Integrationsprojekte

Eine Gruppe Menschen verschiedener Nationalitäten auf der Straße
Bild: Barbara Dietl

Evaluation des Berliner Integrationsprogramms

Das Berliner Integrationsprogramm besteht mittlerweile seit über 30 Jahren und hat in dieser Zeit viele Veränderungen durchlaufen, um der jeweiligen Situation der Migranten gerecht zu werden. Trotzdem war nach einer solch langen Laufzeit im Jahre 2008 die Zeit für eine externe Evaluation gekommen. Mit dieser Aufgabe wurde das Institut für Demografische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) beauftragt.

Zielsetzung der Evaluation war es, die bisherige Praxis der Vergabe von Zuwendungen durch den Integrationsbeauftragten des Senats systematisch zu dokumentieren, zu reflektieren und zu bewerten. Die Evaluation sollte zudem als Informationsgrundlage dienen, um eventuell nicht gedeckte bzw. neu entstandene Bedarfe der Integration festzustellen und die Prioritäten der Förderung zu überprüfen. Ermittelt werden sollte weiterhin, ob die relevanten Problembereiche der Integration durch die formulierten Handlungsfelder und Förderkriterien erfasst werden und inwieweit die geförderten Träger die in den Handlungsfeldern festgelegten Inhalte tatsächlich durch ihre Arbeit umsetzen.

Im Ergebnis wurde das Berliner Integrationsprogramm seinerzeit grundsätzlich positiv beurteilt. Allerdings wurde auch Handlungsbedarf in mehreren Bereichen festgestellt: der Evaluationsbericht empfiehlt u.a., konkrete Ziele für das Integrationsprogramm aufzustellen und das Programm für neue Ziele und Träger zu öffnen, zukünftig mehr auf die interkulturelle Ausrichtung der Projekte zu achten und Migrantenorganisationen künftig besser zu qualifizieren.

Die genauen Ergebnisse der Evaluation können Sie dem im Frühjahr 2011 veröffentlichten Evaluationsbericht entnehmen.

Der Qualitätsdialog mit den Integrationsprojekten

Aufgrund der Evaluationsergebnisse hat die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen dem Abgeordnetenhaus von Berlin vorgeschlagen, das Integrationsprogramm unter Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse zu überarbeiten und an die Erfordernisse einer partizipatorischen Integrationspolitik anzupassen. Dieser Prozess sollte gerade nicht über die Köpfe der geförderten Projekte hinweg, sondern mit diesen gemeinsam stattfinden, um das neue Programm bedarfsgerecht ausrichten zu können.

Deshalb wurde von September 2012 bis Januar 2013 ein Qualitätsdialog mit den Projekten aus dem bisherigen Integrationsprogramm, aber auch unter Einbeziehung von Vertreterinnen und Vertretern des Berliner Abgeordnetenhauses, des Landesbeirats für Integrations- und Migrationsfragen, des Migrationsrats Berlin-Brandenburg, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, von Wohlfahrtsverbänden und Stiftungen sowie von derzeit nicht geförderte Migrantenorganisationen und Dachverbänden durchgeführt.

Im Qualitätsdialog wurden Rahmenbedingungen und Förderbedarfe, Ziele, Handlungsfelder und Qualitätsvorstellungen für die Weiterentwicklung des bisherigen Integrationsprogramms diskutiert und zahlreiche Anregungen eingebracht.

Die Ergebnisse des Qualitätsdialogs werden einfließen in das neue Förderprogramm zur Stärkung von Diversität und Partizipation (kurz: Partizipationsprogramm) und die dazugehörigen neuen Förderleitlinien der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, die derzeit erarbeitet werden.

Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Der Senat hat sich ehrgeizige integrationspolitische Ziele gesetzt und deshalb 2005 erstmals für Berlin ein umfassendes Integrationskonzept unter dem Leitmotiv „Vielfalt fördern – Zusammen-halt stärken“ vorgelegt. Die Konzeption der Förderung von Integrationsprojekten soll der praktischen Umsetzung und Unterstützung einiger Leitgedanken des weiterentwickelten “Integrationskonzeptes 2007” darstellen und dessen Grundüberlegungen auch bei der Förderung von Projekten widerspiegeln. Die Förderung von Projekten bettet sich wiederum in das Gesamtkonzept ein; insbesondere im Zusammenhang mit den Kapiteln:

  • 3.3 Integration durch Bildung: Jedes Talent erkennen und fördern
  • 3.4 Integration durch Stärkung des sozialräumlichen Zusammenhalts
  • 3.5 Integration durch interkulturelle Öffnung
  • 3.6 Integration durch Partizipation und Stärkung der Zivilgesellschaft

Zur Abgrenzung gegenüber anderen Ressorts, aber auch zur Untersetzung und Überprüfbarkeit der formulierten Ziele wurden im März 2005 Förderkriterien erarbeitet, die den „Grundsätzen für die Vergabe von Zuwendungen aus Haushaltsmitteln der Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration“ zu entnehmen sind.

Darauf basierend wurden drei Programme zur Projektförderung etabliert. Die Umsetzung dieser Programme wird jeweils durch die bewilligende Stelle intensiv begleitet und zusätzlich extern evaluiert. Dadurch werden Aussagen möglich, welche der unterschiedlichen strategischen Ansätze integrationspolitisch besonders Erfolg versprechend sind. Diese Ergebnisse werden wiederum in die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der etablierten integrationspolitischen Förderprogramme des Senats einfließen.

Eines der Programme sind die sogenannten Integrationsprojekte.

Die Integration von Migrantinnen und Migranten und ihrer Familien ist ein Prozess, der ihre gleichberechtigte Teilhabe (Partizipation) am gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben zum Ziel hat. Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die neben den Migrantinnen und Migranten auch die Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft im Blick behält. Das Integrationskonzept richtet seinen Blick deshalb sowohl auf Zugewanderte und ihre Familien, als auch auf die einheimische Bevölkerung, um Ängsten entgegenzuwirken und Akzeptanz und Vielfalt zu fördern.

Die Förderung der Sprachkompetenz, die Förderung der Teilhabe an Bildung und Ausbildung, die Integration in den Arbeitsmarkt und das gesellschaftliche Umfeld bis hin zur Einbürgerung sind praktische Handlungsfelder der Förderung der Integrationsarbeit.

Die Integrationsbeauftragte unterstützt dabei ethnienübergreifend den Integrationsprozess durch Förderung von qualifizierter Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe. Sie fördert die Vernetzung und Kooperation der Migrantenorganisationen u. a. in kommunalen und regionalen Netzwerken. Die Beratungsangebote bestehen u. a. aus Beratung und Unterstützung von bereits länger hier lebenden Migrant/innen und ihren Familien. Sie werden durch gemeinwesenorientierte Projekte zur Integration von Spätaussiedler/innen sowie Migrantinnen und Migranten ergänzt.

Zur Erfüllung dieses Anspruchs wurden insgesamt vier Handlungsfelder benannt:

Integrationsprojekte - Handlungsfeld 1

Strukturbestimmende Projekte, Zusammenschlüsse und DachverbändeWeitere Informationen

Integrationsprojekte - Handlungsfeld 2

Förderung des Zugangs zu schulischer und beruflicher Ausbildung für benachteiligte Jugendliche und junge ErwachseneWeitere Informationen

Integrationsprojekte - Handlungsfeld 3

Förderung der Chancengleichheit durch niedrigschwellige Sprach- und Bildungsangebote für bestimmte ZielgruppenWeitere Informationen

Integrationsprojekte - Handlungsfeld 4

Förderung der sozialen Infrastruktur, soziokulturellen Aktivitäten und von Integrationsmaßnahmen im stadträumlichen ZusammenhangWeitere Informationen