Installation Horu von Jan Köchermann – das Matterhorn am Hansaplatz

Jan Köchermann
Jan Köchermann
Foto: Jan Köchermann
Der Hamburger Künstler Jan Köchermann verwandelt mit seiner Installation Horu den Hansaplatz für die Dauer von sieben Wochen in ein Alpenpanorama. Vom 31. Juli bis 20. September spiegelt sich dort die acht Meter hohe Silhouette einer Bergspitze im Wasserbecken vor der Hansabibliothek. Auf die abends von einer Straßenlaterne beleuchte Sehenswürdigkeit aus „Fels“, begehbarer Höhle und „Bergsee“ verweist und wartet bereits seit September 2019 ein kleiner Souvenir-Shop mit Stockschildern, Postkarten und Zeitungen.
Mit dieser humorvollen, schon fast anarchischen Inszenierung des sonst so wohlgeordneten Außenraums am Hansaplatz, spielt Jan Köchermann mit gewohnten Seherfahrungen der Bertachter*innen und hinterfragt das, was im öffentlichen Raum „normal“ erscheint, etwa, dass der öffentliche Raum zunehmend privatisiert, funktionalisiert und in Orte für Konsum und Erlebnis umgewandelt wird.
Bei der Installation Horu läuft die Zeit somit rückwärts: während ein Souvenir-Shop gewöhnlich der Sehenswürdigkeit folgt, ist er in diesem Fall zuerst zur Stelle und erst später gesellt sich die Bergspitze dazu. Ergänzt wird das Szenario noch um einen „Bergsee“ (dem Wasserbecken vor der Hansabibliothek), den „Mond“ (einer Straßenlaterne) und eine begehbare Berghöhle. Die Höhle, als Urform des Wohnens und der menschlichen Behausung, versteht sich dabei bewusst als Kontrapunkt zur Architektur der „Stadt von Morgen“.
Das Hansaviertel ist 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (Interbau) als „Die Stadt von morgen“ erbaut worden und gilt als ein Klassiker der architektonischen und städtebaulichen Moderne. Seit 1995 steht das Areal vollständig unter Denkmalschutz und konserviert damit auch diese Ideen. Architekturtourist*innen aus der ganzen Welt strömen ins Hansaviertel, um die Architektur der Moderne zu studieren und zu bestaunen.
Jan Köchermann baut Schächte. Inspiriert durch Unterführungen und Tunnel im städtischen Raum befreit er das architektonische Motiv von seiner eigentlichen Funktion als Übergang und Verbindung und rückt es als Ort selbst ins Zentrum der Wahrnehmung. Köchermanns Skulpturen sind begehbar und führen den Betrachter häufig in eine Risikozone. Seit einigen Jahren beschäftigt den Künstler auch die Dimensionsverschiebung: Seine Modelle von verwahrlosten Wohnzimmern, Kellern und – natürlich – Unterführungen lenken den Blick auf Un-Orte privater und öffentlicher Architektur. Köchermann Arbeiten waren unter anderem in der Galerie der Gegenwart in Hamburg, in der Kunsthalle Bratislava, im Nationalmuseum Oslo, in der Kunstsammlung NRW und im Kunstverein Braunschweig zu sehen.
Das Pilotprojekt „Kunst im Stadtraum am Hansaplatz“ wird vom Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamt Mitte von Berlin in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa realisiert und aus gesamtstädtischen Mitteln finanziert. Horu ist ein Projekt im Rahmen von „Kunst im Stadtraum am Hansaplatz“ in Kooperation mit der Hansabibliothek. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.kunst-im-stadtraum.berlin
Veranstaltungen:
31.07.2020, 18.00 Uhr Eröffnung auf dem Vorplatz der Hansabibliothek. Es sprechen: Çağla İlk (Jurymitglied des Wettbewerbs "Kunst im Stadtraum am Hansaplatz"), Hauke Zießler (Programmleiter Stadtkultur) sowie Elke Falat (künstlerische Projektleiterin) mit Jan Köchermann (Künstler)
19.09.2020, 17.30 Uhr Lesung mit der Hamburger Autorin Dagrun Hintze und Künstlergespräch mit Jan Köchermann auf dem Vorplatz der Hansabibliothek

Die Veranstaltungen finden Open-Air statt. Bitte achten Sie auf den Sicherheitsabstand.

Kategorien: Ausstellungen

Bezirk: Mitte (Wedding, Tiergarten, Mitte)

Veranstaltungsort

Hansabibliothek
Altonaer Str. 15
10557 Berlin

Veranstalter

Hansabibliothek
Altonaer Straße 15
10557 Berlin

Nächste Termine

  • 09.08.2020 bis 24:00 Uhr
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  • 11.08.2020 bis 24:00 Uhr
  • 12.08.2020 bis 24:00 Uhr
  • 13.08.2020 bis 24:00 Uhr

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