Integration im Dialog

In einem Kreis sitzen Menschen und diskutieren.
Eine der vielen Gesprächsrunden bei der Veranstaltung in Pankow
Bild: Hans Martin Fleischer

Der Andrang war riesig. Knapp 220 Ehrenamtliche, Helferinnen und Helfer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Senats und Interessierte waren zur Veranstaltung „Integration im Dialog“ in die Volkshochschule Berlin-Pankow gekommen. In der Aula des Backsteinbaus war bereits das syrische Buffet aufgebaut, als noch etliche Stühle hineingetragen werden mussten, um den Andrang aufzufangen. Auch die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats, Andreas Germershausen, und der Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn, waren gekommen, um mit den Gästen über den Status und die Perspektiven Geflüchteter im Bezirk Pankow zu sprechen. „Ich bin davon überzeugt, dass Integration Beteiligung braucht. Deshalb wollen wir bei dieser Veranstaltungsreihe vor allem mit zwei Gruppen ins Gespräch kommen: den Geflüchteten selbst und der Stadtgesellschaft“, sagte Germershausen über das Ziel der Veranstaltungsreihe, die im September 2017 startete. Seitdem tourt die Reihe durch alle Berliner Bezirke und es finden bezirksübergreifende Dialoge zu bestimmten Themen statt.

Formate: video/youtube

Pankow engagiert sich

Auch Elisabeth Spier, ehemalige Ehrenamtliche bei „Pankow Hilft!“, war gekommen. Schon als Jugendliche hatte sich die gebürtige Saarländerin bei Amnesty International für Menschenrechte eingesetzt. Bei Pankow Hilft! arbeitete sie vor allem in der Kleiderausgabe eines Pankower Flüchtlingsheimsund unterrichtete Geflüchtete in Deutsch. „Ich habe mir überlegt, wie es für mich wäre, wenn Krieg in meinem Land wäre. Dann würde ich mir auch wünschen, dass mir jemand hilft“, sagt sie über ihre Motivation. Zukünftig wird sie sich bei der Initiative „Buchholz Hilft!“ vor allem in der Deutsch-Nachhilfe für Geflüchtete engagieren. Von der Veranstaltung in der Pankower Volkshochschule erhoffte sie sich vor allem einen Austausch mit den Zuständigen für Integration und Migration des Berliner Senats. Das ist auch das Ziel der Veranstalter: In den Dialog treten mit all denen, die sich ehrenamtlich oder im Job um Geflüchtete in Berlin kümmern, um gemeinsam an einer stetigen Verbesserung der Lebenssituation Geflüchteter zu arbeiten.

Elisabeth Spier blickt in die Kamera.
Seit ihrer Jugend engagiert sich Elisabeth Spier ehrenamtlich.
Bild: Publiplikator GmbH

In Pankow ging es unter anderem um die rechtliche Situation Geflüchteter und ein eigens eingerichtetes Beschwerdemanagement für Geflüchtete in Heimen, das so vorher noch nicht existiert hatte. Auch die Grundrechte Geflüchteter in unserer Gesellschaft und die teils sehr angespannte Wohnsituation in Berlin standen im Fokus. „Es gibt immer mehr Geflüchtete, die Wohnungen und Arbeit finden. Aber wir haben immer noch zu viele Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften oder in prekären Unterkünften leben müssen“, sagte Senatorin Elke Breitenbach. Die Integration Geflüchteter in Berlin sei auf einem guten Weg, ergänzte der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats: „Die Impulse aus dieser und den weiteren Veranstaltungen in den Bezirken wollen wir nutzen, um das Gesamtkonzept des Senats für die Integration und Partizipation der Geflüchteten weiterzuentwickeln.“

Andreas Germershausen spricht in ein Mikrofon.
Der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats im Gespräch mit Bürgern
Bild: Hans Martin Fleischer

Austausch vertiefen

Der Andrang in Pankow war so groß, dass gar nicht alle zu Wort kommen konnten, die sich einbringen wollten. Auch Elisabeth Spier nicht. Trotzdem ist sie froh, auf dieser Veranstaltung gewesen zu sein und nimmt Anregungen für ihre Arbeit bei „Buchholz Hilft!“ mit.

Dem starken Bedürfnis der vielen Helfenden nach Austausch wird der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats auch weiterhin mit seiner Veranstaltungsreihe nachkommen. „Ich glaube, wir müssen als Verwaltung neue Angebote zu Gesprächen bieten. Dadurch kann nicht jedes Problem gelöst werden, aber man kann sich zumindest darüber verständigen, wohin wir gemeinsam wollen“, so Andreas Germershausen. Die Integrationssenatorin Elke Breitenbach war nach der Veranstaltung begeistert von dem starken Engagement der Pankowerinnen und Pankower: „Wir haben unglaublich viele wunderbare Menschen, die sich engagieren und die uns offen und ehrlich sagen, was wir besser machen können. Dafür bin ich sehr dankbar, auch wenn sich nicht alles umsetzen lässt und nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann.“

Josefine Jacob

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe finden Sie hier: Integration im Dialog