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Aktuelle Projekte

Der Landesbeauftragte für Psychiatrie ist für Grundsatzfragen der Situation psychisch kranker Menschen und des Versorgungssystems sowie die Steuerung der Entwicklung des regionalisierten Pflichtversorgungssystems, aber auch für die Rahmenplanung, Qualitätssicherung und Dokumentationen zum Versorgungsgeschehen in Berlin verantwortlich.
Wir möchten Ihnen hier einige Schwerpunktthemen vorstellen, an denen gerade gearbeitet wird bzw. in der jüngeren Vergangenheit gearbeitet wurde.


Berliner Woche der Seelischen Gesundheit

Es gibt keine Gesundheit ohne seelische Gesundheit! Auch heute noch empfinden viele Menschen eine psychische Erkrankung (und dazu gehört auch die Abhängigkeit z. B. von Alkohol) als Makel, über den "man" nicht spricht. Die Betroffenen leiden häufig doppelt - unter der Erkrankung selbst sowie unter der Ausgrenzung durch ihre Umwelt. Um dies zu verhindern, ist es überaus wichtig, Sensibilität und Akzeptanz für seelisch erkrankte Menschen zu wecken.
Dabei sind psychische Erkrankungen viel weiter verbreitet als allgemein angenommen. Statistisch betrachtet erkranken jede zweite Frau und jeder dritte Mann im Laufe des Lebens an einer psychischen Störung. Diese Zahlen machen deutlich wie wichtig es ist, das Thema in den Fokus zu rücken.

Deshalb gibt es die Berliner Aktionswoche der Seelischen Gesundheit, die nach einem gelungenen Auftakt in 2007 und erfolgreichen Fortsetzungen in den vergangenen Jahren nun zu einer kontinuierlichen Einrichtung wird. Sie findet jedes Jahr im Oktober anlässlich des internationalen Tages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober statt.
Die Berliner Aktionswoche hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits über psychische Erkrankungen, über Möglichkeiten der Prävention und Therapie zu informieren und andererseits das Bewusstsein für den Wert der seelischen Gesundheit zu schärfen.
Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern an alle Berlinerinnen und Berliner.

8. Berliner Aktionswoche der Seelischen Gesundheit vom 10. bis 19. Oktober 2014

Die diesjährige Aktionswoche widmet sich dem Schwerpunkt "Psychisch krank und mittendrin?!".

Näheres erfahren Sie hier demnächst.

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GMK-Beschluss zum Bericht der Arbeitsgruppe Psychiatrie der AOLG zur Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgungsstrukturen in Deutschland

GMK-Bericht-Psychiatrie_2012

Die 85. Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat am 28. Juni 2012 einstimmig den dritten von der Arbeitsgruppe Psychiatrie vorgelegten Bericht zur „Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgungsstrukturen in Deutschland – Bestandsaufnahme und Perspektiven“ zur Kenntnis genommen.

Der Bericht, der dazugehörige Tabellenanhang sowie der Beschluss der Gesundheitsministerinnen und -minister dazu können mit den nebenstehenden Links als pdf-Dokumente heruntergeladen werden.

Der Bericht zeigt in seiner Bestandsaufnahme deutlich, dass mit der aus den Empfehlungen der Psychiatrie-Enquête von 1975 abgeleiteten Psychiatriereform ein bis heute ohne Beispiel gebliebener tiefgreifender Umbau der psychiatrischen Versorgung erreicht worden ist. Er zeigt aber auch, dass die Intentionen der Psychiatrie-Reform in Deutschland – insbesondere wenn es wie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Gerontopsychiatrie um komplexe Hilfebedarfe geht – noch nicht in allen wichtigen Dimensionen eingelöst worden sind.

Es werden Ansatz- und Handlungsschwerpunkte für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland identifiziert und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet.
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(GMK-Bericht-Psychiatrie_2012, 1.08 KB)
GMK-Psychiatrie-2012-Tabellenanhang

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(GMK-Psychiatrie-2012-Tabellenanhang, 558 KB)
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Broschüre "Psychiatrie in Berlin" Auflage 2011

Ab sofort ist die aktualisierte Broschüre "Psychiatrie in Berlin" in der deutschen Ausgabe und in sieben Fremdsprachen als Download verfügbar.
Die Broschüre beschreibt in kurzer und übersichtlicher Form die verschiedenen Hilfemöglichkeiten, die im Land Berlin zur Verfügung stehen, wenn ein Mensch psychisch erkrankt.
Außerdem bietet sie einen weitreichenden Überblick über die in den Berliner Bezirken vorhandenen Angebote.
In gedruckter Form liegt die aktuelle Fassung derzeit noch nicht vor.

