Landesamt für Gesundheit und Soziales veröffentlicht Jahresbericht 2016

Pressemitteilung vom 25.08.2017

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) hat heute seinen Jahresbericht 2016 (LAGeSo) mit interessanten Daten und Fakten veröffentlicht.
„Das LAGeSo ist mit seinen qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch weiterhin ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil des Systems der gesundheitlichen und sozialen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Berlin“, sagt dazu Präsident Allert.

Der Tätigkeitsbericht 2016 zeigt anhand von Leistungsdaten und konkreten Beispielen aus ausgesuchten Bereichen des LAGeSo die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben auf.
www.berlin.de/lageso/ueber-uns/jahresberichte-und-weitere-informationen

Daten und Fakten für das Jahr 2016:

Das LAGeSo setzt sich für Menschen mit Behinderung ein:
Ende 2016 lebten in Berlin 615.821 Menschen mit einer anerkannten Behinderung.
Von diesen sind 411.035 Personen schwerbehindert.
2016 gingen rund 70.000 Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht ein. Die Bearbeitungszeiten betrugen durchschnittlich 103 (2015: 96) Tagen für Erstfeststellungen und 124 Tagen (2015: 114) für Neufeststellungen.
Rund 3.500 Menschen besuchen monatlich das Kunden Center des LAGeSo.
2016 hatten knapp 32.000 Personen die Berechtigung zur Inanspruchnahme des Sonderfahrdienstes. Im Durchschnitt buchte 2.663 Berechtigte je Monat im Jahr 2016 insgesamt fast 156.000 Fahrten beim Sonderfahrdienst.

Näheres im Jahresbericht auf den Seiten 72-74.

Das Integrationsamt im LAGeSo fördert die Teilhabe am Arbeitsleben:
Im Jahr 2016 wurden mehr als 30 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe für Leistungen an schwerbehinderte Beschäftigte und deren Arbeitgeber für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen ausgereicht.

„Finanzielle Mittel für Fördermaßnahmen sind durch die Ausgleichsabgabe vorhanden. Das Integrationsamt berät und hilft behinderten Beschäftigten und deren Arbeitgeber gerne“, betont Allert.

2016 förderte das LAGeSo insgesamt 37 Integrationsprojekte, die einen Anteil zwischen 25 % und 50 % schwerbehinderter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben. So haben insgesamt 1.280 Menschen in Integrationsprojekten Beschäftigung z. B. in der Gastronomie, im Garten- und Landschaftsbau, Wäscherei u.a.
Seit 2016 gibt es z. B. das Sonderprogramm „AlleImBetrieb“: Das Programm ermöglicht, zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze in bestehenden oder neuen Integrationsprojekten zu schaffen. Für die Realisierung des Sonderprogramms stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den Bundesländern insgesamt 150 Mio. € aus dem Ausgleichsfonds zur Verfügung. Knapp 7 Mio. € davon entfallen auf Berlin. In den Jahren 2016-2019 wird das LAGeSo aus diesen Bundesmitteln 175 neue Arbeitsplätze von schwerbehinderten Menschen fördern.

Auch im Jahr 2017 wird es die Verleihung des Inklusionspreises für Unternehmen geben, die sich besonders für Menschen mit Handicaps einsetzen und ihnen eine Chance im Arbeitsleben geben.

Mehr dazu im Jahresbericht auf den Seiten 62-65.

Die Heimaufsicht berät und prüft ambulante und stationäre Einrichtungen von pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen:
In Berlin leben rd. 39.500 volljährige Menschen, die wegen einer Krankheit, ihres Alters oder einer Behinderung pflege- oder betreuungsbedürftig sind und keinen eigenen Haushalt führen können. Diese Menschen haben ein besonderes Schutzbedürfnis und sind auf stationäre Betreuung und Pflege in einer der 579 Einrichtungen angewiesen.
2016 hat die Heimaufsicht insgesamt 533 (2015: 484) Prüfungen in 490 Einrichtungen durchgeführt.
Neben den stationären Einrichtungen ist die Heimaufsicht für 624 ambulant betreute Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen und 370 WGs für Menschen mit Behinderung zuständig. Insgesamt erfolgten im Rahmen des Wohnteilhabegesetzes (WTG) 2.023 Beratungen (2015: 1.146) von Einrichtungsträgern, Beschäftigen und Bewohnerinnen und Bewohnern.

