Veranstaltungen im Jahr 2005

Der Berliner Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und das Institut für Zeitgeschichte München (IfZ), Abteilung Berlin:

Veranstaltungsreihe:

Zwischen Krieg und Frieden
Die deutsche Gesellschaft unter alliierter Besatzung 1945-1949

Mit dieser Reihe wollen wir an die unmittelbare Nachkriegszeit, an die Lebensbedingungen und an die unterschiedliche Politik der Besatzungsmächte erinnern, die nachhaltig das weitere Leben der Menschen in den jeweiligen Besatzungszonen bestimmte.
Sachkundige Historiker werden jeweils einzelne Aspekte der Besatzungspolitik – von der Entnazifizierung bis zur Demontage, von der Integration der Vertriebenen bis zur Kulturpolitik – darstellen und Sie anschließend zu einer vergleichenden Diskussion einladen. Wir denken, dass sich gerade mittels eines vergleichenden Ansatzes die Konturen des sich in der SBZ entwickelnden diktatorischen Regimes markant sichtbar machen lassen.

9. Februar 2005

Eröffnung der Reihe mit dem Film

“Irgendwo in Berlin”

Buch/Regie: Gerhard Lamprecht, DEFA 1946

Die Bilder dieses 1946 in Berlin gedrehten Films machen anschaulich, zu welcher Zerstörung der 2. Weltkrieg in Berlin geführt hat.

9. März 2005

Erinnerungen an Kriegsende und Besetzung

Lesung aus Tagebüchern und Gesprächsrunde mit Zeitzeugen

Moderiert von der Journalistin Elfi Siegl werden folgende Damen und Herren ihre Erfahrungen mit den in Deutschland einrückenden Truppen der Alliierten schildern:

  • Gisela Mießner
    Jg. 1925, ihr Vater wurde als Jude von den Nazis verfolgt. Sie erlebte den Einmarsch der Roten Armee in Berlin als Befreiung. Doch bald erlitt ihre sozialdemokratische Familie neue Repressalien.
  • Hermann Kreutzer
    Jg. 1924, aufgewachsen in einer sozialdemokratischen Familie in Saalfeld/Thüringen. Am 15. März 1945 wurde er von den Amerikanern beauftragt, sich um die Ernährung der Bevölkerung in Südostthüringen zu kümmern.
    Seit dem 1. Juli 1945, als Mitarbeiter der Kommunalverwaltung, Zusammenarbeit mit der sowjetischen Militäradministration. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD enge Kontakte zum Ostbüro der SPD. Am 4. April 1949 wurde er mit Familienangehörigen vom NKWD verhaftet und zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt.
  • Jonny Markschiess-van Trix
    Jg. 1920, geb. in Berlin. Von 1940 bis 1945 Soldat an der Ostfront, desertierte er in der Schlussphase der Kämpfe, lebte zunächst in Braunschweig und kehrte 1946 nach Berlin zurück.

13. April 2005

Die Besetzung und die Errichtung der Besatzungsverwaltungen

Westzonen: Dr. h.c. Hermann Graml (IfZ)
SBZ: Dr. Jan Foitzik (IfZ)

11. Mai 2005

Ziele und Ergebnisse der Entnazifizierung

Westzonen: Dr. Clemens Vollnhals (Hannah-Arendt-Institut Dresden)
SBZ: Dr. Alexander Sperk (Universität Halle)

8. Juni 2005

Aufnahme und Integration der Vertriebenen

Westzonen: MA Susanne Raillard (IfZ)
SBZ: Dr. Michael Schwartz (IfZ)

14. September 2005

Nachkriegswirtschaft zwischen Reparationen und Neuaufbau

Westzonen: Prof. Dr. Günther Schulz (Universität Bonn)
SBZ: Dr. Dierk Hoffmann (IfZ)

12. Oktober 2005

Überleben in der Rationengesellschaft

Westzonen: Dr. Ulrike Thoms (Freie Universität Berlin)
SBZ: Prof. Dr. Rainer Gries (Universität Wien)

9. November 2005

Kultur im Nachkrieg: Gesellschaftskritik oder Flucht aus der Wirklichkeit

Westzonen: Prof. Dr. Ernst Schumacher (Schwerin)
SBZ: Prof. Fritz Klein (Berlin)

2. Dezember 2005

Spielfilm “Berliner Ballade”

Deutschland 1948
Regie: R.A. Stemmle
Buch: G. Neumann
Mit: Gerd Fröbe und Tatjana Sais

Einführung: Paul Werner Wagner

3. Dezember 2005

Abschlusskolloquium:

Demokratie und Diktatur:
Aufbau zweier politischer Systeme

Westzonen: Prof. Dr. Manfred Görtemaker (Universität Potsdam)
SBZ: Dr. Hermann Wentker (IfZ)