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Sozialpsychiatrisches Beratungs- und Beschwerdemanagement in Berlin

In Berlin gibt es zahlreiche Hilfen und Möglichkeiten der Unterstützung und Behandlung für psychisch kranke Menschen bzw. Menschen in seelischen Krisen. Die verschiedenen Behandlungs- und Unterstützungsangebote umfassen ein großes Spektrum. Sie reichen von der Behandlung im Krankenhaus, ebenso bei niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten, den Sozialpsychiatrischen Diensten der Bezirksämter über Unterstützungen beim Leben in der eigenen Wohnung, in einem Übergangswohnheim oder einer therapeutisch betreuten Wohngemeinschaft bis hin zu niedrigschwelligen Angeboten. Diese gibt es z.B. in Kontakt- und Beratungsstellen oder auch beim Berliner Krisendienst.

Die Einrichtung eines Beratungs- und Beschwerdemanagements soll dazu dienen, die Qualität der Betreuung und das Zusammenspiel der verschiedenen Einrichtungen und Akteure zu verbessern. Dazu gehört, die Klientinnen und Klienten enger einzubeziehen und den Ratsuchenden mehr Informationen zum Versorgungssystem zu geben.

Dazu wurde 2008 ein Konzept für ein „Sozialpsychiatrisches Beratungs- und Beschwerdemanagement“entworfen und berlinweit auf fachlicher Ebene diskutiert. Das Konzept ruht auf folgenden drei – eng verzahnten und gesetzlich zu verankernden - Komponenten:

  • Einer zentralen, unabhängigen Beschwerde- und Informationsstelle mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen zumindest ein Teil eigene Psychiatrieerfahrung einbringt
  • Mindestens drei Besuchskommissionen mit ehrenamtlichen Mitgliedern
  • Den Patientenfürsprecherinnen und -fürsprechern für den Bereich Psychiatrie und für das Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV)
Konzept

Rahmenkonzept Beschwerdemanagement Rahmenkonzept für ein sozialpsychiatrisches Beratungs- und Beschwerdemanagement in Berlin laden »

(Oktober 2008; Konzept, 31453 KB)

Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie (BIP) am 02. Februar 2011 eröffnet

Die Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin (BIP) arbeitet als berlinweite und unabhängige Stelle. In Kooperation mit den weiteren Beschwerdestellen nimmt sie Beschwerden von Nutzerinnen und Nutzern, Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im psychiatrischen Hilfesystem entgegen und hält zudem weitere Angebote wie z.B. Beratung in verschiedenen Sprachen regelmäßig vor.

Erreichbar ist die BIP auf folgenden Wegen:

BIP – Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin
Grunewaldstraße 82
10823 Berlin
Tel.: 030 – 789 500 360
Fax: 030 – 789 500 363

Mail: info@psychiatrie-beschwerde.de

Web: www.psychiatrie-beschwerde.de(Externer Link)

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Frauenspezifische Versorgung


Versorgung psychisch kranker Frauen mit Gewalterfahrung

Die Problematik der gesundheitlichen Folgen von Gewalt gegen Frauen insbesondere im häuslichen Bereich erfährt seit einigen Jahren zunehmende Beachtung. Mittlerweile liegen auch in Deutschland verschiedene Untersuchungen dazu vor. Exemplarisch sei hier auf die Studie („Versorgungsbedarf und Anforderungen an Professionelle im Gesundheitswesen im Problembereich Gewalt gegen Frauen und Mädchen“) der Uni Osnabrück, 2003 und auf die Wissenschaftliche Begleitung des „S.I.G.N.A.L.-Interventionsprojektes gegen Gewalt an Frauen am Charité Campus Benjamin Franklin“ in Berlin hingewiesen.

Die Studie der Uni Osnabrück hat in einer Modellrechnung festgestellt, dass 22% aller Frauen - also jede 5. Frau, die mit dem Gesundheitswesen in Kontakt kommt, geschlechtsbezogene Gewalt in einer Ausprägung erlitten hat, die Folgen für ihre Gesundheit hat.

Die Folgen erlittener Gewalt beschränken sich jedoch nicht auf den somatischen Bereich, sondern haben auch Auswirkungen auf die Psyche der betroffenen Frauen bis hin zur Ausprägung manifester psychiatrischer Diagnosen.
In Berlin wurden gesundheitsbezogene Fragestellungen erstmals im Jahr 2001 bei einem Fachtag im Hinblick auf den Umgang des Gesundheitswesens mit gewaltbetroffenen Frauen diskutiert.