Mehr dazu im Jahresbericht auf den Seiten 60-61.

Das Landesprüfungsamt erkennt ausländische Ausbildungen in Gesundheitsberufen an:
2016 erfolgten im LAGeSo im Rahmen des Berufsqualifizierungsgesetzes 14.000 Beratungen zur Anerkennung von ausländischen Ausbildungen. Es gab 950 (2015: 700) Anträge zu akademischen Berufen, 510 zu nichtakademischen und 120 zu Kenntnisprüfungen. Die Antragsteller und Ratsuchenden kamen aus über 80 Nationen.
Hintergrund der gravierenden Zunahme der Antrags- und Beratungszahlen sind einerseits Anwerbungskampagnen von Ärzten und Pflegekräften aber auch der Anstieg der Zahl Geflüchteter seit 2014.

Mehr dazu im Jahresbericht Seite 31.

Das LAGeSo setzt sich für Alternativen zu Tierversuchen ein:
Die Zahl der in Berlin verwendeten Versuchstiere 2016 mit 252.246 Tieren ist auf dem niedrigsten Stand seit 2002 (damals 220.151 Tiere). Die Versuchstierzahlen sind in den letzten 5 Jahren stark gesunken von 436.163 auf 252.246 Tiere. Immer mehr Tierversuche werden durch tierfreie Forschungsmethoden ersetzt und ergänzt.
Das LAGeSo setzt sich stark für diese Entwicklung ein, indem es z.B. bei regelmäßig stattfindenden Symposien und der Auslobung eines Forschungspreises den Austausch über Alternativmethoden fördert. Im LAGeSo wird bei jedem Antrag vor einer Genehmigung von Tierversuchen zudem intensiv geprüft, ob der erhoffte Erkenntnisgewinn auch ohne den Einsatz von Tieren möglich ist.

Mehr dazu im Jahresbericht auf den Seiten 48-49.

Das LAGeSo berichtet regelmäßig über meldepflichtige Infektionskrankheiten:
Infektionskrankheiten in 66 Meldekategorien sind nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. In verschiedenen Meldekategorien sind mehrere Erreger übermittlungs-pflichtig. Das LAGeSo sammelt überbezirklich entsprechende Daten, bewertet sie und gibt ggf. auch Handlungshinweise. Ein Beispiel aus 2016:
Hepatitis A – Krankheitsausbruch in Berlin
In mehreren Ländern Europas gibt es seit November 2016 einen Hepatitis-A- Krankheitsausbruch mit 118 Fällen (2015: 54), dessen Schwerpunkt in Deutschland im Land Berlin liegt. Männer, die Sex mit Männern haben, sind vorrangig betroffen.
Das LAGeSo hat in Zusammenarbeit mit Robert-Koch-Institut (RKI) Empfehlungen zur Verhinderung der Weiterverbreitung gegeben. Kern der Empfehlungen ist die Impfung von MSM gegen Hepatitis-A sowie prophylaktische Maßnahmen von Kontaktpersonen.
Eine Impfung gegen Hepatitis A ist sicher und effektiv und die wirksamste Möglichkeit sich zu schützen. Ein Impfschutz ist bei den meisten Geimpften ca. zwei Wochen nach der ersten Impfdosis zu erwarten. Die Impfung ist für Risikopersonen kostenlos.

Mehr dazu auf der Seite 42 des Jahresberichtes 2016.

Das LAGeSo sorgt für aktuelle Badegewässerinformationen:
Sommer, Sonne, Badezeit – jedes Jahr zur offiziellen Badesaison (15. Mai bis 15. September) versorgt das LAGeSo die Öffentlichkeit mit aktuellen Informationen zur Qualität der Badegewässer. Dabei bilden rd. 550 Probenahmen im 14-tägigen Routinemessprogramm an 39 Badestellen in Berlin, 90 Proben im Cyano-Bakterien-Monitoring und 110 Proben im Sondermessprogramm – also insgesamt rund 750 Einzelproben –die Grundlage für die Qualitätsbewertung.

Mehr dazu im Jahresbericht auf der Seite 43.

Der Jahresbericht steht im Internet unter www.lageso.berlin.de zur Verfügung, kann aber auch in gedruckter Version bei der Pressestelle bestellt werden.
Kontakt: Pressestelle Silvia Kostner, Telefon 90229 1014, presse@lageso.berlin.de