Das Islamforum Berlin

EU-Kommission würdigt Berliner Islamforum als europaweite Good-Practice

Eine im Auftrag der Europäischen Kommission vom britischen Change-Institut erstellte Studie über die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen zur Prävention von Gewalt und Radikalisierung hat das Berliner Islamforum als Beispiel gelungener und erfolgreicher Arbeit gewürdigt.

In der Studie werden europaweit Kooperationsmodelle mit muslimischen und Migrantenorganisationen unter dem Aspekt der Gewaltprävention untersucht.

Dabei wird eine „indirekte“ Herangehensweise favorisiert, das heißt Projekte, die sich nicht explizit der Gewaltprävention verschreiben, sondern ihre Aktivitäten auf eine breitere Basis stellen. Dies sei Erfolg versprechender als der direkte Ansatz. Die Unabhängigkeit der Initiativen müsse gewahrt bleiben, damit sich die Akteure nicht vereinnahmt fühlen. Es müsse sich um echte „gemeinsame“ Projekte handeln, die mit möglichst vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten und so eine bessere Vernetzung mit unterschiedlichen Einrichtungen der Zivilgesellschaft garantieren: Migrantenselbstorganisationen, Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und unterschiedliche Religionen sind alle selbstverständlicher Teil einer einzigen Einwanderungsgesellschaft. Staatliche Einrichtungen sollen den Dialog nicht nur mit einigen wenigen „repräsentativen“ Organisationen führen, sondern als offenen Dialog anlegen. Wichtig für die EU-Kommission war auch der Aspekt, dass es sich um langfristige und nachhaltige Projekte handelt, die zudem das erwachende politische und zivilgesellschaftliche Engagement von Migrantinnen und Migranten, insbesondere muslimischer Gemeinschaften auf der öffentlichen und politischen Ebene stärken. Dies garantiert nachhaltigen Erfolg – auch im Kampf gegen Diskriminierung, Islamophobie und Antisemitismus.

Für Deutschland ist nach Einschätzung der EU-Kommission das Berliner Islamforum ein Beispiel für solche „Best-Practice“. Schon seit 2002 gibt es in Deutschland ein bundesweites Islamforum. In Berlin sei es aber gelungen, politische Entscheidungsträger, sehr unterschiedliche muslimische Organisationen mit weiteren wichtigen zivilgesellschaftlichen Einrichtungen in einen ernsthaften Dialog zu bringen. Dazu gehören auch Gruppen, die im Allgemeinen eher kritisch bewertet werden. Dass sie gemeinsam mit dem Innensenator und dem Verfassungsschutz am Tisch sitzen oder zumindest indirekt ihre Unterstützung signalisiert haben, stärke das Vertrauen und verspricht Erfolg, integrationspolitische Ansätze auch in diese eher verschlossenen Szenen zu tragen.

Zu den in der EU-Studie explizit erwähnten erfolgreichen Aktivitäten des Islamforums gehört das Fortbildungsprogramm für Imame und islamische Seelsorgerinnen.

“Study on the best practices in cooperation between authorities and civil society with a view to the prevention and response to violent radicalisation”,
erhältlich als pdf-Dokument auf der Internetseite des Change-Instituts:
http://www.changeinstitute.co.uk/images/publications/changeinstitute_preventingradicalisation.pdf