Die enormen Folgen von geschlechtsbezogener Gewalt gegen Frauen für die psychische Gesundheit rückten zunehmend in den Blickpunkt und damit einhergehend die Notwendigkeit eines spezifischen Behandlungssettings auch im psychiatrischen Versorgungssystem.

Vor diesem Hintergrund hat der Landesbeauftragte für Psychiatrie der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe „Frauen und Psychiatrie“ 2004 gegründet, deren Ziel die Verbesserung der Angebote für gewaltbetroffene, psychisch kranke Frauen war und ist. Dabei geht es in erster Linie um strukturelle Verbesserungen wie z.B. eine Verzahnung der Systeme und um das Füllen bestehender Versorgungslücken wie auch die Herstellung von Transparenz für die in beiden Systemen Beschäftigten. Die Arbeitsgruppe hat Basisdaten zur aktuellen Versorgungssituation in Berlin durch Fragebogenerhebungen im ambulanten, komplementären und klinischen psychiatrischen Bereich sowie bei den Anti-Gewalt-Einrichtungen 2005 ermittelt. Zusätzlich wurden betroffene Frauen 2006 befragt. Der daraus erarbeitete Bericht dokumentiert eine umfangreiche Bestandsaufnahme, zeigt Erhebungsergebnisse auf und formuliert darüber hinaus erste Handlungsempfehlungen.

Bestandsaufnahme zur Versorgungssituation von Frauen

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(Bestandsaufnahme zur Versorgungssituation von Frauen, 1380347 KB)

Dieser Bericht bildete die Grundlage für den am 11. Oktober 2007 in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz durchgeführten Fachtag, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus allen Handlungsbereichen des psychiatrischen Versorgungssystems (z.B. von Krankenhäusern mit Fachabteilungen für Psychiatrie und Psychosomatik, der Psychotherapeutenkammer, von Sozialpsychiatrischen Diensten, Wohnprojekten freier Träger), der Anti-Gewalt-Einrichtungen und von Betroffenenorganisationen zusammenkamen. Dabei stand im Vordergrund, die auch durch die Befragungen ermittelten Reibungspunkte zwischen den Hilfesystemen genauer zu betrachten und insbesondere auszuloten, welche Verbesserungen z.B. durch weitergehende Kooperationsvereinbarungen erzielt werden können.

Fachtag 11. Oktober 2007

Psychisch kranke gewaltbetroffene Frauen – Probleme in der Versorgung und Wege zur Lösung laden »

(Fachtag 11. Oktober 2007, 85234 KB)


Am 7. Oktober 2008 fand ein zweiter Fachtag unter der Überschrift „Psychisch kranke Frauen – Hilfen auf dem Weg“ im Berliner Rathaus statt. Das Programm finden Sie hier. Es hat unter anderem einen Blick auf frauenspezifische Ansätze in Berliner Kliniken und in die Traumatherapie im ambulanten Setting gegeben. Am Nachmittag fanden zwei Foren zu Interkultureller Arbeit und zum Thema „Wohnen zwischen Frauenhaus und Psychiatrie“ statt.


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Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule


Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihres Verhaltens ihre Eltern und Pädagogen, ihr soziales Umfeld und professionelle Helfer an die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten bringen, stellen eine besondere Herausforderung an die Qualität unserer Hilfesysteme dar.
Es sind insbesondere junge Menschen, deren Hilfebedarf gleichzeitig in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Schule und bei den Beratungs- und Betreuungsangeboten der Jugendhilfe evident wird.
Wenn der komplexe Hilfebedarf eines Kindes oder Jugendlichen mehrere Fachdisziplinen erforderlich macht, werden meist unterschiedliche Hilfen zeitlich nacheinander oder sogar gleichzeitig notwendig. Damit kommen verschiedene gesetzliche Grundlagen und mehrere Zuständigkeiten zum Tragen und es werden mehrere Fachkräfte an einem Fall beteiligt sein.
Ein Kind mit einem komplexen Hilfebedarf benötigt aber gerade keine komplexen Zuständigkeiten. Vielmehr müssen alle notwendigen Hilfen so auf seine besondere individuelle Lebenssituation zugeschnitten sein, dass sie „wie aus einer Hand“ erscheinen.
Eine ganzheitliche und gemeinsame Fallverantwortung und abgestimmtes zeitgleiches Handeln in den Hilfesystemen sind die Voraussetzungen für eine lösungsorientierte Hilfeplanung und gelingende Hilfeplanentscheidung.
Mit den in 2003 veröffentlichten Leitlinien zur Gestaltung der Zusammenarbeit und den Empfehlungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit (www.berlin.de/lb/psychiatrie/veroeffentlichungen/index.html) soll eine Identifikation mit den Zielen und Formen gemeinsamen Handelns gefördert, Orientierung gegeben und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Impulse zum aktiven Mitgestalten ausgelöst werden. Sie machen deutlich, dass die Umsetzung in den beteiligten drei Bereichen (KJPP, Jugendhilfe und Schule) unzweifelhaft möglich ist und geben Ausblicke auf die Chancen für gemeinsames erfolgreiches Handeln im Sinne der Bedürfnislage der Hilfe suchenden Klientel.

