Ausstellung des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
Die Bezirksverwaltung Berlin wächst
Auszug der Leitungsebene aus der alten Bezirksverwaltung in der Prenzlauer Allee am 05. 10. 1985; Foto: BStU
Leiter der BV (früher Groß-Berlin) des Ministeriums für Staatssicherheit
| 1950 - 51 |
Karl Kleinjung |
| 1953 |
Gerhard Hanisch |
| 1954 - 56 |
Hans Fruck |
| 1956 - 57 |
Martin Weickert, gleichzeitig Stellvertreter des Ministers |
| 1957 - 74 |
Erich Wichert |
| 1974 - 86 |
Wolfgang Schwanitz |
| 1986 - Ende |
Siegfried Hähne |
Siegfried Hähnel (l.) und Wolfgang Schwanitz
Siegfried Hähnel
1986 – 1989 Leiter der Bezirksverwaltung Berlin des MfS
Geb. am 09. 06. 1934 in Chemnitz, Vater Dreher
1952 Einstellung beim MfS, Abt. Ermittlung/Observation der Bezirksverwaltung Chemnitz
1952 SED
1953 - 1954 Einjahreslehrgang an der Schule des MfS Potsdam-Eiche
1954 HA IX (Untersuchungsorgan) des MfS Berlin
1956 - 1960 Fernstudium Kriminalistik an der Fachschule des MdI Aschersleben
1962 Leiter der Abt. IX der Verwaltung Groß-Berlin
1962 - 1966 Fernstudium Kriminalistik an der HU Berlin, Dipl.-Krim.
1974 Stellv. Operativ des Leiters der Verwaltung Groß-Berlin
1980 Promotion zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche
1986 Leiter der Bezirksverwaltung Berlin, Mitglied der SED-Bezirksleitung Berlin
1987 Generalmajor
Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden
1990 Entlassung
Wolfgang Schwanitz
1974 – 1986 Leiter der Bezirksverwaltung Berlin des MfS; Ende 1989 Leiter des Amts
für Nationale Sicherheit (AfNS)
Geb. am 26. 06. 1930 in Berlin, Angestelltenfamilie
1949 - 1951 Lehre als Großhandelskaufmann; FDJ, FDGB
1951 SED
ab 1951 Mitarbeiter des MfS
1954 Leiter der Kreisdienststelle Berlin-Pankow, dann Weißensee
1956 stellvertretender Leiter
1958 Leiter der Abt. II (Spionageabwehr) der Verwaltung Groß-Berlin
1960 - 1966 Fernstudium an der ASR Potsdam bzw. HU Berlin, Dipl.-Jur.
1966 stellv. Operativ des Leiters der Verwaltung Groß-Berlin
1973 Promotion zum Dr. jur. an der Juristischen Hochschule des MfS Potsdam, Thema: Bekämpfung feindlicher Erscheinungen unter Jugendlichen
1974 - 1986 Leiter der Bezirksverwaltung Berlin, Mitglied der SED-Bezirksleitung Berlin
1984 Generalleutnant
1986 - 1989 Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit
1986 - 1989 Kandidat des ZK der SED
ab 18. 11. 1989 Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS)
11. 01. 1990 Abberufung und Entlassung
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Die Linie XX der BV Berlin
MfS-Oberst Kurt Dohmeyer als Bischof, XX/4 – Überwachung Kirchen
Parallel zur Hauptabteilung XX des Ministeriums verfügten alle Bezirksverwaltungen des MfS entsprechend dem Linienprinzip über Abteilungen und Referate der Linie XX. Innerhalb der BV Berlin war die Abteilung XX von den operativen Abteilungen die personell stärkste Truppe. Die Hauptaufgaben dieser Linie drücken sich in den Referaten der Abt. XX aus:
<ul><li>Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der »Politisch-ideologischen Diversion« (PID) und der »Politischen Untergrundtätigkeit« (PUT)</li><li>Überwachung und Bekämpfung der Kirchen und Religionsgemeinschaften</li><li>Überwachung des Gesundheitswesens</li><li>Überwachung der Humboldt-Universität</li><li>Überwachung kultureller Einrichtungen und Vereinigungen</li><li>Überprüfung von Reise- und Auslandskadern</li><li>Aufklärung und Abwehr von Kontakten zur Bundesrepublik und West-Berlin</li><li>Zurückdrängen von Übersiedlungsersuchen in die Bundesrepublik</li><li>Sicherung staatlicher Organe.</li></ul>
Als operative Einheit des MfS führte die Abt. XX eine Vielzahl inoffizieller Mitarbeiter unterschiedlichster Kategorien – die Hauptwaffe des MfS. Die von der Linie XX erfassten Personen wurden in sogenannten »Operativen Vorgängen« (OV) oder »Operativen Personenkontrollen« (OPK) bearbeitet. Besonders eng war die Zusammenarbeit mit der Abt. IX, die für alle vom MfS eingeleiteten Strafverfahren zuständig war.In Zusammenarbeit mit der Abt. IX wurde entschieden, ob es zweckmäßig war, gegen Oppositionelle nur mit Methoden der Zersetzung vorzugehen oder aber die gerichtliche Verurteilung einzuleiten.