Städtepartnerschaft Berlin-Moskau - Fachseminar für die Moskauer Stiftung Lebensqualität

Maria Kulik im Gespräch mit Wolfgang Grasnick
Maria Kulik im Gespräch mit Wolfgang Grasnick
Bild: LAGeSo

Das LAGeSo organisierte im Juni 2017 Fachgespräche für Maria Kulik, Präsidentin der Moskauer Stiftung Lebensqualität. Die karitative Stiftung engagiert sich in Moskau für besonders betroffene schwerbehinderte sowie sozial benachteiligte Menschen. Gefördert vom Moskauer Arbeits- und Sozialdepartement hat die Stiftung – in enger Kooperation mit Behindertenorganisationen und sozialen Einrichtungen – bereits über 100 soziale Projekte entwickelt und umgesetzt.

Seit 2012 unterstützt das LAGeSo die Moskauer NGO-Partnerin bei der Realisierung des ehrgeizigen Projekts „System der stufenweisen psycho-sozialen und beruflichen Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt“. In der ersten Projektphase gründete Frau Kulik auf der Basis der Druckerei „Forteprint“ ein Integrationsunternehmen, in dem knapp 100 mehrfacheingeschränkte Menschen beschäftigt, fortgebildet und beruflich begleitet wurden.

Das aktuelle Arbeitsmarktprogramm (Phase zwei) zur unterstützen Beschäftigung, betrieblichen Qualifizierung und Arbeitsvermittlung von Menschen mit Handicap wird in Zusammenarbeit mit Moskauern Arbeitgebern erfolgreich umgesetzt. So konnten im vergangen Jahr 50 % der Projektteilnehmer im Anschluss an die betriebsbegleitende Maßnahme übernommen bzw. an andere Unternehmen derselben Branche vermittelt werden. Gegenwärtig erfolgt die berufliche Eingliederung von 130 Menschen mit Handicap in 15 Bereichen des allgemeinen Arbeitsmarktes (Logistik, Marketing, Schneiderei, Textilreinigung, Druckerei, etc.).

In Anerkennung dieses Erfolgs stellte das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation der Stiftung Lebensqualität ein zusätzliches Gebäude zwecks Realisierung von sozialen Projekten zur Verfügung. Die neuen – zweckgebundenen – Räumlichkeiten ermöglichen die Gründung eines wissenschaftlich-praktischen Zentrums für die berufliche Förderung von Menschen mit Behinderung. Um die Konzeption der innovativen Einrichtung auszuarbeiten, bekundete Frau Kulik ihr Interesse an einem Erfahrungsaustausch mit Experten aus Deutschland. Einleitend fanden Fachgespräche mit Vertretern der Berliner Verwaltung zum System der sozialen Sicherung in Deutschland statt.
Wolfgang Grasnick teilte mit Maria Kulik seine Erfahrungen als langjähriger Geschäftsführer der Union Sozialer Einrichtungen und internationaler Experte der Behindertenarbeit. Im Fachgespräch mit Dr. Carsten Brausch aus Köln (Leiter der Abteilung Technischer Beratungsdienst) ging es um Empfehlungen für die technische Ausstattung des Förder-Zentrums (Universelles Design/innovative Technologien).

Die russische Stiftungspräsidentin, die sich der Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Einschränkungen verpflichtet hat, bedankte sich für die vermittelten Fachinformationen, wertvollen Anregungen und praktischen Empfehlungen.

Nelli Stanko