Suchtprävention im Land Berlin ist neben Behandlung, Schadensbegrenzung und Repression eine tragende Säule der Drogen- und Suchtpolitik. Zentrales Anliegen der Suchtprävention ist es, den schädlichen Konsum von Suchtmitteln - wie Nikotin, Alkohol, Medikamenten oder Cannabis - aber auch exzessive Verhaltensweisen wie Automaten- oder Computerspielen zu verhindern oder zumindest deutlich zu reduzieren, um psychosozialen Problemen und Abhängigkeit vorzubeugen.
Suchtprävention im Land Berlin ist eingebettet in die Drogenstrategie der Europäischen Union und den von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Aktionsplan Drogen und Sucht. Ihr wird hohe Priorität eingeräumt. Grundlage der Arbeit sind die vom Berliner Senat verabschiedeten Leitlinien für die Suchtprävention im Land Berlin. Die Leitlinien stellen für alle, die im Land Berlin für Suchtprävention Verantwortung tragen oder die in der Suchtprävention tätig sind, eine Orientierung für ihr Handeln dar.
Bezogen auf verschiedene Zielgruppen verfolgt die Suchtprävention in Berlin folgende Ziele:
Um diese Ziele zu erreichen und die gesamtstädtische Wirkung von Suchtprävention zu stärken sowie vorhandene suchtpräventive Ressourcen zu bündeln und besser zu vernetzen, wurde eine zentrale Fachstelle für Suchtprävention eingerichtet. Die von ihr betriebene Informationsstelle ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger und stellt Informationsmaterialien wie Fachliteratur, Broschüren, methodische Materialien, Filme etc. zur Verfügung. Die Fachstelle entwickelt Konzepte und Materialien für die suchtpräventive Arbeit und führt Fortbildungen, Fachtagungen und Projekte durch. Weiterhin bietet sie Beratung und Unterstützung für Einrichtungen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Konzeptentwicklung, Planung und Durchführung von Maßnahmen in allen für die Suchtprävention relevanten Arbeitsfeldern an. Weitere Informationen über die Fachstelle und ihre Angebote sind unter Fachstelle für Suchtprävention
erhältlich.
Dort finden Sie auch Informationen über das Landesprogramm "Berlin qualmfrei", das seit Oktober 2007 von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin weitergeführt wird. Hauptanliegen des Programms ist es, die Berlinerinnen und Berliner von den Vorteilen des Nichtrauchens und von der Notwendigkeit rauchfreier Räume zu überzeugen. „Berlin qualmfrei“ ist damit Teil eines umfassenden Berliner Maßnahmenpaketes und komplementiert das neue Berliner Nichtraucherschutzgesetz.
Am häufigsten werden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen die legalen Drogen Tabak und Alkohol sowie die illegale Droge Cannabis konsumiert. Dieser Tatsache Rechnung tragend wurden vom KARUNA e.V.
ein Mitmachparcours zum Nichtrauchen "Rauchst du noch oder lebst du schon?" und ein Mitmachparcours zur Alkoholprävention "Volle Pulle Leben - auch ohne Alkohol" aufgebaut, die sehr erfolgreich arbeiten. Ein weiterer Mitmachparcours zur Cannabisprävention wird zur Zeit entwickelt.
Der Karuna e.V. hält darüber hinaus besondere zielgruppenspezifische Angebote für Straßenkinder und andere Jugendliche mit riskantem Drogenkonsum vor.
Zur frühen Intervention bei Cannabisproblemen und bei exzessivem Alkoholkonsum wurden Angebote im Rahmen des Netzwerkes Frühintervention eingerichtet. Die regionalen Alkohol- und Drogenberatungsstellen bieten die Frühinterventionsprogramme "FReD" und "Realize it" für Cannabiskonsumenten sowie das Programm zur Reduzierung des Alkoholkonsums "Break" an. Die Adressen und Telefonnummern der Beratungsstellen finden Sie unter www.Sucht-Drogen-Rat-Hilfe.de
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Die von Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Ingeborg Holterhoff-Schulte und Christa Merfert-Diete erarbeiteten Qualitätsstandards in der Suchtprävention werden im Land Berlin als Orientierungshilfe bei der Planung und Durchführung von suchtpräventiven Maßnahmen verwendet. Die Nutzung des Textes für kommunale Konzepte und Leistungsverträge etc. ist ausdrücklich erwünscht, sollte allerdings mit Quellenangabe versehen werden.
Weitere Informationen zur Suchtprävention erhalten Sie unter PrevNet Fachportal der Suchtvorbeugung
und Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
