Das Islamforum Berlin

Konstituierende 1. Sitzung am 16. November 2005

"Wer oder was bedroht unsere Sicherheit?"

Gegenstände der Beratungen in der konstituierenden Sitzung waren:

  1. die Ziele des Berliner Islamforums
  2. Fragen der Kooperation zur Sicherheit in Berlin
    - Statement des Berliner Innensenators Erhart Körting
    - Statement der Vertreterin von Inssan
    - Statement des Vertreters der Islamischen Föderation Berlin
  3. Verabredung zur Weiterarbeit und Absprache von Themen und Termin der nächsten Sitzung

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurde vereinbart, künftig regelmäßig zusammenzukommen. Mit insgesamt rund 25 Personen waren staatliche Institutionen, islamische Gemeinden in Berlin, beide christliche Kirchen, die jüdische Gemeinde zu Berlin sowie von Migrantenorganisationen und weitere zivilgesellschaftliche Akteure vertreten.

Presseerklärung zur Gründung des Islamforum Berlin

Berliner Islamforum gegründet

Pressemitteilung – Berlin, den 17.11.2005

Im Berliner Rathaus hat sich am gestrigen 16. November 2005 das „Islamforum Berlin“ gegründet. Es handelt sich dabei um eine Kooperation zwischen dem Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration und der 2004 gegründeten Muslimischen Akademie in Deutschland. An der konstituierenden Sitzung nahm neben Vertretern von Moscheegemeinden und Religionsgemeinschaften auch Berlins Innensenator Körting teil.

Das „Islamforum Berlin“ knüpft an, an die Erfahrungen mit ähnlichen Islamforen in anderen Bundesländern und auf der Bundesebene, die auf Initiative des „Interkulturellen Rates in Deutschland“ entstanden sind.

Mit dem Islamforum soll Vertretern der muslimischen Gruppen die Möglichkeit gegeben werden, mit Verantwortlichen der Gesamtgesellschaft „auf gleicher Augenhöhe“ nicht-öffentliche und vor allem offene Gespräche zu führen. Diese Verständigungen sollen außerdem nicht unverbindlich bleiben. Im Forum erarbeitete Lösungsansätze sollen mittel- bis langfristig auch umgesetzt werden. Das Islamforum umfasst rund 25 Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen, der Muslime, anderer Religionsgemeinschaften sowie von Migrantenorganisationen.

Im Mittelpunkt der ersten Sitzung standen grundlegende Fragen der Kooperation. Übereinstimmung bestand darin, dass alles verhindert werden muss, was den Islam unter Generalverdacht stellt. Ziel der kommenden Islamforen soll sein, vertrauensbildende Maßnahmen aufzubauen und Kooperationen im Alltag praktisch zu organisieren. Dazu gehört auch die aktive Auseinandersetzung mit islamfeindlichen Haltungen genauso wie mit einem Staatsverständnis, das sich nicht am Grundgesetz sondern an religiös-autoritären Staatsvorstellungen orientiert.

Das zweite Forum wird sich mit der Rolle der Gemeinden im Stadtteil beschäftigen. Das Themenfeld Schule ist derzeit nicht vorgesehen, da bei der zuständigen Senatsverwaltung ein Arbeitskreis „Islam und Schule“ eingerichtet wurde, der diese Themen kontinuierlich bearbeiten wird.

Das Islamforum ist eines der Vorhaben des im August vom Senat beschlossenen Integrationskonzeptes, mit dem die Kooperation zwischen Muslimen und der staatlichen Seite verbessert werden soll. In dem Integrationskonzept wird zum Umgang mit dem Islam ein politischer Dreischritt festgelegt:

  • Gesellschaftliche und politische Anerkennung des Islam und Bemühungen um weitere Integration der Musliminnen und Muslime zur Stärkung des Umgangs mit religiöser Vielfalt in Berlin.
  • Streitbare Auseinandersetzung im Dialog mit allen religiös oder kulturell begründeten Vorstellungen von Ungleichheit und Unfreiheit in Teilen der muslimischen Bevölkerung und ihren Organisationen; Schutz vor Diskriminierungen aus religiösen Gründen.
  • Entschiedene Bekämpfung islamistischer Bestrebungen.