Meldewesen bei nosokomialen Ausbrüchen gemäß § 6 (3) IfSG

Gemäß § 6(3) Infektionsschutzgesetz – IfSG ist dem Gesundheitsamt unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden.

Eine nosokomiale Infektion ist gemäß IfSG definiert als „eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihrer Toxine, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme steht, soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand, (…)“. Von einem Ausbruch bzw. einer Häufung geht das IfSG aus bei „zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, (…).

§ 6 (3) IfSG

Gemäß §10(6) IfSG gelten die gleichen Meldefristen wie bei der namentlichen Meldung gemäß §6 IfSG (unverzüglich, muss dem Gesundheitsamt spätestens 24 stunden nach Kenntnis vorliegen)

§ 10 (6) IfSG

Was muss gemeldet werden?

Die Meldung nosokomialer Ausbrüche an das Gesundheitsamt muss folgende Informationen enthalten:

  • Monat und Jahr der einzelnen Diagnosen
  • Untersuchungsbefund
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Name, Anschrift und Telefonnummer des Meldenden
  • Name und Anschrift der betroffenen Einrichtung

Den vollständigen Gesetzestext zu den berichtspflichtigen Infektionen finden Sie hier: § 10 (6) IfSG

Darüber hinaus stellt das Gesundheitsamt im Rahmen der Ausbruchsbekämpfung ggf. eigene Ermittlungen gemäß §16 IfSG an.

Wer muss melden?

  • Im Falle des § 6 IfSG der feststellende Arzt; in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen der stationären Pflege ist für die Einhaltung der Meldepflicht neben dem feststellenden Arzt auch der leitende Arzt, in Krankenhäusern mit mehreren selbständigen Abteilungen der leitende Abteilungsarzt, in Einrichtungen ohne leitenden Arzt der behandelnde Arzt verantwortlich.
  • Im Falle der § 6 die Leiter von Einrichtungen der pathologisch-anatomischen Diagnostik, wenn ein Befund erhoben wird, der sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen einer meldepflichtigen Erkrankung oder Infektion durch einen meldepflichtigen Krankheitserreger schließen lässt.
  • Im Falle des § 6 (3) Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs, der für die Berufsausübung oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung oder Anerkennung erfordert.

Den vollständigen Gesetzestext zu den berichtspflichtigen Infektionen finden Sie hier: § 6 IfSG

An wen muss gemeldet werden?

Die Meldung muss an das für die vom nosokomialen Ausbruchsgeschehen betroffene Einrichtung zuständige Gesundheitsamt erfolgen, unabhängig vom Wohnsitz der erkrankten Patienten.

Was übermittelt das Gesundheitsamt an die Landestelle?

Ein dem Gesundheitsamt nach § 6 (3) IfSG als Ausbruch gemeldetes gehäuftes Auftreten nosokomialer Infektionen ist vom Gesundheitsamt spätestens am folgenden Arbeitstag an die zuständige Landesbehörde sowie von dort spätestens am folgenden Arbeitstag an das Robert Koch-Institut ausschließlich mit folgenden Angaben zu übermitteln:

  • zuständiges Gesundheitsamt
  • Monat und Jahr der einzelnen Diagnosen
  • Untersuchungsbefund
  • wahrscheinlicher Infektionsweg
  • wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Zahl der betroffenen Patienten

Wie muss benachrichtigt werden?

Über die Form der Meldung informieren Sie sich bitte beim für Sie zuständigen bezirklichen Gesundheitsamt .