2017

20.11.2017 | Der hippokratische Eid - neue Version rückt Patienten in den Mittelpunkt

Er wird in seiner klassischen Form heute nicht mehr von Ärzten geleistet und hat keine Rechtswirkung, hat aber gleichwohl immer noch Einfluss auf die Formulierung moderner Alternativen, etwa der Genfer Deklaration des Weltärztebundes. Der Weltärztebund (WMA) hat die Fassung aus dem Jahr 1948 geändert und stellt den Patienten nun in den Mittelpunkt.

Die Neufassung hebt nun stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des WMA, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery.

Die Ärzte sollten ihr medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen teilen. Aufgrund der steigenden Arbeitsbelastung in der gesundheitlichen Versorgung, ruft es auch die Ärzte an, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur so könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten und halten.

Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzescharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird“, so die Bundesärztekammer. Die Änderungen waren von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesärztekammer über einen Zeitraum von zwei Jahren vorbereitet worden.

Für die moderne Version des hippokratischen Eides (in Englisch) bitte hier klicken:

01.08.2017 | Bundesweiter Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Wenn Sie außerhalb der Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte, vor allem in den Abend- und Nachtstunden, an Wochenenden und an Feiertagen dringend ärztliche Hilfe benötigen und nicht wissen, wo sich in Ihrer Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wählen Sie die 116 117, ohne Vorwahl. Egal, wo Sie sich in Deutschland befinden.

Ihr Anruf wird an den für Sie zuständigen Bereitschaftsdienst weitergeleitet – je nach Organisation des Dienstes direkt zu einem diensthabenden Arzt oder einer Bereitschaftsdienst-Leitstelle. In jedem Fall erhalten Sie schnell und unkompliziert die ärztliche Hilfe, die Sie benötigen. Die bekannten regionalen Rufnummern für den Bereitschaftsdienst gelten auch weiterhin. Mit der Durchwahl 116 117 jedoch, erhalten Sie zügig einen kompetenten Ansprechpartner und die notwendige Unterstützung.

Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen (z.B. Herzinfarkt) ist die 116 117 die falsche Anlaufstelle, in diesen Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden.

Der Anruf der 116 117 ist für Sie kostenfrei, egal, ob man vom Festnetz, vom Mobiltelefon oder über das Internet (Voice over IP) anruft. Die Kosten der Behandlung für den ärztlichen Bereitschaftsdienst werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Die gesamte Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen und damit von den niedergelassenen Ärzten finanziert. Mehr Informationen erhalten Sie unter folgendem Link:

20.07.2017 | Umfrage zur Optimierung der Kommunikationsprozesse in der Kinder- und Familienselbsthilfe

Logo der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e.V.
Bild: AAK e.V.

Der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind – Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen (AAK) e.V., Herborn führt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Soziologie (IMS) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine bundesweite Umfrage zum Thema „Optimierung der Kommunikationsprozesse in der Kinder- und Familienselbsthilfe“ durch.

Familien mit allergiekranken Kindern und Jugendlichen begegnet häufig Unverständnis für die eigene Situation. Die Krankheit wird heruntergespielt, als Schwäche oder Anderssein aufgefasst. Nicht selten entsteht so oft Überforderung und Verunsicherung bei Eltern und Bezugspersonen aus KITA und Schule.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Anlaufstellen und Zuständigkeiten können betroffene Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher ratlos machen. Um die Informationsbedarfe zu decken, wurde eine Online-Informationsplattform (MITMACHNetz) entwickelt. Die Umfrage wird durch die Techniker Krankenkasse gefördert.

Mit Ihrer Unterstützung können die Angebote für Familien mit besonderem Versorgungsbedarf, also auch für Sie, verbessert und den Bedürfnissen nach angepasst werden. Eine Teilnahme an der Befragung ist nicht an eine Mitgliedschaft gebunden.

Dazu klicken Sie bitte auf diesen Link:

Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit, dass Ihr Kind an der Umfrage teilnehmen kann. Dazu wurde eine spezielle (und deutlich kürzere) Umfrage erstellt, die die Sicht der Kinder berücksichtigen soll, um ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten.

Sie (bzw. Ihr Kind) kommen über diesen Link zu der Kinderumfrage:

17.07.2017 | Der Tagesspiegel ist Gastgeber des Chefärzte-Kongresses

Es trafen sich mehr als 200 Ärzte in den Räumen des Tagesspiegels auf dem Ärztekongress „Die besten Chefärzte“. Im Ergebnis einer Ärzteumfrage, die im Auftrag vom Tagesspiegel geführt wurde, waren die 30 besten Chefärzte der Berliner Kliniken dazu eingeladen. Die Ärzte präsentierten über 40 Kurzvorträge aus ihrem Fachbereich. Ziel dieses Kongress war es, dass sich Ärzte aus dem ambulanten und stationären Bereich über die Behandlung von Patienten fachlich austauschen konnten.

