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Wettbewerb "Welche Farbe hat deine Toleranz?"

Preisverleihung am 12. April 2011

Liste der ermittelten Preisträger/innen

Kita - Anerkennungspreis 200 €
Kita Ruthstraße, Tigerenten 1 + 2, Gruppenarbeit
Es ist zu erkennen, dass sich die Kinder und die Erzieher/innen viele Gedanken zum Thema Gewalt gemacht haben - wie man ihr entgegentritt und damit ein klares Zeichen setzt, dass bei den Tigerenten der Kita Ruthstraße Gewalt nicht toleriert wird. Speziell dafür entwickelten sie ein darstellendes Rollenspiel und fotografierten es. Aus den entstandenen Fotografien wählten sie die aus, die ihnen am aussagekräftigsten erschienen. Sie gruppierten sie in einer sinnigen Reihenfolge und klebten sie auf.
Der Hintergrund, der die Fotografien zur Wirkung bringt, wurde bewusst in Farben gestaltet, die sich in den Fotografien widerspiegeln. Durch das zusätzliche Einsetzen von Stoff auf Papier ergibt sich ein interessanter Effekt. Als positiv gewertet wurde das Einbeziehen der gesamten Fläche bei der Gestaltung. Die Beziehung zwischen Malerei und Fotografie ist gut gelöst.
Die Kinder, die an dem Rollenspiel beteiligt waren, gehören verschiedenen Ethnien an. Dies betont, dass alle Kinder gemeinsam der Gewalt entgegentreten müssen, um sie beenden zu können. In der Mitte des Bildes steht „Aufhören, aufhören!“ zu lesen. Damit richtet sich ein dringender Appell an die Betrachter. Diesen starken Aufforderungscharakter wertete die Jury besonders positiv.


Grundschule - 1. Preis 200 €
Zinnowwald-Grundschule, Klasse 5 b, Gruppenarbeit
Die zwei verschiedenen Werke ergänzen einander farblich, sie bedienen sich der gleichen Stilmittel. Dargestellt wird das Thema Toleranz und Intoleranz durch Streichholzschachteln, die an Schubladen erinnern. Persönliche Erfahrungen mit intolerantem Verhalten werden angesprochen. Jede Schachtel steht für eine andere Problematik. Als besonders bedeutsam wertete die Jury den interaktiven Ansatz, denn die Betrachter müssen zu Handelnden werden, wollen sie die Botschaft der beiden Kunstwerke verstehen. Man öffnet die Schubladen und erst dabei wird einem der Inhalt, die Botschaft erfahrbar. Der spielerische Umgang mit Klischees und die Aufforderung, die Werke zu berühren und sie somit verändern zu können, überzeugte die Jury.


Grundschule - 2. Preis 100 €
Grundschule Neues Tor, Klasse 4a, Schülerin Rebecca Schübl
Rebecca führt ein in einen Mikrokosmos, der für sich ein ganzes Universum darstellt. Verschiedenste Ethnien, Kulturen, Berufe werden nebeneinander dargestellt, deren Charakteristik und Typisierung in besonderem Maß gelungen sind. Phantasievoll und eigenständig, versehen mit einer individuellen Aussagekraft, entwirft Rebecca eine Welt des bunten Miteinanders, die selbst den Weltraum, die Marsmenschen, die Planeten und die Sonne noch mit einbezieht.


Grundschule - 3. Preis 50 €
Helmuth-J.-v.-Moltke-Grundschule, Klasse 5 b, Gruppenarbeit
Sich ergänzende Farben des Farbkreises wurden als Ausgangsbasis für die Auseinandersetzung mit Polaritäten genommen:
das Eine und das Andere, das Schwarze und das Weiße, das Gute und das Böse. Da das Ergänzen von Gegensätzen Grundlage für die Idee darstellt, dass erst durch beide Pole ein gemeinsames Ganzes entsteht, ist die innere Haltung, Toleranz zu zeigen, noch nicht vollständig dokumentiert. Die Jury stellte fest, dass erst die Gesamtheit, also alle Farbtafeln gemeinsam gruppiert, den Gedanken der Toleranz verdeutlichen kann. Die Schülerin Anastasija drückt es so aus: „ Es ist besser, wenn alle zusammen sind als wenn einer alleine ist, das zeigt die Wirkung.“ Diese Aussage wurde aus der mitgelieferten Künstlerkonferenz entnommen, deren sorgfältige Dokumentation bei der Bewertung durch die Jury auch eine Rolle spielte.


Sekundarstufe - 1. Preis 200 €
John-F.-Kennedy-Schule, Klasse 10 b, Toleranzgruppe
Die zugrunde liegende Idee ist bei den beiden gegenüber gestellten Fotografien eindeutig und klar. Die Botschaft, die vermittelt werden soll, bedient sich überzeugender Stilmittel: schwarz/weiß steht gegen bunt, eckig gegen rund, Schubladen gegen Mensch, Gemeinschaft gegen Vereinzelung, Ernst gegen Freude. Dadurch entsteht eine erkennbare Beziehung zwischen Toleranz und Intoleranz. Mittels des Einsatzes von Text findet eine Rückkoppelung zu einem bekannten Sprichwort statt und löst beim Betrachter Wiedererkennen aus: „Wer andere in eine Schublade steckt, landet selbst in einer.“ Die Darstellung ist gut in Szene gesetzt, die gewählten Formate entsprechen den Motiven, die Ausleuchtung der Fotografien stimmt.


