bildungs­zentrums Sebastian Haffner in Prenzlauer Berg statt. In den Jahren 1962 und 1975 folgten Gründungen in den Stadt­bezirken Pankow und Weißensee. Im Gegensatz zur anfänglichen Praxis durfte seit den 1950er Jahren nicht mehr jeder Unter­richt erhalten: Musikalische Begabung war nun Voraus­setzung und Kinder von Arbeitern und Bauern hatten Vorrang. Im Interesse der Aus­bildung von Berufs­musikern wurden analog zu den allgemein­bildenden Schulen Zensuren und Leistungs­kontrollen Bestand­teil des Unter­richts. In Pankow befand sich auch die Bezirks­musik­schule, die alle Musik­schulen in Ost­berlin kontrollierte und die Begabten­förderung betrieb.

Das musikalische Leistungs­niveau spiegelte sich in dem 1977 gegründeten Gemein­schafts­orchester der Berliner Musik­schulen wieder, das auf vielen Ost­berliner Bühnen gastierte.

Alle drei Musikschulen im Nordosten Berlins erlebten eine hürden­reiche Anfangs­zeit. Die Lehrer waren neben ihrem Unter­richt mit vielfältigen gesell­schaft­lichen Aufgaben betraut, wozu auch der schwierige Bezug von Instrumenten gehörte.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Geschichte der einzel­nen Musik­schul­stand­orte. In Film­sequenzen und Audio­aufnahmen kommen zudem ehemalige und heutige Schüler, Lehrer und Leiter der Musik­schulen mit ihren ganz persön­lichen Erinnerungen zu Wort.

Die Ereignisse von 1989/90 bedeuteten auch für die Musik­schulen einen deut­lichen Ein­schnitt, eine Zeiten­wende. Den Um­wälzungen, welche die Auf­lösung der DDR und die deutsche Wieder­vereinigung für die Musik­schulen mit sich brachten, ist deshalb ein eigener Ab­schnitt der Aus­stellung gewidmet.

Die Nachfrage nach Musikschul­unterricht war nach 1990 enorm. Allein im Bezirk Pankow stiegen die Schüler­zahlen von 411 im Jahre 1989 auf 1.200 zu Beginn der 1990er Jahre. Zensuren standen von nun an nicht mehr im Vorder­grund. Statt­dessen erweiterte sich das Noten­repertoire und der Aufbau eines eigenen Jazz-Rock-Pop- und Tanz-Bereiches wurde möglich. Gemeinsam mit den Beschäftigten bemühten sich die neu­geschaffenen Schüler- und Eltern­vertretungen, bewährte Strukturen zu erhalten und vor allem die Notwendig­keit haupt­amtlicher Musik­schul­lehrer zu verteidigen.

Ein abschließender Ausstellungsteil beschreibt die Entwick­lung der Musik­schulen nach der Bezirks­fusion im Jahre 2001 und die aktuellen, viel­fältigen musikali­schen Aktivitäten, darunter die Unter­stützung konkreter Hilfs­projekte der Musik­schule Béla Bartók.