Die ambulante und stationäre Versorgung sind zwei unterschiedliche Versorgungsbereiche. In der stationären Versorgung werden vor allem Patienten mit schweren Erkrankungen behandelt, die mindestens über Nacht im Krankenhaus verweilen müssen – beispielsweise aufgrund einer Operation nach einem Unfall. In diesem Fall kommt meistens ein hochspezialisierter Arzt zum Einsatz, mit dem Patienten zum ersten Mal in Kontakt treten. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, erhält der Arzt keine weiteren Informationen über die Genesung der Patienten. Die Nachsorge ist Aufgabe des niedergelassenen Fach- oder Hausarztes.

In der ambulanten Versorgung geht es um die stetige Behandlung über einen längeren Zeitraum durch denselben Fach- oder Hausarzt. Dieser behandelt die Patienten bei leichten Erkrankungen und führt, wenn medizinisch notwendig, auch ambulante Operationen durch. Ein niedergelassener Arzt kennt seine Patienten besser, als der behandelnde Arzt im Krankenhaus. Für eine bessere Behandlung ihrer Patienten müssen Ärzte im ambulanten und stationären Bereich eng zusammenarbeiten.

Die Patientenbeauftragte, Karin Stötzner, schrieb kürzlich in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel: „So entstehen Brüche, Versorgungslücken und Hilflosigkeit“. Viele der Beschwerden und Anfragen, die sie als Fürsprecherin der Patienten erhalte, thematisierten die nicht funktionierenden Übergänge zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Daher plädiert sie für einen funktionierenden Austausch über die Grenzen der ärztlichen Versorgung hinweg. Die komplette Version des Gastbeitrags von Karin Stötzner können Sie unter folgendem Link nachlesen:

01.06.2017 | Terminservicestellen vermitteln nun Termine bei Psychotherapeuten

Seit April 2017 vermittelt die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin auch Termine bei Psychotherapeuten. Hierbei handelt es sich um Termine für ein Erstgespräch im Rahmen einer psychotherapeutischen Sprechstunde und für Akutbehandlungen. Von der Terminvermittlung sind probatorische Sitzungen sowie Kurz- und Langzeittherapien ausgeschlossen.

Voraussetzung für die Vermittlung einer Akutbehandlung ist die Empfehlung eines Therapeuten. Hierfür müssen Patienten eine psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen, wo der Therapeut die Notwendigkeit einer Akutbehandlung feststellt. Trifft dies zu, erhält der Patient eine entsprechende Empfehlung. Einer Empfehlung bedarf es nicht, wenn man nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer rehabilitativen Behandlung eine Akutbehandlung benötigt.

Wie bei der Vermittlung von Facharztterminen sind die Terminservicestellen dazu verpflichtet, den Patienten innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Psychotherapeuten anzubieten. Gelingt dies nicht, wird den Patienten ein Termin im Krankenhaus angeboten. Die Versicherten haben jedoch keinen Anspruch auf eine Vermittlung bei einem Wunsch-Therapeuten.

Unter der Rufnummer 030 / 31003-383 werden montags bis freitags von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr Termine bei Psychotherapeuten vermittelt.

28.03.2017 | Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. veröffentlicht Ratgeber über die Sicherheit in Krankenhäusern

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. setzt sich seit April 2005 für eine sichere Gesundheitsversorgung ein. Vertreter von Patientenorganisationen, Gesundheitsberufen und ihrer Verbände entscheiden und tragen Projekte des Vereins, die zur Verbesserung der Patientensicherheit führen soll. Unterstützung erhält es vom Bundesministerium für Gesundheit sowie von unterschiedlichen Verbänden und Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich.

Professionelle und interdisziplinäre Arbeitsgruppen tagen regelmäßig und veröffentlichen ihre Ergebnisse in Form von Handlungsempfehlungen, Patienteninformationen, Publikationen, die allen Einrichtungen im deutschen Gesundheitswesen sowie Patienten und deren Angehörigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Die neueste Publikation ist der Ratgeber für Patienten zum Thema Sicherheit in den Krankenhäusern. In der Broschüre erhalten Sie ausführliche Tipps und konkrete Informationen welchen Beitrag das Krankenhaus für einen sicheren Aufenthalt leistet und wie Sie als Patient dazu mitwirken können.

