Initiative "Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt"
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am 2.4.2009 die Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" (ISV) beschlossen. Zur Umsetzung der 24 Beschlusspunkte hat der Senat am 16.2.2010 ein Maßnahmenpaket beschlossen.
Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Landesstelle für Gleichbehandlung gegen Diskriminierung (LADS) hat für die Umsetzung die Federführung übernommen und koordiniert die Aktivitäten und Pläne der zuständigen Senatsverwaltungen und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Akteur/innen. Am 16.2.2011 legte der Senat den ersten Zwischenbericht über die im Jahr 2010 realisierten Maßnahmen vor.
Insgesamt besteht die Initiative aus über 60 Einzelmaßnahmen in sechs Handlungsfeldern.
Beschlüsse und Berichte
Hier finden Sie Berichte und Beschlüsse zur Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt":
1. Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses vom 2.4.2009: "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt/ Aktionsplan gegen Homophobie"
Weitere Beschlüsse und Berichte:
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Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Homophobie laden »
(Senatsbeschluss vom 16.02.2010; Drs. Nr. 16/2291 , 266817 Bytes)
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Zwischenbericht zur Umsetzung der ISV-Maßnahmen 2010 laden »
(Bericht des Senats vom 22.02.2011, 272373 Bytes)
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Zusammenfassung der Ergebnisse der Gesamtevaluation der ISV laden »
(veröffentlicht am 07.05.2012, 586907 Bytes)
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Ergebnisbericht zur Gesamtevaluation der ISV laden »
(veröffentlicht am 17.05.2012, 1352783 Bytes)
Handlungsfeld: Bildung und Aufklärung stärken
Handlungsfeld Diskriminierung, Gewalt und vorurteilsmotivierte Kriminalität
Erschreckende Überfälle im Jahr 2008 hatten den Anlass für die ISV gegeben. Diskriminierungen und Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) liegen in Berlin immer noch auf einem hohen Niveau. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Bereich auch ein sehr großes Dunkelfeld besteht. Deshalb werden LSBTI mit Empowermentmaßnahmen unterstützt, Gefahren zu erkennen, ihre REchte zu kennen und in Anspruch zunehmen. Opfer von Gewalt und Diskriminierung werden umfassend und qualifiziert beraten. Dafür werden im Rahmen der Umsetzung dieser Maßnahmen sechs Projekte
der Zivilgesellschaft gefördert. Auch Maßnahmen der Berliner Polizei und der Strafverfolgungsbehörden tragen dazu bei, die Sensibilität für die Belange der Opfer erhöhen.Ansprechpartner für gleichgeschlechltiche Lebensweisen der Berliner Polizei
Ebenfalls zu diesem Handlungsfeld gehört die Akzeptanzkampagne zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, welche sich mit verschiedenen Instrumenten und mehrsprachigen Bestandteilen an die Berliner Bevölkerung richtet.Berlin - liebt- Kampagne
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Sechs Projekte laden »
(diese Projekte werden im Rahmen der ISV gefördert, 173505 Bytes)
Handlungsfeld Wandel der Verwaltung vorantreiben
Berlin hat sich bereits 2007 mit dem Beitritt zur Charta der Vielfalt dazu verpflichtet, eine Verwaltungskultur zu pflegen, die von Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Diversity-Aspekte sollen als integraler Bestandteil der Personalentwicklungskonzepte der Berliner Verwaltung etabliert werden.
Zudem möchte der Senat beispielgebend für andere Arbeitgeber/innen der Stadt wirken. Im Jahr 2011 werden Diversity-Fortbildungen mit dem Schwerpunktthema "sexuelle und geschlechtliche Identität" für Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Senatsverwaltungen und anderer öffentlicher Dienststellen durchgeführt.
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Diversity- Fortbildung mit Schwerpunkt zu sexueller Identität laden »
(für Führungskräfte und Mitarbeitende der Berliner Verwaltung, 269919 Bytes)
Handlungsfeld Erkenntnisgrundlagen verbessern
Voraussetzung für ein erfolgreiches Handeln ist das Erforschen der empirischen Basis zu den unterschiedlichen sozialen Erfahrungen von Lesben, Schwulen, trans- und intergeschlechtlichen Personen. Dazu sind repräsentative wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben worden. Eine erste Umfrage zum Verhältnis der Lesben- und Schwulen-Community zu anderen gesellschaftlichen Teilgruppen wurde im Februar 2011 durchgeführt. In Kürze folgt eine Studie zu Lebenssituationen und Diskriminierungserfahrungen schwuler und bisexueller Männer. Eine Studie zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen lesbischer und bisexueller Frauen und transidenter Menschen wurde bereist an anderer Stelle durchgeführt Kampagne LesMigraS
Handlungsfeld Dialog fördern
Um die Akzeptanz sexueller Vielfalt in der Gesellschaft zu erreichen, setzt der Senat seinen Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen wie zum Beispiel Religionsgemeinschaften, Migrant/innenselbstorganisationen, Sportverbänden und vielen anderen fort. Dieser Dialog dient dazu, die Zielgruppen wechselseitig füreinander mit dem Ziel zu sensibilisieren, die Anerkennung von unterschiedlichen Lebensweisen zu erreichen. Im Rahmen der Umsetzung wird das vom LSVD Berlin-Brandenburg initiierte Bündnis gegen Homophobie fortgesetzt. Ein Runder Tisch zur Akzeptanz sexueller Vielfalt wurde eingerichtet.
Handlungsfeld Rechtlicher Gleichstellung bundesweit zum Durchbruch verhelfen
Um das Ziel der Gleichbehandlung von Menschen verschiedener sexueller Identität zu erreichen, ist die Ausschöpfung und Anwendung des geltenden Rechts auch für LSBTI konsequent zu verfolgen. Dafür werden verschiedene Bundesratsinitiativen auf den Weg gebracht. Auch die Heraushebung und Anerkennung von schwulen, lesbischen und transidenten Persönlichkeiten ist in diesem Handlungsfeld vorgesehen.
Am 1.3.2011 hat der Senat beschlossen: Berlin engagiert sich im Bundesrat für die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe im Kindschaftsrecht. Pressemitteilung. Vollständiger Text
Der Entschließungsantrag fand im Bundesrat keine Mehrheit.
Am 14.9.2011 wird Dr. Fritz Flato als erste Person im Rahmen der Initiative geehrt. Hinter diesem Vorhaben steht die Absicht, dass sich die Vielfalt der sexuellen Identitäten und Lebensentwürfe in der Auswahl der Personen spiegelt, derer durch die Namensgebung von öffentlichen Orten und durch Gedenkzeichen gedacht wird.
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Fritz Flato - Kurzinformation zur Person laden »
(zur Einweihung der Gedenktafel am 14.9.2011, 81546 Bytes)
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