Aktionsprogramm "Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken"

Gruppe sehr unterschiedlich aussehender Menschen
Bild: Barbara Dietl

Das Aktionsprogramm "Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken"

Der Senat fördert seit dem 01.05.2008 im Rahmen des Aktionsprogramms 2008/9 “Vielfalt fördern- Zusammenhalt stärken” erneut 16 innovative Projekte, die zum Ziel haben, die Vielfalt in den Kiezen und das Miteinander von Berlinerinnen und Berlinern unterschiedlicher Nationen zu stärken.
Mit dem Aktionsprogramm 2006 setzte der Senat erstmals das Integrationskonzept modellhaft um und zeigte, dass es richtig ist, die Institutionen der Regelversorgung durch den Anreiz zusätzlich befristeter Förderung zu aktivieren und mit den Selbstorganisationen der Migrantenorganisationen über Tandemprojekte zu vernetzen.

Das Aktionsprogramm 2008/9 sollte erneut die Plattform bilden, innovative Verfahren zu testen und so best-practice-Beispiele für ganz Berlin aufzuzeigen.

Thematisch konzentriert sich das zweite Aktionsprogramm auf die Arbeit mit männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um Initiativen und Projekte zur Implementierung des Integrationskonzeptes 2007 anzustoßen.

Männliche jugendliche Migranten werden in der Öffentlichkeit häufig vor allem als Gewalttäter wahrgenommen. Soziale Probleme und die besonderen Schwierigkeiten der Jugendlichen etwa bei Ausbildung und Arbeitsplatzsuche spielen in der Wahrnehmung eine untergeordnete Rolle. Der Senat will deshalb diese Jugendlichen unterstützen und setzt dabei bewusst auf die präventive Arbeit zusammen mit Migrantenorganisationen, die sich seit Jahren vor Ort im Kiez um die Integration der Jugendlichen bemühen.

Gleichzeitig werden Empfehlungen zur Prävention der Landeskommission Berlin gegen Gewalt aufgegriffen.

Bei der Auswahl der Projekte hat der Senat besonderen Wert darauf gelegt, dass die durch das Aktionsprogramm initiierten Kooperationsstrukturen, bzw. Projektergebnisse, auch über die Laufzeit des Programms hinaus wirken.
Der Senat will also mit der befristeten finanziellen Unterstützung Anstöße geben und erreichen, dass sich die Projekte in den Bezirken kulturell weiter öffnen, sich vernetzen und langfristig zusammenarbeiten.

Die wesentlichen Grundlagen des Integrationskonzeptes für Berlin sind die Förderung der Teilhabe von Migrantinnen und Migranten durch Interkulturelle Öffnung der Institutionen sowie durch Aktivierung und Beteiligung. Daher wurde erneut ein die Handlungsfelder der Integrationspolitik übergreifendes Interessenbekundungsverfahren für Vorhaben mit folgenden Zielen durchgeführt:

  • Konfliktbewältigung, insbesondere Jugendarbeit mit männlichen Migranten sowie Elternarbeit,
  • Interkulturelle Öffnung von in den Bezirken tätigen Jugendeinrichtungen, sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie sportlichen Einrichtungen,
  • Vernetzung von Migrantenorganisationen mit in den Bezirken tätigen Jugendeinrichtungen, sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie sportlichen Einrichtungen,
  • Stärkung der Aktivierung, der Beteiligung und der Chancen von Migrantinnen und Migranten einschließlich Spätaussiedler/innen über nichtstaatliche Organisationen (insbesondere Migrantenorganisationen).

Ein besonderer Schwerpunkt liegt beim Aktionsprogramm 2008/09 erneut auf dem Tandemcharakter der Projekte. Durch die Kooperation von im Stadtraum tätigen Institutionen (zum Beispiel Jugendeinrichtungen, Stadtteilzentren, Quartiersmanagements und Sportorganisationen) und Migrantenorganisationen sollen neue Möglichkeiten einer aktivierenden Integrationspolitik für die Jugendpolitik gesucht werden.

Da Migrantenorganisationen eine zunehmend wichtigere Brückenfunktion in den Gemeinschaften wahrnehmen, wird das Aktionsprogramm 2008/09 außerdem diese Brückenfunktionen stärken. Auf der anderen Seite erhalten die im Jugendbereich in den Bezirken tätigen Institutionen durch die Kooperation mit den Migrantenorganisationen neue Impulse zur interkulturellen Öffnung ihrer Einrichtungen.

Die Handlungsfelder

Gefördert werden Vorhaben – insbesondere innovative -, die

  • in den Bezirken zu verankern und
  • auf Nachhaltigkeit ausgerichtet
    sind.

Die breite Streuung der Projektansätze im Rahmen des Aktionsprogramm 2008/9 soll einen wesentlichen Schritt für die integrationspolitischen Entwicklung dieser Stadt beitragen und so dem Leitsatz des Integrationskonzeptes “Vielfalt fördern- Zusammenhalt stärken” gerecht werden.

Die Projektdurchführung erfolgt vor allem im Tandem zwischen einer Migrantenorganisation und einer im Bezirk tätigen Jugendeinrichtung, einem sozialen oder kulturellen Zentrum oder einer Sportorganisation in folgenden Handlungsfeldern:

Interkulturelle Jugendarbeit (insbesondere Arbeit mit Jungen, Bildungsangebote, Sportangebote)

  • Afrika – Haus Berlin e.V. „ Vorbilder zum Anfassen“
    Tandempartner: Moses – Mendelson – Schule Berlin – Moabit
  • cultures interactive e.V. „ cultures of Berlin“
    Tandempartner: Vision e.V. und 44 kingz und queenz
  • Gangway e.V. „Legal leben“
    Tandempartner: TBB – Türkischer Bund Berlin – Brandenburg
  • Kiezboom e.V. “Fit durchs Leben”
    Tandempartner: Türkischer Ringerverein Berlin 1981 e.V.
  • Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. „ Perspektive – An sich glauben“
    Tandempartner: Harmonie e.V. und Mama Afrika e.V.
  • Türkisch – Deutsches Tentrum e.V. „ Beraber – Ittihad – Gemeinsam“
    Tandempartner: Deutsch-Arabische-Unabhängige Gemeinde (DAUG) und Navitas gGmbH
  • Verband für sozial–kulturelle Arbeit – Landesgruppe Berlin e.V./ Outreach „Globalkan“
    Tandempartner: Vuk Karadic – Gebrüder Grimm e.V.
  • Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. „ BBall – 44 – Neukölln in Bewegung“
    Tandempartner: Bürgerhilfe – Kultur des Helfens gGmbH
  • Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. „Mitternachtssport in Spandau“
    Tandempartner: SportJugendClub Wildwuchs

Interkulturelle Elternarbeit (zum Beispiel mit den Schwerpunkten Familien- und Gesundheitsarbeit)

  • AWO Kreisverband Südost e.V. „Miteinander lernen im Familienzentrum“
    Tandempartner: Elternverein Bashe Rroma e.V.
  • LebensWelt gGmbH „Niedrigschwellige Familienberatung im Klix – Kiez“
    Tandempartner: Gangway e.V.
  • Nachbarschaftshaus Kiezspinne FAS e.V. „JuWeL – Junge Migranten bewegen sich und Lichtenberg“
    Tandempartner: Interkultureller Integrationsverein TAMGA e.V. und Deutsch – Pakistanische Gemeinschaft für Kultur und Demokratie e.V.
  • Kiek in e.V. „Dreiklang“
    Tandempartner: Reistrommel e.V. und Verband für sozial – kulturelle Arbeit e.V.
  • Kulturen im Kiez „Väter und Söhne“
    Tandempartner: Karame e.V.