Brixplatz

Brixplatz
Brixplatz, 2016
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Die außergewöhnliche Gestaltung des Brixplatzes führt den Besucher bis zu 14 Meter tief hinab in die märkische Landschaft Brandenburgs. Schon bei der Entwicklung Neu-Westends zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich hier eine natürliche Senke im Wald, deren Topographie der Charlottenburger Gartendirektor Erwin Barth in seinem Entwurf von 1913 für die einst Sachsenplatz genannte Anlage geschickt ausnutzte. Die nur langsam vorangehende Bebauung Neu-Westends und der Erste Weltkrieg verschoben die Realisierung allerdings auf 1919-21. Barth sah den Platz als „Reservat des Grunewaldes“ und erhöhte den natürlichen Reiz durch das Einfügen von einer Quelle, einem Bach und drei Teichen sowie durch zusätzliche Pflanzungen nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen. Ein künstlicher Steinbruch aus Kalkstein als Abbild natürlicher Gesteinsaufschlüsse ergänzt im Südosten die Idee des Lehrgartens.

Der Brixplatz wird von einem zwei bis drei Meter tiefer liegendem Rundweg erschlossen, der die Sondergärten in den Platzecken miteinander verbindet. In diese Eckbereiche legte Barth Funktionen, die ihm bei einem städtischen Platz wichtig waren: Ruheplätze unter einer Pergola aus Knüppelholz im Nordwesten und einen Kinderspielplatz mit Unterstandshalle in Holzkonstruktion im Südwesten. Die Südostecke ist der höchste Punkt der Anlage und wird durch eine viertelkreisförmige Terrassenanlage über zwei Ebenen mit Aussichtspavillon und Wasserbecken betont und ist wie der künstliche Steinbruch und alle weiteren Treppen und Mauern aus Kalkstein gefertigt. Unterhalb des Aussichtspunktes fließt ein kleiner Wasserfall den Steinbruch hinab in einen Teich, der über einen Bachlauf mit zwei weiteren Teichen verbunden ist.

Am nordöstlichen Eingang empfängt den Besucher der „Biologische Garten“ mit Nutzpflanzen, Wild- und Heilkräutern, den Barth als Lehrgarten für Schüler konzipierte. Heute wird der Garten durch die „Parkinitiative Brixplatz“ gepflegt. Der ornamentale Sondergarten zitiert barocke Vorbilder und spiegelt Barths intensive Auseinandersetzung mit dieser Epoche. Im Süden liegt am Rundweg eine Treppenanlage, die zu einem Aussichtsplatz auf halber Höhe führt. Hier steht unter einem Ahorn eine weiße Rundbank. Ein schmaler Nebenweg schlängelt sich von Norden nach Süden bis hinab zu den Teichen. Der einstige Pflegeweg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für die Besucher geöffnet und führt durch verschiedene Pflanzengesellschaften, darunter die Flora des Laub- und Nadelwaldes, Dünenvegetation, eine Heideformation und sowie über feuchte Wiesen. Die Vielfalt der Landschaftsbilder, das bewegte Gelände und die geschickt platzierten Sonderbereiche schaffen reizvolle Blickachsen, die die herausragende Gestaltung des Brixplatzes zusätzlich bereichern.

Literatur

Barth, Erwin: Charlottenburger neue Stadtplätze. In: Die Gartenkunst 15.1913, H. 14, S. 209-212.
Eckert, Reinald: Brixplatz. In: Landesdenkmalamt Berlin (Hg.): Gartendenkmale in Berlin. Parkanlagen und Stadtplätze. Petersberg 2013, S. 68-71.
Land, Dietmar; Wenzel, Jürgen: Heimat, Natur und Weltstadt. Leben und Werk des Gartenarchitekten Erwin Barth. Leipzig 2005.