Den Ratgeber „Sicher im Krankenhaus“ können Sie unter folgendem Link abrufen:

Weitere Informationen über das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. erhalten Sie hier:

17.03.2017 | Gesundheitsportale informieren über Risiken von Medikamenten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert auf ihrer Webseite über die Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten. Ein Kernthema des Informationsportals ist die erhöhte Gefahr von Wechselwirkungen bei der Einnahme mehrere Medikamente zur selben Zeit. Vor allem ältere Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, sind diesen Risiken ausgesetzt.

Neben der Medikamentenberatung werden Empfehlungen für gesunde Ernährung, Suchtprävention und Aufklärung über weitere Krankheiten angeboten. Das Informationsportal ist nach Geschlechtern aufgeteilt. Über Themen zur Männergesundheit steht das Portal maennergesundheitsportal.de und zur Frauengesundheit frauengesundheitsportal.de zur Verfügung.

Die Patientenbeauftragte erhält das Bundesverdienstkreuz

Bildvergrößerung: Frau Stötzner mit Herrn Gauck
Bild: PatB

Am 08. März 2017 fand in einer feierlichen Zeremonie die Übergabe des Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten Herrn Joachim Gauck an engagierte Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet statt. Hierfür kamen die 14 Preisträgerinnen ins Schloss Bellevue, unter Ihnen die seit 2004 amtierende Patientenbeauftragte für Berlin, Frau Karin Stötzner.

Als Patientenbeauftragte setzt sie sich für die Rechte der Patientinnen und Patienten in Berlin ein. Bei Problemen und Beschwerden vermittelt sie unabhängig, steht den Betroffenen aber parteiisch zur Seite. Die gesamte Beratungsstruktur für Patienten habe sich dadurch deutlich verbessert.

Ich bin das große Ohr für alle Anliegen. Patienten sind immer das schwächste Glied im Gesundheitssystem. Wir wollen ihnen eine Stimme geben.

20.01.2017 | Neue Regelungen in der Pflegereform ab dem 01. Januar 2017

Rund 2,7 Millionen Pflegebedürftige werden seit dem 01. Januar 2017 automatisch in die fünf neuen Pflegegrade eingestuft. Niemand der Leistungsempfänger wird durch die Reform schlechter gestellt. Im Gegenteil: Viele Menschen profitieren erstmals überhaupt von der Pflegeversicherung oder erhalten Anspruch auf verbesserte Leistungen.

Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff werden Beeinträchtigungen der Pflegebedürftigen und individuelle Fähigkeiten genauer erfasst. Es wird zukünftig keine Unterscheidung in körperlicher, geistiger und psychischer Beeinträchtigungen geben. Der Grad der Selbstständigkeit ist ausschlaggebend für die Pflegeleistungen. Bereits bei der Einstufung in einen Pflegegrad finden Pflegebedürftige mit einer demenziellen Erkrankung Berücksichtigung.

Die Überleitung in die neuen Pflegegrade erfolgt unbürokratisch. Leistungsempfänger müssen keinen Antrag stellen. Besitzt ein Pflegebedürftiger mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen die Pflegestufe I beziehungsweise II wird er automatisch in den Pflegegrad 2 oder 3 übergeleitet.

Weitere Informationen zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erhalten Sie hier:

Bundesgesundheitsministerium
Bürgertelefon zur Pflege

Telefon: (030) 340 60 66 02
Internet: Pflegeversicherung des Bundesministeriums für Gesundheit

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

16.01.2017 | Das Bundesversicherungsamt stellt seinen Tätigkeitsbericht vor

Das Bundesversicherungsamt führt die Rechtsaufsicht über die bundesunmittelbaren Träger der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sowie der sozialen Pflegeversicherung. Hierbei handelt es sich um die Träger, deren Zuständigkeitsbereich sich über mehr als drei Bundesländer erstreckt. Einen bedeutenden Teil der Aufsichtstätigkeit bildet neben der Durchführung von Aufsichtsprüfungen vor allem die Bearbeitung von Petitionen, Eingaben und Beschwerden.

Im Jahr 2015 sind insgesamt 5.321 Beschwerden über die Krankenkassen eingegangen. Laut Bericht waren es im Vorjahr 2014 noch 2.751 und damit knapp 21,5 Prozent weniger. Einen deutlichen Anstieg von Beschwerden fand sich im Bereich der Pflegeversicherung wieder. Dort habe sich die Anzahl auf 284 um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Bürokratie und die pauschale Ablehnung von Leistungen in der häuslichen Krankenpflege wurden als häufigste Gründe genannt.

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) findet diese Zahlen alarmierend. Er fordert gerade in Qualitätsfragen die Herstellung von mehr Transparenz für die Kunden.

Den Tätigkeitsbericht von 2015 können Sie unter folgendem Link abrufen: