Das Willkommenszentrum Berlin informiert: Fachveranstaltung „Migrationsberatung 4.0“

Pressemitteilung vom 29.06.2017

„Migrationsberatung 4.0“ ist das Thema einer Fachveranstaltung, die am 29.06.2017 von 9.30 bis 16.00 Uhr im Institut Français Berlin stattfindet.
Organisiert wird sie vom Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration, dem Willkommenszentrum Berlin und dem IQ Landesnetzwerk und Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung.

„Das Informationsverhalten der aktuell aus dem Ausland nach Berlin Kommenden unterscheidet sich vom Informationsverhalten vorheriger Generationen eklatant. Insbesondere den sozialen Medien kommt ein hoher Stellenwert zu.“ Darauf wies der Integrationsbeauftragte Andreas Germershausen bei der Eröffnung hin. „Der Austausch und die gegenseitige Information in Facebookgruppen und über WhatsApp hat ein emanzipatorisches Moment und ist ein Ausdruck von Solidarität untereinander. Informationen sind zudem rasch verfügbar. Es sind damit jedoch auch Gefahren verbunden: Der Austausch im Netz schließt Fehlinformationen ein, die Frustration auslösen und den Integrationsprozess behindern können.“

Die Veranstaltung beleuchtet das zunehmend digitalisierte Informations- und Kommunikationsverhalten von neu zugewanderten Migrantinnen und Migranten und Geflüchteten in Berlin und stellt die Frage nach dem Umgang von Offline-Beratungsanbietern mit diesem Phänomen. Für diese stellt das neue Kommunikationsverhalten eine Herausforderung dar. Wie können sich etwa etablierte Beratungsstellen darauf einstellen, z.B. die Beratung in aufenthalts- und sozialrechtlichen Fragen beim Integrationsbeauftragten oder das Willkommenszentrum Berlin, das gerade Neueingereisten Unterstützung, Beratung und Hilfestellungen in allen möglichen Bereichen des Lebens bietet?

Eine zusätzliche Herausforderung für die Beratungseinrichtungen sind Missbrauchsfälle, in denen von Neueingereisten für eigentlich kostenlose Informationen oder Dienstleistungen nicht unerhebliche Summen verlangt werden. Hierüber liegen keine verlässlichen Daten vor, das Problem ist jedoch in den Blick zu nehmen.

Das Projekt Neu in Berlin hat sich dieser Probleme angenommen und erprobt in Zusammenarbeit mit dem Willkommenszentrum Berlin eine „aufsuchende Information und Beratung“ im Netz. Ob und wie das funktioniert, ist ein Schwerpunkt der Veranstaltung.

Sie präsentiert aktuelle Untersuchungsergebnisse und bietet die Gelegenheit zum Fachaustausch über dieses innovative Feld. Sie richtet sich an Beratungseinrichtungen, die mit Neuzugewanderten arbeiten, Migrantenorganisationen, öffentliche und private Förderinstitutionen und Forscherinnen und Forscher, die zu diesen Themen arbeiten.

Mehr Informationen zum Willkommenszentrum Berlin:
http://www.berlin.de/willkommenszentrum/.
Mehr Information zum Projekt „Neu in Berlin“ (das Projekt wird von der Lotto Stiftung Berlin und Büro des Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration gefördert): https://www.minor-kontor.de/de/projekte/neu-in-berlin.