Sekundarstufe 1- 2. Preis 100 €
Albert-Einstein-Gymnasium, Klasse 9 c, Gruppenarbeit
Jeweils zwei Hände pro Bild stehen sich geöffnet gegenüber. Je mehr Bilder zueinander gruppiert werden, je stärker drückt die Gruppenarbeit die Vielfalt der Verschiedenheiten und gleichzeitig jedoch auch die Einheitlichkeit durch die immer wiederkehrenden Hände in gleicher Größe auf. Jede einzelne Hand ist unterschiedlich gestaltet. Es werden nicht nur verschiedene Farben und Stilmittel zur differenzierten Ausgestaltung genutzt, es werden auch verschiedene Themen mit Toleranz- / Intoleranzbezug aufgegriffen und in eingefügten Textstücken als Gestaltungsmittel zum Einsatz gebracht. Eine Gruppenarbeit mit starker Aussagekraft – das einzelne Bild individuell sehr ausgeprägt, in der Gesamtheit thematisch einheitlich gebunden durch die Hände.


Sekundarstufe 1 - 2. Preis 100 €
G.-v.-Giesche-Oberschule. Klasse 9 c, Schülerin Lara Saadi
Eine Vielzahl von Charakterköpfen unterschiedlichster Figuren, Ethnien und Hautfarben werden in einer ausgeprägten, starken Bildersprache in-, neben-, über- und untereinander gestalterisch so angeordnet, dass die Grenzen zwischen einzelnen Personen nicht mehr eindeutig zu ziehen sind. Das gesamte Blatt ist überzeugend angelegt und drückt ein hohes Maß an eigenständigen, gestalterischen Überlegungen aus.


Sekundarstufe 1 - Sonderpreis 100 €
Kurt-Schwitters-Oberschule, Wahlpflichtkurs 9, Gruppenarbeit
Das Wort Toleranz und dessen verschiedenartigste Darstellungsweise spielt bei diesem Werk die ganz große Rolle. Die Beschränkung auf das eine Wort als Stilmittel verlangte von den einzelnen Schüler/innen eine vielfältige Herangehensweise an die Ausgestaltung. Das entstandene Gesamtwerk, das aus 10 Einzelstreifen zusammengeklebt wurde, weist eine Vielzahl von Techniken, Materialien und Farben auf: Vom Sprayen über Kreidezeichnung bis hin zur Kollage mit dem spielerischen Umgang von Negativ und Positiv wurden sowohl die Buchstaben als auch der Hintergrund gestaltet. Die Interpretation von Toleranz als Vielfalt wusste die Jury zu überzeugen.


Sekundarstufe 2 - 1. Preis 200 €
OSZ Handel 1, 13. Klasse,
Gemeinschaftsarbeit: Jennifer Sengpiel, Maria Wohland

Die Jury reagierte spontan auf das Werk, dessen Charme man sich nicht so schnell entziehen kann. Ein rosa gekleideter Superman mit dem T für Toleranz auf seinem T-Shirt, um den Hals eine Perlenkette, Strapsen an den Oberschenkeln, ein rosa Handtäschchen in der einen und ein Hündchen an der anderen Hand, fliegt durch eine nächtliche Straßenflucht. Humorvoll und plakativ regt die Darstellung den Betrachter an, sich mit der starken Bildsprache und ihrer Symbolkraft auseinanderzusetzen. Die Aufteilung des Bildes, die Proportionen, die Gesamtgestaltung von Vorder- und Hintergrund sowie die unerhörte Dynamik überzeugten die Jury.
An sich wäre die Aussage durch die Wahl der gestalterischen Mittel schon gewährleistet, sie wird jedoch zusätzlich unterstützt durch zwei Schriftzüge am oberen und unteren Bildrand, oben eine Aussage, unten eine direkt an den Betrachter gerichtete Frage. So wird er direkt aufgefordert, Stellung zu beziehen. Darf Superman schwul sein? Dass durch dieses Bild Diskussionen angeregt werden, steht außer Frage.


Sekundarstufe 2 - 3. Preis 50 €
OSZ Handel 1, 13. Klasse, Schülerin Stefanie Schultz
Das Bild zeigt: Intoleranz und Ausgrenzung findet auch in gesellschaftlichen Randgruppen statt. Hier geht es um Punks. Dargestellt wird die unausgesprochene Forderung nach Uniformität durch grüne Irokesenhaarschnitte gegen einen Abweichler, der seine Haare rot gefärbt hat. Die comichaft überzeichnete Darstellung der Gesichter drückt eine negative Haltung gegenüber dem Roten aus und geht bis hin zur offen gezeigten Aggression. Die spannungsgeladene Situation wird durch die gelungene räumliche Aufteilung auf dem Bild noch zusätzlich betont, indem der Einzelne isoliert erscheint, wenn er sich die Freiheit nimmt abzuweichen. Ihm im Nacken befindet sich die Gruppe derer, die ihn aktiv ausschließen.


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