Modellprojekt „Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule für Kinder und Jugendliche mit einem fachbereichsübergreifenden, komplexen Hilfebedarf“ in der Region Südwest (2005 – 2008)


Mit dem am 1. Februar 2005 in der Region Südwest (Bezirke: Tempelhof – Schöneberg und Steglitz – Zehlendorf) gestarteten Modellprojekt sollte gezeigt werden dass es möglich ist durch qualifizierte Kooperation im Sinne der o. a. Leitlinien und Empfehlungen zu einer Verbesserung der einzelfallorientierten Versorgung für Kinder und Jugendliche mit einem fachbereichsübergreifenden, komplexen Hilfebedarf zu kommen.
Die in 2003 eröffnete Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am St. Joseph-Krankenhaus in Tempelhof – Schöneberg mit einer Versorgungsverpflichtung für die Region Südwest bietet hierbei die Gelegenheit, gemeinsam neue Wege der regionalen Zusammenarbeit zu suchen und zu entwickeln.
Das Projekt zielte vordringlich auf eine effektive Verzahnung bereits bestehender Dienste und Institutionen und nicht auf die Etablierung neuer Einrichtungen. Die im Projekt entwickelten Kooperationsstrukturen und Instrumente der Zusammenarbeit werden Modellcharakter für den Umgang mit ähnlichen Fällen in allen Berliner Bezirken haben.
Arbeitsgrundlagen für das Projektteam waren der Projektauftrag und der Projektstrukturplan.
Ziele des Projektes:

  • Entwicklung und Abschluss einer ressortübergreifenden vertraglichen Kooperationsverpflichtung zwischen den drei Fachbereichen und der Klinik über die Zusammenarbeit in der Region Südwest bei Vorliegen eines komplexen Hilfebedarfes
  • Abklärung der Verantwortungs- und Kompetenzbereiche der Kooperationspartner und Benennung struktureller und gesetzlicher Grundlagen
  • Entwicklung und Erprobung eines Organisationsmodells auf der Basis der im Abschlussbericht vom 30.04.2003 „Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule“ festgelegten Leitlinien anhand von repräsentativen Pilotfällen
  • Entwicklung und Erprobung einer gemeinsamen Falldokumentation
  • Gemeinsame ressortübergreifende Weiterbildungen der Mitarbeiter/innen aus den drei Fachbereichen
  • Erstellung eines Abschlussberichtes mit Vorschlägen zur Umsetzung in der Versorgungsregion „Südwest“ und Empfehlungen für die Übertragung auf das Land Berlin
  • Berlinweite Vorstellung der Projektergebnisse im Rahmen einer Fachtagung

Das Projektteam wurde fachlich durch einen Projektbeirat beraten und unterstützt. Dem Lenkungsausschuss als oberstes Entscheidungsgremium des Modellprojektes, oblag die Entscheidungskompetenz für alle grundsätzlichen Projekt Angelegenheiten.
Darüber hinaus erfolgte eine aktive Unterstützung des Projektteams in Fort- und Weiterbildungsfragen durch das Institut für Verwaltungsmanagement (IVM) und die Verwaltungsakademie (VAK) sowie durch das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg und Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg.
Im Rahmen einer landesweiten Fachtagung wurden am 23. Januar 2008 die Erfahrungen, Ergebnisse und Empfehlungen sowie der Evaluation präsentiert. Die hohe Beteiligung von Entscheidungsträgern und Praktikern aus den drei Handlungsfeldern, die durchweg positiv bewerteten Ergebnisse und Empfehlungen sowie die intensiven fachlichen Gespräche zwischendurch haben deutlich gezeigt, dass ein verbindliches und abgestimmtes disziplinäres Handeln für dringend notwendig erachtet wird. Verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit kann trotz personeller und finanzieller Einschränkung erreicht werden. Die Entwicklung von vernetzter und verbindlicher Kooperation und Kommunikation unabhängig von strukturellen Voraussetzungen auch unter Beachtung der sozialräumlichen Bedarfslage ist das Berlinweite Ziel.
Zur Ergebnissicherung in der Modellregion wurde zum Abschluss des Fachtages und damit Abschluss des Modellprojektes ein neuer Kooperationsvertrag für zwei Jahre unterzeichnet, dessen neuer wichtiger Bestandteil die Gründung eines regionalen Netzwerkes ist. Dieses Netzwerk Südwest hat bis heute Bestand; in ihm werden die Ergebnisse und Empfehlungen in der Praxis gelebt.
Die Unterlagen rund um das Modellprojekt sowie der in 2009 veröffentlichte Abschlussbericht sind auf den Internetseiten des Bezirksamts zu finden.

Ansprechpartner für das ehemalige Modellprojekt sind:

Projektleiter: Herr Werner Freese
Kontakt:
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Leitung der Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
E-Mail

Stellvertreter: Herr Michael Holz
Kontakt:
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
„Gesundheit 21“
Psychiatriekoordination
Königin-Luise-Straße 96
14195 Berlin
E-Mail

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie - Arbeitsgruppe Landespsychiatriebeirat (Expertisen)

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie ihren Angehörigen ist ein wichtiges Thema der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, da sie für ein glückliches und erfülltes Leben jedes Einzelnen und auch für den sozialen Zusammenhalt in der Familie und Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung ist. Die Mehrzahl der jungen Menschen in Berlin verfügen über eine gute psychische Gesundheit und über ein hohes Maß an subjektivem Wohlbefinden. Doch bleibt ein bedeutender Anteil junger Menschen, die vielfältige Probleme haben, wie z. B. soziale und emotionale Schwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten, manifeste Störungen oder Lern- und Leistungsschwierigkeiten. Komplexe Problemlagen erfordern meist eine intensive Behandlung und Betreuung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) mit zum Teil anschließenden Hilfemaßnahmen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Krankenhausplanes wurde vom Landespsychiatriebeirat in 2007 eine AG eingesetzt mit dem Ziel, eine fachliche Expertise zur kinder- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungslage in Berlin zu erstellen. Hierzu wurde im ersten Schritt das Behandlungsangebot der Abteilungen bzw. Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie untersucht und bewertet. Die Empfehlungen der AG KJPP bilden die Basis für die fachlichen Grundsätze für den Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) im neuen Krankenhausplan 2010.
Der Bericht Teil I für den stationären/teilstationären Bereich 2008 und der Bericht Teil II mit den Empfehlungen für den ambulanten Bereich 2010 zeigen deutlich, dass ohne verbindliche Kooperationsbeziehungen des medizinisch-therapeutischen Bereiches mit der Jugendhilfe, Suchthilfe und dem Schulbereich keine tragfähigen Lösungen für den Personenkreis der psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen möglich sind.
Die SenGesSoz und SenBildJugWiss verfolgen seit mehreren Jahren das gemeinsame Ziel, eine ganzheitliche und gemeinsame Fallverantwortung und ein abgestimmtes zeitgleiches Handeln in den Hilfesystemen für Kinder, Jugendliche und ihre Angehörigen flächendeckend in allen Berliner Bezirken aufzubauen. Eine von beiden damaligen Senatsverwaltungen für Gesundheit, Jugend und Bildung gemeinsam eingesetzte ressortübergreifende AG hatte sich frühzeitig dieser komplexen Problematik angenommen und 2003 Handlungsempfehlungen zur Entwicklung einer neuen Kommunikationskultur zwischen den drei Fachbereichen und zur verbindlichen einzelfallbezogenen Kooperation entwickelt. Die Berliner Bezirke/Regionen nutzen diese Expertise und arbeiten auf deren Basis an neuen Kooperationsstrukturen, die für ihre jeweiligen Regionen passen.

Aktueller Stand der Arbeit
Mit Beschluss des Landespsychiatriebeirates 2010 wurde der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (AG KJPP) ein neuer Auftrag zur gemeinsamen Bearbeitung der in den beiden Teilberichten benannten Schnittstellprobleme zwischen KJPP, Jugendhilfe und Schule erteilt. Die AG wurde hierfür mit Teilnehmern aus den Fachbereichen Kinder- und Jugendhilfe und Schule der SenBilJugWiss erweitert. Für vier definierte Bereiche des Kindes- und Jugendalters werden aktuell Entwicklungsaufgaben und Entwicklungsauffälligkeiten beschrieben sowie gemeinsame Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelt. Hierbei wurden in bewährter Weise wieder Expertenanhörungen durchgeführt, deren Ergebnisse in den Bericht Teil III einfließen werden. Die Arbeit ist noch nicht beendet.

Kontakt Formular

Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
- Der Landesbeauftragte für Psychiatrie -
Oranienstr. 106
10969 Berlin

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